Die Teilnehmer der Pressekonferenz am Donnerstag in Istanbul

Formel 1 2011

— 06.05.2011

Pressekonferenz: Von Updates und Überholmanövern

Bei der Pressekonferenz am Donnerstag stellten sich Lewis Hamilton, Felipe Massa, Witali Petrow, Heikki Kovalainen, Adrian Sutil und Timo Glock den Fragen

Frage: "Timo, für dich war es anhand deiner jüngsten Kommentare ein etwas enttäuschender Start in die Saison, nicht wahr?"

Timo Glock: "Sagen wir mal so, es war kein perfekter Start ins Jahr für uns. Wir müssen nun einfach weiterkämpfen und das Beste daraus machen."

Frage: "Wo glaubst, könnte ihr auch noch verbessern? Es wird vermutet, dass du mit der CFD-Technologie nicht zufrieden bist?"

Glock: "Im Moment bin ich mit dem Auto nicht glücklich. Das ist der Hauptpunkt. Vom aerodynamischen Standpunkt her sind wir sicher nicht da, wo wir sein wollen. Wir haben hier ein gutes Update am Start. In der Theorie verspricht es eine Menge. Jetzt müssen wir sehen, wie es sich auf der Strecke bemerkbar macht. Die Arbeit am Simulator und all diese Dinge sind während der vergangenen Woche gut gelaufen. Die Teile an sich machen wie gesagt keinen schlechten Eindruck. Jetzt müssen wir einfach auf der Strecke sehen, ob sie halten, was sie versprechen."

Frage: "Siehst du dich derzeit eher in der angreifenden oder in der verteidigenden Position?"

Glock: "Wir liegen derzeit zu weit hinter Lotus zurück. Ich hoffe, wir können ihnen hier etwas näher kommen. Gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass wir auf der Position im Feld bleiben, auf der wir uns im Moment befinden."

Frage: "Heikki, du hattest in China ein sehr gutes Rennen. Hast du es genossen?"

Heikki Kovalainen: "Ja, absolut. Ich bin zum ersten Mal seit langer Zeit wirklich gegen die anderen Fahrer Rennen gefahren. Das war ein großartiges Gefühl. Für uns kommt es jetzt darauf an, diese Leistung an jedem Wochenende zu bestätigen."

Frage: "Glaubst du, dass ihr euch auf Dauer vor den etablierten Teams halten könnt? Darum geht es doch letzten Endes, nicht wahr?"

Kovalainen: "Ja, unser Ziel ist es, ins Mittelfeld vorzustoßen und früher oder später vor den etablierten Teams zu liegen, die derzeit noch vor uns liegen. Daran arbeiten wir. Unter bestimmten Bedingungen, speziell im Qualifying, ist unser Rückstand immer noch zu groß. Wir sind sozusagen nach wie vor auf unserer eigenen Insel."

"Unter anderen Bedingungen, vor allem bei höheren Temperaturen, kamen wir bereits recht nahe heran. Hoffentlich zeigen unsere Updates bei den kommenden Rennen eine größere Wirkung als bei der direkten Konkurrenz unmittelbar vor uns. Darauf arbeiten wir als Team hin und ich denke, wir können es schaffen."

Frage: "Adrian, wie ist dein Eindruck von den Fortschritten bei Force India? Sind diese deiner Meinung nach ausreichend?"

Adrian Sutil: "Jetzt, da die Europa-Saison losgeht, sollten sich die Fortschritte bemerkbar machen. Für dieses Rennen hier haben wir ein kleines Update am Start. Wir sind noch nicht sicher, ob wir es im Rennen werden einsetzen können. Unterm Strich läuft es alles auf das nächste größere Update hinaus, das wir in Barcelona oder Monaco bringen werden."

"Hier haben wir einen anderen Frontflügel am Auto. Wir werden ihn am Freitag ausprobieren und beurteilen, wie er funktioniert. In der Theorie sieht er vielversprechend aus. Wir haben erwartet, dass wir während der ersten Rennen nicht ganz so stark sein würden. Es sieht jedoch nicht so schlecht aus. Wir waren immer dicht an den Top-10 dran oder sogar innerhalb der Top-10. Als Team haben wir vier WM-Punkte sammeln können. Das ist nicht so schlecht. Hoffentlich kommt unsere Saison hier jetzt richtig in Fahrt."

