Jaime Alguersuari fährt auch in diesem Jahr für das italienische Toro-Rosso-Team

Formel 1 2011

— 27.04.2011

Alguersuari: Noch nicht bei einhundert Prozent

Jaime Alguersuari sieht bei Toro Rosso noch viel Arbeit, bevor er den Lernprozess abschließen kann - Die Rivalität mit Daniel Ricciardo nimmt er gelassen

Für Jaime Alguersuari nahm der China-Grand-Prix ein jähes Ende: Alle Hoffnungen des Spaniers auf ein Topergebnis waren dahin, als sich direkt nach dem Boxenstopp in der zehnten Runde sein rechtes Hinterrad löste und sein STR6 plötzlich nur noch ein Dreirad war. Doch es gibt auch positive Aspekte, die Alguersuari aus seinem Schanghai-Wochenende ziehen konnte.

Zum ersten Mal schaffte der Toro-Rosso-Pilot den Sprung in Q3 und zum ersten Mal stand er in der Startaufstellung vor seinem Teamkollegen Sebastien Buemi. Doch auf so etwas legt Alguersuari selbst keinen gesteigerten Wert. "Ich denke nicht, dass es so funktioniert. Das Wichtigste ist, dass es für das Team funktioniert", sagt der Spanier auf der Internetseite von Toro Rosso. "Ich denke, dass Sebastien und ich im Qualifying einen guten Job machen. Vielleicht ist er eine oder zwei Zehntel schneller oder vielleicht bin ich es. Aber im Moment ist es nicht mein Ziel, schneller zu sein als er."

Für ihn habe derzeit Priorität, am Auto zu arbeiten. "Und wenn alles passt, wenn man genau weiß, wie das Auto reagieren wird, und was man mit den Reifen machen muss - dann kann man sich zum Ziel setzen, die Nummer eins im Team zu sein", betont Alguersuari.

Und noch sieht der Spanier in diesem Bereich Arbeit vor sich. "Wir haben schon gute Fortschritte gemacht, aber wir wollen noch ein paar weitere Dinge verbessern. Ich denke, dass ich das Potenzial des Autos noch nicht zu einhundert Prozent nutzen kann", räumt Alguersuari ein. "Wir lernen noch viel über die Reifen und die Abstimmung. Wir befinden uns immer noch in einem Lernprozess. Ich fühle mich zwar bei jedem Mal wohler, aber ich weiß, dass da noch Luft nach oben ist."

Ricciardo lauert

Viel Zeit kann sich der Spanier für seinen Lernprozess aber nicht mehr lassen - die Konkurrenz im eigenen Lager schläft nicht. Testfahrer Daniel Ricciardo scharrt schon sprichwörtlich mit den Hufen und würde lieber früher als später auch zum Renneinsatz kommen. Es wäre nicht das erste Mal, dass es bei Toro Rosso während der Saison einen Fahrerwechsel gibt. Und Teamchef Franz Tost hat schon angedeutet, dass Ricciardo gute Chancen auf einen Stammplatz hat, falls einer der bisherigen Piloten nicht die erforderliche Leistung bringt.

Doch Alguersuari scheint dem gelassen gegenüber zu stehen. "Wir haben einen weiteren Fahrer im Team, der schnell und sehr talentiert ist", sagt der Spanier über Testfahrer Ricciardo. "Niemand im Team will, dass ich oder Sebastien langsamer sind oder Daniel schneller. Deshalb macht mir die Situation wirklich nichts aus."

"Das Wichtigste ist, dass wir in der Box weiteren Input bekommen", betont Alguersuari. "Daniel ist für das Team sehr wichtig, weil er im vergangenen Jahr mit einem Siegerteam gearbeitet hat - Red Bull. Er weiß, wie deren Team arbeitet und wie unser Team arbeitet, und er kann die Boxen, das Setup und die Autos vergleichen. Damit bekommen wir wichtige Daten. Er ist auch ein Teil der Familie. Wir kommen alle aus dem Red-Bull-Fahrerkader, von daher kann es nur gut für uns sein."

Und so konzentriert sich der Spanier auf sich selbst, und auf die Bereiche, in denen er noch besser werden muss. So feilt er zum Beispiel immer noch am richtigen Umgang mit den neuen Pirelli-Reifen. "Es ist etwas lästig, aber es ist für alle das Gleiche - mit einem neuen Auto, einer neuen Abstimmung und einem neuen Fahrstil. Wir haben die Reifen, die wir haben, und wir müssen uns auf sie einstellen", weiß Alguersuari.

Viel Reifenarbeit für Toro Rosso

Im Moment arbeite er mit Toro Rosso noch an der Perfomance auf eine schnelle Runde. "Wenn man den Punkt erreicht hat, an dem das Auto weder unter- noch übersteuert, dann kann man fantastische Rundenzeiten hinlegen - aber so weit bin ich noch nicht", gesteht der Spanier. Ende 2010 war er an diesem Punkt angelangt, damals allerdings mit Bridgestone-Reifen. Mit den neuen Pirelli-Pneus begann die Arbeit von vorne.

"Wir müssen weiter an der Abstimmung des Autos arbeiten, ein Verständnis für die Temperaturen, die Reifen, den Reifenabrieb und so weiter entwickeln", weiß Alguersuari. "Irgendwann werden wir den Punkt erreichen - ich weiß nicht wann und wo, aber ich hoffe das passiert eher früher als später -, an dem wir aus dem Auto die maximale Performance herausholen können."

Das sei aber nicht einfach, weil sich über den Winter in der Formel 1 so viel geändert hat. "Wenn man zum Beispiel im vergangenen Jahr vorn eine Feder gewechselt hat, dann wusste man, welchen Effekt das haben wird. In diesem Jahr nimmt man die gleiche Änderung vor, aber das Auto reagiert vollkommen anders, vielleicht anders, als man erwartet", schildert der Toro-Rosso-Pilot. "Damit können einem zwei oder drei Zehntel fehlen, die der Teamkollege hat. Und das einzige, was man da tun kann, ist zu beobachten, zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und hoffentlich besser zu werden."

Fotoquelle: xpb.cc

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