Adrian Newey geht in Sachen Entwicklung stets seinen eigenen Weg

Formel 1 2011

— 23.04.2011

Newey: Stärken des RB7 und wichtige Entwicklungen

Adrian Newey über die technischen Herausforderungen des Jahres, die Ideen der anderen Teams und den langweiligen Streit um flexible Frontflügel

Red Bull ist in den vergangenen Wochen überraschend erheblich unter Druck von McLaren geraten. In den ersten beiden Rennen des Jahres konnt Sebastian Vettel souveräne Siege markieren, doch zuletzt in China setzte sich Lewis Hamilton durch. Die Mannschaft aus Woking hatte sich mit Updates in letzter Minute wieder nach vorne schieben können.

Im Fahrerlager sind viele davon überzeugt, dass der Red Bull RB7 immer noch das schnellste Auto ist - noch jedenfalls. Der Bolide von Vettel und seinem Teamkollegen Mark Webber ist eine Fortführung der guten Ideen am RB6 des Vorjahres. "Es gibt keinen Grund für eine radikale Lösung, wenn das, was man hat, völlig in Ordnung ist", sagt Red-Bull-Designer Adrian Newey.

"Wir betrachten ein Auto immer ganzheitlich und achten darauf, dass die Komponenten harmonieren. Das Zusammenspiel der aerodynamischen Elemente muss funktionieren", gibt der Brite seinen Ansatz preis. Der RB6 aus dem Jahr 2010 hatte Vettel zum Titel gebracht, das Team hatte sich die Konstrukteurskrone gesichert.

Red Bull geht eigenen Weg

"Uns war klar, dass wir mit dem Verbot des Doppeldiffusors weniger Abtrieb haben würden", sagt Newey. "Wir wollten daher dafür sorgen, dass der nun zur Verfügung stehende Abtrieb so verteilt ist, damit sich die Fahrer damit wohlfühlen. Das Auto ist nicht speziell für Sebastian oder Mark entworfen worden, hat aber seine Grundlagen in deren Feedback."

Die Grundideen für die Entwicklung des RB7 waren schnell da, aber plötzlich schrillten in Entwicklungsprozess kurz die Alarmglocken. Renaults neuer Auspuff machte die Runde. "Wir hatten schon im Winter gerüchteweise von deren System gehört. Aber wir entschieden uns, darauf zunächst keine Zeit zu verschwenden, sondern unseren eigenen Weg weiter zu gehen", sagt Newey.

Mit Erfolg. "So ist es in der Formel 1. Es gibt immer wieder verschiedene Wege, die zum Ziel führen können. Man kann nur schwer vorhersagen, welche Lösung am meisten Erfolg verspricht. Vielleicht findet Renault in deren System noch viel mehr Potenzial als wir bei unserem. Wer weiß? Das kann man vorher kaum wissen."

Das Red-Bull-Abgasystem ist effektiv, wurde von McLaren kurzerhand kopiert. "Das liegt in der Natur der Formel 1. Bei ihnen funktioniert das System offenbar richtig gut. Jetzt müssen wir wieder mit neuen Ideen kommen, um vorne zu bleiben", lacht Newey, dem der Wettlauf der Entwicklungen großen Spaß macht.

Auch Newey schaut bei den Autos der Gegner ganz genau hin. Zu seinen Gewohnheiten am Rennwochenende gehört es, dass er mit wachen Augen durch die Startaufstellung am Sonntag geht und die gegnerischen Boliden beäugt. "Ich schaue nach nichts Speziellem, ich mache das einfach nur gern."

Leidiges Thema Frontflügel

"Ich suche nicht nach ganz speziellen Lösungen der anderen Teams, um sie dann zu kopieren. Manchmal ist aber etwas dabei, wo ich mich frage, warum sie eine solche Lösung wählen. Daraus entstehen oftmals wieder eigene Ideen", berichtet der Red-Bull-Designer. Newey war vielleicht auf diesem Weg zum flexiblen Frontflügel gekommen, der allerdings regelkonform zu sein scheint.

"Es langweilt mich", winkt Newey bezüglich der Flexi-Flügel ab. "Die Regeln sagen ganz klar aus, was man mit einem Frontflügel machen darf und was nicht. Der Rest hängt nur davon ab, wie du dein Auto betreibst. Unser Auto ist im Gegensatz zu den anderen hinten recht hoch und vorne ziemlich tief. McLaren geht beispielsweise den genau umgekehrten Weg. Wenn das Heck tief ist, dann ist der Frontflügel automatisch immer oben."

Bezüglich dieses Bauteils sind nun die Gegner gefordert. Die FIA wird die Prüfmethoden wohl nicht noch einmal anpassen. Newey kümmert sich indes um die wichtgste Baustelle des Jahres. "Das Zusammenspiel von Auspuff und Diffusor ist wichtig", sagt er. Grinsend fügt er an: "Und KERS natürlich auch. Aber da geht es nur darum, es vernünftig im Auto zu platzieren."

Fotoquelle: xpb.cc

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