Frage: "Es ist bekannt, dass du ein guter Regenfahrer bist. Sagt dir die Wettervorhersage für das Rennen hier zu?"

Sutil: "Ja, es sieht sehr regnerisch aus. Ich habe nichts dagegen. Wir hatten in diesem Jahr bisher noch kein Regenrennen oder eine Session im Nassen. Was die Pirelli-Reifen betrifft, so ist das ein anderes Thema. Wir haben bisher kaum Daten über die Reifen bei Regen. Es wird also eine Herausforderung werden. Generell mag ich die Bedingungen und denke, wir sollten gut aussehen."

Frage: "Witali, ein Blick auf eine Statistik auf dieser Strecke verrät, dass du hier immer sehr gut unterwegs gewesen bist. Du hast das GP2-Rennen hier gewonnen, warst zudem im Vorjahr hier zum ersten Mal in Q3 und bist die Schnellste Rennrunde gefahren. Du musst die Strecke in Istanbul doch mögen, oder?"

Witali Petrow: "Ja, natürlich mag ich die Strecke. Ich habe viele gute Erinnerungen an sie. In den Jahren 2008 und 2009 bin ich hier ein paar Mal auf das Podium gefahren. Im Jahr 2010 war ich hier zum ersten Mal in Q3 und bin ein gutes Rennen gefahren. Ich freue mich jedesmal, hierher zurückzukommen."

Frage: "Es hat den Anschein, dass Renault das volle Potenzial bisher noch nicht ausgeschöpft hat. Glaubst du, dass ihr in der Pause seit China einen Schritt nach vorn gemacht habt?"

Petrow: "Wir haben einige neue Teile im Gepäck. Wir hoffen, damit mit Ferrari und McLaren mithalten zu können. Die Strecke ist nicht einfach zu fahren, aber deshalb sind wir hier. Das Team hat hart gearbeitet. Lasst uns das Wochenende einfach mal angehen uns sehen, wo wir stehen."

Frage: "Glaubst du wirklich, den Anschluss an Ferrari und McLaren schaffen zu können?"

Petrow: "Das ist schwer zu sagen. Bei diesen Wetterverhältnissen ist alles möglich. Bei Regen sieht die Sache ganz anders aus. McLaren und Red Bull scheinen noch ziemlich weit weg zu sein. Ferrari ist uns hingegen nicht ganz so weit voraus. Wir müssen uns einfach auf unseren Job konzentrieren."

Frage: "Felipe, du bist mit drei Siegen und drei Pole-Positions hier der erfolgreichste Formel-1-Pilot. In diesem Jahr sieht es durch den Regen womöglich anders aus?"

Felipe Massa: "Es hängt vom Regen ab. Er kann gut, aber auch schlecht für uns sein. Es ist immer eine Lotterie. Wir müssen abwarten, wie sich die Dinge an diesem Wochenende entwickeln. Aber es stimmt, ich habe hier große Erfolge gefeiert mit meinen drei Siegen hintereinander und noch dazu bin ich dreimal von der Pole-Position gestartet. Das war jedesmal ein tolles Gefühl. Hoffentlich können wir diesen Trend fortsetzen. In den vergangenen beiden Jahren lief es nicht so toll. Das ändert jedoch nichts daran, dass ich die Strecke hier sehr mag. Ich fahre gern hier und hatte hier immer eine tolle Zeit. Hoffentlich geht es in dieser Richtung weiter."

Frage: "Du warst auch beim letzten Rennen in China sehr gut unterwegs. Ferrari hat offenbar einige der Probleme beheben können. Wie lange werdet ihr deiner Meinung nach noch brauchen, um den Rückstand aufzuholen?"

Massa: "Wir haben sehr hart gearbeitet, vor allem in der Pause seit dem letzten Rennen, die etwas länger gewesen ist als üblich. Ich hoffe, dass wir im Vergleich zu den ersten drei Rennen die Dinge nun etwas besser verstehen. Wir haben hier ein Update am Auto, das sich hoffentlich schon im Qualifying bemerkbar machen wird. Im Qualifying hatten wir während der ersten Rennwochenenden wirklich Probleme."

