Christian Horner grübelt über die optimale Strategie für kommende Wochenenden

Formel 1 2011

— 25.04.2011

Horner: "Pole-Position nicht mehr der Schlüssel zum Sieg"

Red-Bull-Teamchef Christian Horner erwägt angesichts des geringen Vorteils einer Pole-Position in diesem Jahr künftig eine veränderte Strategie

Die Ablösung Bridgestones auf dem Formel-1-Reifensektor durch Pirelli hat nicht nur Auswirkungen auf die Rennen und deren Verlauf. Auch das Qualifying ist von den weicheren und schneller abbauenden Pneus indirekt betroffen. War die Pole-Position in den vergangenen Jahren noch die halbe Miete für einen Sieg am Sonntag, so hat sich die Situation in der Saison 2011 grundlegend geändert.

Die Performance von Red-Bull-Pilot Mark Webber beim Grand Prix von China, als dieser am Samstag bereits in Q1 die Segel streichen musste, im Rennen dann aber aus der neunten Startreihe dank frischer Reifen einen famosen Ritt durch das Feld bis auf Platz drei hinlegte, hat deutliche Spuren hinterlassen.

"Vor diesem Hintergrund muss man den Wert des Qualifyings in Frage stellen", gibt Webbers Teamchef Christian Horner gegenüber der 'Sunday Times' zu Protokoll. Dank der enormen Performance-Unterschiede zwischen abgefahrenen und frischen Reifen und nicht zuletzt durch die Einführung des verstellbaren Heckflügels können die Piloten in diesem Jahr scheinbar nach Herzenslust überholen.

"Wir werden uns künftig für jede Strecke genau ansehen, wie wichtig es ist, im Qualifying vorn zu stehen", deutet Horner eine ab sofort veränderte Strategie beim Weltmeisterteam an. Der Vorteil, am Sonntag über einen oder zwei Sätze frischer Reifen mehr zu verfügen, wiegt den Nachteil einer schlechteren Startposition ganz offensichtlich auf, wie der Australier in Diensten von Red Bull in Schanghai eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.

Wie schon im Vorjahr stehen in dieser Saison jedem Fahrer für Qualifying und Rennen insgesamt jeweils drei Sätze der beiden vom Alleinausstatter mitgebrachten Reifenmischungen zur Verfügung. In der Vergangenheit haben die Toppiloten in der Regel alle drei weichen Bridgestone-Sätze am Samstag eingesetzt, um im Grid möglichst weit vorn zu stehen. Einer der weichen Sätze kam in aller Regel auch im Rennen kurzzeitig zum Einsatz, bevor dem Reglement entsprechend auf die härtere der beiden Mischungen gewechselt wurde.

Die Pirelli-Reifen des Jahrgangs 2011 hingegen weisen bekanntlich einen höheren Verschleiß auf, was mehr Boxenstopps zur Folge hat. Unter diesem Aspekt betrachtet, sieht Horner in jedem zusätzlichen Satz frischer Reifen einen enormen Vorteil. "Je nach Streckencharakteristik könnte ich mir vorstellen, dass wir in Zukunft bereits zu Beginn eines Wochenendes mehr Wert darauf legen, in der entscheidenden Phase des Rennens die optimalen Reifen zur Verfügung zu haben", erläutert der Boss der "Bullen". "Die Fahrer müssen dann natürlich viel überholen. Mark hat gezeigt, dass dies möglich ist. Ein paar Runden mehr, und er hätte das Rennen sogar gewinnen können", so Horner.

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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