Lewis Hamilton hat in China mit einer Dreistopp-Strategie gewonnen

Formel 1 2011

— 24.04.2011

Hamilton: "Ich diktiere meine Abstimmung"

Lewis Hamilton hat in China auf einer Dreistopp-Strategie bestanden und sich gegen seine Ingenieure durchgesetzt - Das war nicht immer so...

In China gab es fr Lewis Hamilton schon Triumphe, aber auch bittere Niederlagen. In dieser Saison hat der McLaren-Pilot Weltmeister Sebastian Vettel geschlagen. Im Gegensatz zum Red-Bull-Piloten setzte der Brite auf eine Dreistopp-Strategie. Beim Rennen davor, in Malaysia, wurde Hamilton kritisiert, da er im letzten Renndrittel seine Reifen zu wenig schonte, einen Extrastopp einlegen musste und damit viele Pltze verlor.

In China klappte es mit der Strategie. "Als ich vor dem Qualifying mit meinen Ingenieuren zusammen gesessen habe, wusste ich, dass ich noch einen Reifensatz der weichen Mischung brig hatte", sagt der Weltmeister von 2008 im 'Telegraph'. "Ich htte nie zugelassen, dass sie mich nur zwei Stopps machen lassen. Es war in Ordnung fr sie, aber selbst wenn sie dafr argumentiert htten, htte ich sichergestellt, dass es passiert."

"Ich wollte im Rennen eine Dreistopp-Strategie fahren, obwohl zwei Stopps etwas besser ausgesehen haben. Ich wusste, dass ich bei drei Stopps mit den Reifen aggressiver umgehen knnte." Es hat sich ausgezahlt, denn vier Runden vor Schluss konnte Hamilton an Vettel vorbeiziehen, dessen Reifen schon deutlich abgenutzter waren.

Hamilton hat sich gewandelt. In der Saison 2007 war er auf dem besten Weg als Rookie den Weltmeistertitel zu gewinnen. In China hatte der Brite mit einem verschlissenen Hinterreifen zu kmpfen. Die McLaren-Box holte den Chrompfeil aber nicht an die Box, aber auch Hamilton verlangte am Funk nicht ausdrcklich, dass er den Reifen wechseln muss. Sein Durchsetzungsvermgen war damals noch nicht so gro, wie in China vier Jahre spter. In der Anfahrt zur Boxengasse rutschte Hamilton ins Kiesbett und verlor damit praktisch den Titel.

Seit damals ist der 26-Jhrige ein fester Bestandteil des McLaren-Teams geworden. "Ich wei nicht, wie es bei anderen Fahrern ist, aber ich verbringe viel Zeit in unserem Windkanal", beschreibt er seine Arbeit mit den Ingenieuren im Hintergrund. "Seit ich bei McLaren bin, hat niemand soviel Zeit im Windkanal verbracht wie ich. In jedem Moment, in dem sich die Chance bietet, auf dem Weg zu oder von der Kantine, oder auf dem Weg zur Toilette, schaue ich kurz vorbei."

Deshalb hat sich Hamilton auch frh ber den flexiblen Frontflgel bei Red Bull gewundert. "Das sind nur meine eigenen Gedanken, ob sie richtig oder falsch sind, wei ich nicht. Ich interessiere mich sehr fr die Autos und bilde mir ber gewisse Dinge meine eigene Meinung. Ich frage immer nach. Warum haben die Gegner andere Bargeboards? Warum gibt es dort eine andere Neigung?"

"Nicht, dass unsere Ingenieure nicht bereits darber nachgedacht haben, aber ich finde es wichtig Druck auszuben. So wie sie es bei mir machen, wenn ich in Kurve eins nicht spt genug bremse." Hamilton ist der Meinung, dass er bei der Entwicklung des Autos so gut wie jeder andere Pilot im Feld ist. Speziell bei der Abstimmung hat er Vorteile fr sich entdeckt.

"Ich kann nicht sagen, wie gut alle anderen sind, aber ehrlich gesagt finde ich, dass ich Top bin. Ich habe hart gearbeitet, um mich zu verbessern. Ich glaube, es gibt definitiv Fahrer, die andere Dinge kommentieren und mehr Informationen geben als ich. Ich gebe das weiter, was fr die Erledigung des Jobs wichtig ist."

"Generell kann ich das Auto schneller als andere einstellen. Im Vergleich mit allen meinen Teamkollegen war ich genauso schnell, wenn nicht sogar schneller. Ich diktiere mein Setup. Natrlich suche ich nach der Richtung und der Klarstellung. Ich frage, 'Wenn ich das ndere, erinnere mich, was das bewirkt'. Ich liebe die Arbeit mit meinen Ingenieuren. Es ist sehr, sehr cool."

"Es gibt einige Piloten, die sagen, dass es dies oder jenes Problem gibt. Der Ingenieur sagt dann, okay ich werde dies und jenes verndern. Ich diktiere meine Abstimmung lieber." Bis zum Rennen in Istanbul arbeitet die McLaren-Mannschaft mit Hochdruck an Verbesserungen. Hamilton bezeichnet den Rckstand zu Red Bull auf "eine halbe Sekunde".

Fotoquelle: xpb.cc

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