"Im Rennen sahen wir im Vergleich zum Qualifying immer recht gut aus. Wenn wir hier im Qualifying einen Schritt nach vorn machen und unsere Pace im Rennen beibehalten können, sollten wir mit Red Bull mithalten können. Wir werden es erleben. Jeder im Team arbeitet sehr hart, um das Auto zu verbessern. Es ist im Vorfeld immer schwer zu sagen, welchen Unterschied die neuen Teile machen werden. Ich hoffe einfach, dass wir soviel wie möglich mitnehmen können, um das Auto noch schneller zu machen. Zunächst müssen wir aber erst einmal abwarten, wie sich das Wetter hier entwickelt."

Frage: "Lewis, du hast in der Vergangenheit sowohl in Istanbul als auch beim letzten Rennen in Schanghai gewinnen können. In der GP2-Serie bist du zudem von Timo einmal beinahe in die Boxenmauer abgedrängt worden. Erinnerst du dich, Timo?"

Glock: "Es gab genug Platz. Es war ein gutes Rennen."

Lewis Hamilton: "Ich hatte hier seit dem Jahr 2006 immer gute Rennen. Das GP2-Rennen hier war eine wichtige Erfahrung für mich. Es spielte sich direkt vor den Augen der Teamchefs ab und war wohl eines der aufregendsten Rennen, die ich bis dato in meiner Karriere gefahren bin. Hier ist eigentlich in jedem Jahr etwas Interessantes passiert."

"In der Saison 2008 ist mir hier in Kurve acht ein Reifen um die Ohren geflogen. Später konnte ich dann doch meinen ersten Sieg hier einfahren. Das war ein tolles Gefühl. In diesem Jahr wird es sehr schwer werden. Wir wissen noch nicht genau, welche Wetterbedingungen uns erwarten werden. Es wird sehr interessant sein zu sein, welchen Effekt die Updates der einzelnen Teams haben werden. Was uns betrifft, so hoffe ich einfach, dass uns ein Schritt nach vorn gelingen wird. Ob es ein großer oder ein kleiner Schritt sein wird, werden wir morgen sehen."

Frage: "Läuft es an der Spitze derzeit nur auf ein Duell zwischen McLaren und Red Bull hinaus?"

Hamilton: "Das glaube ich nicht. Vor allem dank der Pause sollten die anderen Jungs aufgeschlossen haben. Man muss sich nur einmal Mercedes ansehen, die im letzten Rennen schon sehr stark waren. Ferrari ist sowieso immer da und wenn sie einmal etwas ins Hintertreffen geraten, brauchen sie nicht lange, um den Anschluss wieder herzustellen. Auch Renault macht einen fantastischen Job und Petrow fährt sehr stark im Moment. Ich erwarte, dass es an der Spitze ziemlich eng zugehen wird. Ich hoffe, dass wir einen Schritt nach vorn machen können, erwarte das Gleiche aber auch von Red Bull."

Frage: "Bisher hat es hier noch kein Regenrennen gegeben. Bist du schon einmal bei Regen in Istanbul gefahren?"

Hamilton: "Soweit ich mich erinnern kann, war ich hier überhaupt noch nie, als es geregnet hat. Das war heute das erste Mal, dass ich es hier habe regnen sehen. Speziell Kurve acht wird im Nassen sehr interessant werden. Lasst uns die Daumen drücken, dass es trocken bleibt."

Frage: "Felipe und Lewis, könnt ihr etwas näher auf Kurve acht eingehen und über das Gefühl sprechen, dass man als Fahrer in dieser Kurve empfindet. Auch die Angst, dass die Reifen dort nicht mitspielen werden, ist sicher ein wichtiger Aspekt?"

Hamilton: "Ich kann mich erinnern, dass ich in Kurve acht im Jahr 2008 eine ziemlich interessante Erfahrung gemacht habe (Reifenschaden; Anm. d. Red.). Danach habe ich meinen Fahrstil in dieser Kurve etwas angepasst, sodass er den Reifen speziell dort etwas mehr entgegen kommt. Hoffentlich funktioniert das auch an diesem Wochenende wieder. Es ist eine großartige Kurve, in die du mit Vollgas hineinstichst."

