Paul di Resta und Adrian Sutil haben beide zwei Punkte bisher gesammelt

Formel 1 2011

— 25.04.2011

Force India: "Wir müssen uns im Qualifying steigern"

Force-India-Chefingenieur Dominic Harlow und Teammanager Andy Stevenson analysieren die Leistung ihres Rennstalls bei den Überseerennen

In den ersten drei Rennen der Saison hat Force India vier Zähler gesammelt. Beim Auftakt in Australien profitierte das indische Team von der Disqualifikation der beiden Sauber und rutschte mit beiden Boliden in die Top 10. In Sepang lief es schwieriger, denn Rookie Paul di Resta nahm als Zehnter noch einen Punkt mit. In den letzten Runden musste sich der amtierende DTM-Meister noch Michael Schumacher (Mercedes) geschlagen geben. Teamkollege Adrian Stil ging leer aus.

Zuletzt in China musste das Team eine Nullrunde schreiben. Für Force India sind nicht nur die Reifen neu, sondern auch das Energierückgewinnungs-System KERS. Im Jahr 2009 hatte die Mannschaft auf den Einsatz verzichtet. "Es gab vier große Änderungen für dieses Jahr", sagt Chefingenieur Dominic Harlow. "Einige davon waren richtige Regeländerungen, andere nur eine Neuinterpretation der existierenden Bestimmungen."

"Auf den Rennverlauf hatte das große Auswirkungen. Ich denke, die Reifen sind die markanteste Veränderung. Dann gibt es natürlich noch den verstellbaren Heckflügel und seine Auswirkungen auf Überholmanöver. KERS hilft bei der Rundenzeit. Außerdem wurde der Grip der Autos reduziert. Deshalb sind sie wahrscheinlich etwas schwieriger zu fahren. Die Ingenieure arbeiten hart daran, den verlorenen Abtrieb zurück zu gewinnen."

Die Regeländerungen haben zu zahlreichen Positionskämpfen auf der Strecke beigetragen. Teammanager Andy Stevenson gefällt das: "Genau darum geht es doch im Motorsport. Alle haben das seit langer Zeit verlangt. Jetzt gibt es durch das KERS, das DRS und die Reifen viele Positionswechsel. Alle fahren unterschiedliche Strategien, weshalb es auf der Strecke verschieden zugeht. Was wir bis jetzt gesehen haben, sind die Rennen aufregender. Hoffentlich genießen das alle."

Lob für Pirelli

Speziell die Pirelli-Reifen haben die Ingenieure über die Wintermonate vor viel Arbeit gestellt. "Es ist eine Herausforderung", so Harlow. "Wir hatten über viele Jahre eine stabile Partnerschaft mit dem vorangegangenen Ausrüster. Deshalb haben wir die Reifen sehr gut gekannt und gewusst, wie sie mit dem Auto zusammenarbeiten. Die Reifen bestimmen am stärksten, was dein Auto auf der Strecke leisten kann. Die vier Pneus sind der einzige Kontakt mit der Straße. Es ist wichtig, dass das Paket harmoniert. Darauf konzentrieren wir uns.

Harlow zieht nach den ersten drei Rennen mit dem neuen Reifenpartner ein positives Zwischenfazit. "Ich bin beeindruckt. Sie haben sich einer großen Herausforderung gestellt. So wie überall in der Formel 1, war der Zeitrahmen sehr eng. Sie lernen immer noch und verbessern sich. Soweit haben ihre Produkte gut an den Autos funktioniert und für eine gute Show gesorgt. Hoffentlich können wir das Optimum herausholen und vor unseren Konkurrentenbleiben."

Keine Probleme mit KERS

Force India nutzt das gleiche KERS wie Mercedes und McLaren. Im Gegensatz zum offiziellen Mercedes-Werksteam gab es bei den Indern keine großen Schwierigkeiten. "Die Einbindung ins Auto war problemlos. Es ist eine sehr hochgestochene Technologie, die für unser Team neu ist. 2009 haben wir einige Erfahrungen bei Experimenten und Tests gesammelt."

"Einige Teams haben Schwierigkeiten damit. Bei uns war es im Rennen zuverlässig, es gab nur kleine Probleme in den Freien Trainings. Wir lernen immer noch über das System und bügeln kleine Fehler aus. Das konnte man bei so einem komplexen System aber erwarten. Mit dem Mercedes-KERS verfügen wir über eines der besten in der Formel 1. Wenn andere Probleme haben, dann ist das nur ein Vorteil für uns."

Fahrer-Mix ist gut für das Team

Mit di Resta hat man einen neuen Stammfahrer an der Seite von Sutil. Testpilot Nico Hülkenberg ist nach seiner Debüt-Saison von Williams gekommen und sitzt an den Freitagen im Auto. Mit dem Trio ist Harlow bislang glücklich. "Es läuft sehr gut. Der Mix der unterschiedlichen Charaktere ist positiv. Es gibt verschiedene Arbeitsweisen und sie haben alle unterschiedliche Erfahrungen in ihren Karrieren gemacht. Im Moment läuft es wirklich gut."

Mit den gesammelten vier Zählern liegt Force India nach drei Rennen punktegleich mit Toro Rosso auf dem achten Platz der Konstrukteurswertung. Sauber liegt drei Zähler davor. Die übrigen Mittelfeldteams haben noch keine Punkte gesammelt, so auch das Traditionsteam von Frank Williams.

"Wir wollen uns im Qualifying verbessern, damit wir weiter vorne starten", gibt Harlow die Ziele für die kommenden Monate aus. "Wir müssen einen Gegner nach dem anderen in der Qualifikation schlagen und konstant ins Q3 kommen. Von dort aus sollten wir dann mehr Punkte sammeln. Wir müssen realistisch sein. Alle anderen arbeiten ebenfalls sehr hart und tun genau das gleiche. Es wird ein langer Kampf, aber ich freue mich darauf."

Genauso sieht es auch Teammanager Stevenson: "Wir müssen unsere Performance verbessern. So können wir nicht weitermachen. Wir haben einige Pläne auf Lager, aber das haben auch alle anderen Teams. Hoffentlich sind wir etwas schlauer als sie."

Fotoquelle: Force India

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