Nick Heidfeld vermisst beim Überholen manchmal die Herausforderung

Formel 1 2011

— 03.05.2011

Heidfeld: "Überholmanöver sind manchmal zu einfach"

Nick Heidfeld im Interview: Was er am Reglement kritisiert, wieso Pirelli alles perfekt gemacht hat und warum er nun an McLaren glaubt

Nick Heidfeld und sein Renault-Team haben in der noch jungen Formel-1-Saison bereits für mehrere positive Schlagzeilen gesorgt. Heidfeld selbst wurde beim Malaysia-Grand-Prix sensationeller Dritter, nachdem das gleiche Kunststück zuvor in Australien schon seinem Teamkollegen Vitali Petrov gelungen war. Im Interview mit 'RTL' übt er leichte Kritik am Reglement, lobt Pirelli und erklärt, warum er nun an McLaren glaubt.

Frage: "Nick, hat sich deiner Meinung nach das Spektakel Formel 1 mit den neuen Regeln verbessert?"
Nick Heidfeld: "Ja, definitiv. Wenn man sich die Anzahl der Überholmanöver anschaut, ist es vielleicht sogar das Extremste, was ich seit langem in der Formel 1 gesehen haben. Aber manchmal war es vielleicht etwas zu einfach. Wenn man in der Vergangenheit ein Überholmanöver geschafft hat, war es meistens auf der letzten Rille und das war etwas Besonderes."

"Und jetzt? Wenn einer alte Reifen hat, der andere frische, dann fährt er außen rum, innen rum, eingangs oder ausgangs der Kurve - wo auch immer - einfach vorbei."

Frage: "Vor der Saison wurde den neuen Pirelli-Reifen viel Skepsis entgegengebracht, jetzt sind drei Rennen gelaufen. Wie denkst du über die Reifen?"
Heidfeld: "Ich habe Pirelli auch vorher keine Skepsis entgegengebracht, vielleicht auch, weil ich an der Entwicklung der Reifen beteiligt war und wusste, wie wenig Zeit Pirelli zur Verfügung hatte. Das Ziel war es, mehr Boxenstopps zu generieren, um die Rennen spannender zu machen. Die Reifen haben sich bislang gehalten, sind konstant von einem Satz zum anderen. Ich glaube, einen besseren Job hätten sie in der Kürze der Zeit nicht machen können."

Frage: "Kommen wir zu dir und deinem neuen Team Renault: 0 Punkte in Australien - Podium in Malaysia - in China wieder null Punkte... Können wir in der Türkei wieder einen Podiumsplatz erwarten?"
Heidfeld: "Das Ziel ist definitiv, ein gutes Ergebnis oder ein Podium herauszufahren. Unser Team hat das zweimal geschafft in drei Rennen. Also, die Chance ist da, auch wenn das eine oder andere Team noch schneller ist als wir. Speziell Red Bull und McLaren sind da noch was voraus. Doch wenn alles optimal läuft, könnten wir schon dahinter kommen."

Frage: "In China hattet ihr neben KERS-Problemen auch Geschwindigkeitsprobleme. Woher wollt ihr den Speed holen?"
Heidfeld: "Über die Saison hatten wir ein paar kleinere Probleme. Mit KERS war es nichts Dramatisches, wie z.B. bei Red Bull. Wir können uns in allen Bereichen und Belangen noch verbessern."

"Ich bin ja noch recht neu beim Team dabei und ich glaube, dass wir noch Potenzial haben, uns zu steigern. Wir hatten schon beim zweiten Rennen ein gutes Update-Paket dabei, werden jetzt auch in der Türkei ein paar neue Teile bekommen, hoffentlich genug, um einen Schritt nach vorne zu machen."

Frage: "Nach den ersten beiden Rennen sah es nach einer Solofahrt von Sebastian Vettel aus. Hat McLaren nun wirklich aufgeholt und glaubst du, dass es viele verschiedene Sieger in dieser Saison geben wird?
Heidfeld: "Ja, ganz klar. Nach dem ersten Rennen haben einige gesagt, es wird ein Durchmarsch von Sebastian und Red Bull. Aber wenn man sich die letzten Jahre anschaut, ist ein solcher Durchmarsch wirklich selten. Speziell McLaren hatte in den letzten Jahren leider oft ein bisschen hinten angefangen und sich dann schnell und sehr stark steigern können."

"Jetzt waren sie schon beim ersten Rennen ganz gut dabei und haben dann bereits den dritten Grand Prix gewonnen. Wenn sie die Entwicklungsgeschwindigkeit der Vorjahre halten, werden sie ein ernstzunehmender Gegner sein. Und ich hoffe, dass auch ein paar andere Teams und auch wir in der Lage sein werden, ganz vorne mitzukämpfen."

Frage: "Du kennst die Silberpfeile, bei denen du noch letztes Jahr Ersatzfahrer warst, sehr gut. Hat das Team das Potenzial, tatsächlich aufs Podium zu fahren - vielleicht sogar ganz noch oben?"
Heidfeld: "Ich glaube, das Potenzial, aufs Podium zu fahren, haben sie ganz klar, vom Team her, von beiden Fahrern her und definitiv auch von dem jetzigen Auto. In China hätte nicht viel gefehlt, und der Nico wäre aufs Podest gefahren. Da haben sie schon einen guten Speed an den Tag gelegt."

Fotoquelle: Renault

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