"Die Red-Bull-Boliden waren im letzten Jahr ein paar Mal mit Vollgas am Eingang zu beobachten und wir waren auch kurz davor, sie voll anzufahren. Die Fliehkräfte nehmen im Verlauf der Kurve stetig zu. Du musst eine sehr präzise Linie fahren und genau darauf achten, wie viel du den Reifen zumutest. Wichtig ist auch, dass du nicht zu viel Speed verlierst, da es direkt im Anschluss auf eine Gerade geht."

"Ich glaube allerdings nicht, dass es irgendeinen Fahrer gibt, der in dieser Kurve Probleme hat. In Bezug auf das Setup muss man hier und da sicherlich Kompromisse eingehen, damit es in dieser Kurve wirklich passt. Das sind zumindest die Erfahrungen, die ich gemacht habe."

Massa: "Es ist ganz sicher eine sehr spezielle Kurve. Wie Lewis schon gesagt hat, liegen dort sehr hohe Fliehkräfte an. Du brauchst ein gutes Auto und musst dir beim Setup speziell über diese Kurve Gedanken machen. Das Interessante sind zum einen die hohen Fliehkräfte und zum zweiten eine Bodenwelle in der Mitte der Kurve. Wenn du diese etwas zu aggressiv ansteuererst, kannst du leicht das Heck des Fahrzeugs verlieren."

"Speziell die Einfahrt in die Kurve ist etwas ganz Besonderes, sie ist sehr schwierig. Der zweite Teil in Richtung Kurvenausgang ist hingegen eine einfache Vollgaskurve. Sie macht sehr viel Spaß. Verglichen mit den Kurven, die wir von anderen Strecken gewohnt sind, sticht sie heraus. Das macht irgendwo den Reiz dieser Strecke aus. In diesem Jahr müssen wir in dieser Kurve speziell auf den Reifenverschleiß achten."

Frage: "Witali, Felipe und Lewis, macht ihr euch in Bezug auf den Reifenverschleiß mehr Sorgen wenn es trocken oder wenn es nass ist, da die Regenreifen noch keiner wirklich beurteilen kann?"

Petrow: "Keiner von uns weiß, wie sich die Regenreifen hier verhalten werden. Wir sind nur im Rahmen des Barcelona-Tests ein paar Runden im Nassen gefahren. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, was ich sagen soll. Wir müssen einfach das morgige Training abwarten und schauen, wie sich die Dinge entwickeln."

Massa: "Um ein verlässliches Urteil abgeben zu können, müssen wir erst mit den Regenreifen gefahren sein. Ich bin im Winter ein paar Runden im Regen gefahren und auch im Rahmen eines Filmtages in Fiorano, als es ebenfalls geregnet hat. Dort hat es allerdings fast geschneit. Der Grip war sehr niedrig. Ich glaube es ist besser zu warten, wie sich die Reifen hier unter normalen Bedingungen verhalten. Im Moment tappen alle ein wenig im Dunkeln. Jeder muss erst seine Erfahrungen sammeln."

Hamilton: "Das sehe ich genauso. Wir haben bisher kaum Zeit mit den Regenreifen verbracht. Das heißt, wir haben kaum Erfahrungswerte in Bezug auf den richtigen Reifendruck, die richtige Balance und alle diese Dinge, die eine Rolle spielen. Ich hoffe, dass es abtrocknet, sodass wir uns an diesem Wochenende nicht damit herumschlagen müssen. Irgendwann wird jedoch der Punkt kommen, wo es für die Strategie sehr wichtig sein wird. Im Verlauf des Trainings werden wahrscheinlich nicht allzu viele Fahrer mit den Regenreifen hinaus gehen, ganz einfach deshalb, weil wir nicht sehr viele davon zur Verfügung haben. Es wird interessant werden."

Frage: "Lewis, der Sieg in China war für dich und das Team eine aufregende Sache. Wie realistisch schätzt du die Chancen ein, bei den verbleibenden Rennen des Jahres eine ernsthafte Rolle spielen zu können?"

Hamilton: "Wenn du das letzte Rennen gewonnen hast, gehst du natürlich immer zuversichtlich ins nächste Rennen. Was mich betrifft, so habe ich allerdings keine übermäßig hohen Erwartungen. Ich mag es generell nicht, im Vorfeld zu viel zu erwarten. Wenn dann etwas schief läuft, ist die Enttäuschung umso größer. Ich gehe die Dinge hier vorsichtig an."

