Für den Geschmack von Ferrari ist die Bedeutung der Aerodynamik zu groß

Formel 1 2011

— 04.05.2011

Ferrari fordert Diskussion über Aerodynamik

Für Ferrari ist die Bedeutung der Aerodynamik zu groß geworden, weshalb Teamchef Stefano Domenicali nun eine Grundsatzdiskussion fordert

Aus Sicht von Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali ist die Bedeutung der Aerodynamik in der modernen Formel 1 viel zu groß geworden: "Das sollten wir Teams untereinander und mit der FIA langsam mal diskutieren", fordert er in einem Interview mit 'Auto Bild motorsport' .

"Eigentlich geht es in der Formel 1 derzeit nur noch um aerodynamische Entwicklung", kritisiert er. "Die Aerodynamik macht 90 Prozent der Performance eines Formel-1-Autos aus. Das ist für mich nicht tragbar. Aus der Sicht eines Autoherstellers wie Ferrari ist das ganz klar: Die Zukunft des Automobils liegt nicht in der Aerodynamik. Bei unseren Serienfahrzeugen investieren wir nur einen kleinen Teil unseres Budgets in die Aerodynamik."

"Wenn wir das in der Formel 1 genauso machen würden, könnten wir uns noch nicht einmal für das Rennen qualifizieren. Es besteht also ein Ungleichgewicht zwischen dem realen Fahrzeugbau und der Formel 1", erklärt Domenicali. "Auf der anderen Seite haben wir Motoren, die sich wegen eines sehr strikten Regelwerks in ihrer Leistungsfähigkeit kaum noch voneinander unterscheiden. Das kann so nicht bleiben."

Dass Ferrari auf einmal das Thema aerodynamische Abrüstung zur Sprache bringt, ist womöglich kein Zufall. Der verkorkste Saisonauftakt lag unter anderem daran, dass der Windkanal in Maranello falsche Daten ausgespuckt hat. Erst mit Hilfe des Toyota-Windkanals in Köln gelang es anscheinend Ende April, die eigene Anlage wieder richtig zu kalibrieren, sodass die Weiterentwicklung nun wieder in die richtige Richtung gehen müsste.

"Jeder Hersteller und jedes Team sollte seine Stärken in der Formel 1 präsentieren können", findet Domenicali. "Wir sollten nicht gezwungen werden, fast ausschließlich in ein Feld wie die Aerodynamik zu investieren, das uns eigentlich gar nicht interessiert - und in dem, das gebe ich ja auch zu, wir in Italien traditionell nicht stark genug sind. Ich weiß, dass einige andere Teams an der großen Bedeutung der Aerodynamik festhalten wollen, weil sie dort ihre Vorteile sehen."

Ferrari wäre es lieber, das in den vergangenen Jahren extrem restriktiv gehandhabte Motorenfeld wieder freier zu gestalten. Nicht zuletzt deshalb laufen die Italiener auch Sturm gegen die für 2013 geplante Einführung von 1,6-Liter-Turbos mit vier Zylindern in Reihe und maximal 12.000 Umdrehungen pro Minute. Alleine schon aufgrund der hauseigenen Sportwagen-Produktpalette wäre Ferrari ein Festhalten am V8-Sauger lieber.

Fotoquelle: xpb.cc

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