"Wir werden wahrscheinlich an diesem Wochenende nicht die Schnellsten sein. Falls es doch anders sein sollte, wäre das natürlich fantastisch. Wir haben in China gewonnen, weil wir unsere Gegner sowohl auf der Strecke als auch über die Strategie geschlagen haben. Unser Auto war das Zweitschnellste. Ich hoffe, dass wir die Lücke seitdem weiter schließen konnten. Du weißt nie, wer sein Auto wie stark verbessert hat. Ich drücke die Daumen, dass unser Update gut genug ist. Wir werden es morgen sehen."

Frage: "Lewis, nur um das noch einmal klarzustellen: Du hast also keine speziellen Erwartungen an dieses Wochenende und an den Rest der Saison?"

Hamilton: "Ich habe mich ausschließlich auf dieses Wochenende bezogen, ganz einfach deshalb, weil wir eine lange Pause hatten, in der jeder einen Schritt nach vorn gemacht haben dürfte. Wir mussten eine gute halbe Sekunde aufholen, um an Red Bull heranzukommen. Wir müssen abwarten und sehen, ob wir hier immer noch eine halbe Sekunde zurückliegen. Grundsätzlich müssen wir davon ausgehen, dass sie auf alles, was wir bringen, eine Antwort haben werden."

"Was den Rest der Saison betrifft, sollten wir gut aufgestellt sein. Wir werden alles geben, weitere Rennen zu gewinnen. Das letzte Rennen hat dem gesamten Team einen enormen Schub gegeben. Mit einem Sieg im Rücken in die Pause gehen zu können, war für unsere Jungs fantastisch. Ich war sehr glücklich, dass ich ihnen diesen Sieg bescheren konnte."

Frage: "Lewis, man hätte erwarten können, dass du nach dem Sieg in China hier mit viel Selbstvertrauen und einem guten Gefühl anreist. Warum die Vorsicht?"

Frage: "In Bezug auf meine eigene Performance und meine fahrerische Leistung bin ich zuversichtlich, dass ich sobald ich im Auto sitze, die selbe Leistung wie im letzten Rennen abliefern kann. Man lernt jedoch von Rennen zu Rennen dazu und zieht aus den Erfahrungen anderer Leute in Bezug auf die Strategie seine Lehren. Im Verlauf einer solch langen Pause sind wir in der Vergangenheit in der Regel nach Barcelona gereist, wo jeder ein umfangreiches Update testen konnte. Ähnliches muss man nun auch für dieses Wochenende erwarten."

"Wenngleich wir das letzte Rennen gewonnen haben, so liegen wir im Vergleich zu Red Bull nach wie vor etwas zurück wenn es um die reine Geschwindigkeit geht. Gleichzeitig dürfen wir Ferrari, Renault und Mercedes nicht vergessen, die alle einen großen Schritt gemacht haben. Möglicherweise sind sie inzwischen näher an uns dran oder sogar vorbei, das kann man vorher nie wissen. Ich versuche einfach, mich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen und mich stattdessen darauf zu konzentrieren, im Auto den bestmöglichen Job abzuliefern. Für uns geht es an diesem Wochenende darum, einige Punkte mitzunehmen. Für die anstehenden Wochen bin ich zuversichtlich, dass uns ein größerer Schritt gelingen wird."

bFrage: "Felipe, Istanbul und Barcelona werden für Ferrari zwei der Schlüsselrennen werden, um zu sehen, was in dieser Saison noch möglich ist. Du fährst nun bereits seit einigen Jahren für Ferrari. Inwiefern ist die Situation in diesem Jahr in Bezug auf den Druck eine andere, speziell vor dem Hintergrund, dass ihr nach den Winterstestfahrten mit hohen Erwartungen in die Saison gegangen seid, die Resultate aber bisher ausgeblieben sind?"

Massa: "Nun, ich hatte in meiner Zeit bei Ferrari sowohl großartige Jahre, in denen ich von Beginn an um Siege mitfahren konnte als auch schwierige Jahre wie etwa die Saison 2009. Red Bull und McLaren haben bisher eine gute Leistung gezeigt. Red Bull hat vor allem im Qualifying immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie derzeit das schnellste Auto haben."

"Sebastian (Vettel; Anm. d. Red.) hat bereits einige Rennen gewonnen. Seine schlechteste Platzierung war ein zweiter Platz. Es liegt auf der Hand, dass er mehr Punkte hat als wir. Es ist auch klar, dass wir nun dringend ein gutes Ergebnis brauchen. Das gilt für das Rennen hier genauso wie für Barcelona. Wir werden alles geben, um das zu erreichen."

"Ich denke, man kann deutlich sehen, dass wir niemals aufgeben. Der Rückstand ist jedoch immens. Wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben und das Auto sukzessive verbessern. Im Qualifying haben wir sicherlich den größten Nachholbedarf. Im Rennen haben wir gezeigt, dass wir wesentlich konkurrenzfähiger sein können als im Qualifying. Wenn man sich allerdings ansieht, wie viele Punkte Sebastian und sein Team jetzt schon haben, ist es für uns umso wichtiger, einen großen Schritt zu machen und um die Spitze mitkämpfen zu können."

Frage: "Felipe, du hast hier dreimal gewonnen und bereits erwähnt, wie sehr du diese Strecke magst. Nach deinem dritten Sieg in Folge hast du im Scherz gesagt, dass du dich beinahe wie ein Türke fühlst. Wie viel bedeutet dir dieses Rennen als Fahrer und würdest du es vermissen, wenn es nicht in den Kalender zurückkehren würde?"

Massa: "Wie ich schon sagte, ist dies hier ein ganz besonderer Ort für mich. Ich habe hier
dreimal gewonnen. Speziell der erste Sieg im Jahr 2006 war ein toller Kampf gegen Fernando (Alonso) und Michael (Schumacher). Im Jahr 2007 fiel mir der Sieg etwas leichter und in der Saison 2008 hatte ich wiederum einen tollen Kampf mit Lewis. Es stimmt, dass ich immer gern hier her zurückkomme. Ich hatte hier immer gute Ergebnisse und ein gutes Gefühl. Ich würde es definitiv vermissen, sollten wir im nächsten Jahr nicht mehr hier fahren, vor allem aus dem Grund, weil ich hier besserere Ergebnisse als erwartet erzielen konnte. Istanbul ist ein toller Ort. Wir werden sehen, was passiert."

Hamilton: "Ich denke, Felipe hat die Frage sehr gut beantwortet. Istanbul ist eine tolle Rennstrecke. Sie bietet gute Überholmöglichkeiten und als Fahrer habe ich die Rennen hier immer sehr genossen. Es ist eine Herausforderung, keine Frage. Der Kurs verfügt über einige Hochgeschwindigkeitskurven und hat besitzt dennoch eine gute Mischung aus Kurven verschiedener Art. Es wäre eine Schande, wenn der Grand Prix nicht mehr im Kalender auftauchen würde. Wir lieben es einfach, auf Strecken anzutreten, die eine Herausforderung darstellen. Lasst uns die Daumen drücken, dass wir wieder hierher kommen dürfen."

Frage: "Felipe, es ist gerade einmal Frühling, da laufen die Gerüchte für die kommende Saison bereits auf vollen Touren. Es wird gemunkelt, dass du mit Red Bull in Verbindung stehst und dass Nico Rosberg zu Ferrari kommen könnte. Was denkst du darüber?"

Massa: "Wirklich? Dazu kann ich überhaupt nichts sagen. Seitdem ich erstmalig bei Ferrari unterschrieben habe, habe ich ständig diese Fragen beantworten müssen, wohin ich gehe. Es gibt dazu nichts zu sagen. Wir konzentrieren uns darauf, das Maximale aus dem Auto herauszuholen. Das ist in jedem Jahr um diese Zeit das Gleiche. Es ist nichts Besonderes."

Frage: "In der Vergangenheit war der Fahrer im schnellsten Auto in der Regel derjenige, der auch das Rennen gewonnen hat. In diesem Jahr sieht die Sache dank der Strategie anders aus. Es kann vorkommen, dass man mit dem schnellsten Auto nur Fünfter wird. Genauso kann es vorkommen, dass man das Rennen gewinnt, obwohl man nicht im besten Auto sitzt. Macht euch das Sorgen und würdet ihr euch eine Rückkehr zu den alten Verhältnissen wünschen?"

Hamilton: "Ich denke nicht, dass sich viel verändert hat. Das schnellste Auto ist in der Regel auch in diesem Jahr am Ende vorn. Bei den ersten beiden Rennen war das ganz eindeutig so und auch das dritte Rennen wurde beinahe vom schnellsten Auto gewonnen."

"Es stimmt, dass in diesem Stadium der Saison - wo die Strategien noch nicht gänzlich optimiert sind und das Verhalten der Reifen im Rennen noch nicht abschließend geklärt ist - die Rennen etwas unvorhergesehener laufen. Für uns macht es das interessant, denn wir können nun mit einer größeren Chance auf den Sieg in ein Wochenende gehen, als das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Für die Fans ist es definitiv aufregend. Das ist das Entscheidende."

Massa: "Ich stimme Lewis zu. Mit dem schnellsten Auto hast du im Vergleich zu den anderen mehr Möglichkeiten, das Rennen zu gewinnen. Beim letzten Rennen war das vielleicht nicht der Fall, aber Sebastian hat dennoch die meisten Rennen in diesem Jahr gewonnen. Es hängt von der Reifen- und von der Strategiefrage ab."

"Ich habe so viele gute Dinge über das letzte Rennen gehört. Alle waren glücklich über die vielen Kämpfe im Feld. Auch wenn ich selbst nicht in der Position war, um im Kampf um den Sieg mitreden zu können, so habe ich das Rennen dennoch genossen. Im Vergleich zur Vergangenheit ist es nun viel besser. Es wird mehr überholt und auch der verstellbare Heckflügel hat sich bewährt. Er macht die Rennen interessanter."

"Die Reifen spielen ebenfalls eine große Rolle genau wie KERS. Es ist wichtig, dass wir auf der Strecke unseren Spaß haben, aber es ist genauso wichtig, dass jeder, der die Formel 1 verfolgt - und damit meine ich in erster Linie die Fans - eine aufregende Zeit erlebt."

Petrow: "Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Die Jungs haben absolut Recht. Das schnellste Auto ist sicher von Vorteil. Lewis hat im letzten Rennen jedoch gezeigt, was über die Strategie möglich ist. Er hat uns alle in Grund und Boden gefahren, nur dank der Strategie."

"Im Vorjahr haben wir uns an einem Rennwochenende 20 Minuten lang über die Strategie unterhalten. In diesem Jahr verbringen wir 50 Minuten gemeinsam mit dem Team und beraten darüber, was wir vorhaben. Das Team muss schließlich darauf vorbereitet sein. Manchmal kann es vorkommen, dass du beim Boxenstopp eine Runde zu lange wartest und schon bist du raus aus der Entscheidung."

"In diesem Jahr sind die Rennen auf jeden Fall spannender. Du musst als Fahrer während des Rennens viel mehr nachdenken. Du musst mit dem Team sprechen und deinen Jungs berichten, wie sich die Reifen verhalten und wann du reinkommen musst. Es ist schwieriger geworden, gleichzeitig aber auch spannender."

Frage: "Ihr alle erwartet dank einiger Veränderungen am Auto einen Schritt nach vorn. Ist es realistisch zu glauben, dass wir im Vergleich zum bisherigen Kräfteverhältnis in diesem Jahr eine große Verschiebung erleben werden?"

Glock: "Wenn ich die Frage richtig verstehe, ist es schwer zu sagen. Wir haben ein großes Update am Start und versprechen uns davon einen guten Schritt nach vorn. Bevor du nicht damit gefahren bist, weißt du allerdings nie, inwieweit es wirklich etwas bringt."

Kovalainen: "Nun, wenn wir erwarten würden, dass wir uns rückwärts entwickeln, würde wohl etwas verkehrt laufen. Es liegt auf der Hand, dass man sich Fortschritte verspricht. Deshalb sind wir in der Formel 1. Das ist der Grund dafür, dass die besseren Teams vorn liegen, denn sie verfügen über ausgereiftere Technologien und Fabriken, um schneller reagieren zu können."

"Im Hinterfeld erwarten wir wahrscheinlich größere Sprünge im Vergleich zur Konkurrenz als das an der Spitze zwischen Red Bull und McLaren der Fall ist. Was uns betrifft, so liegen wir meiner Meinung nach richtig, wenn wir erwarten, dass uns ein vergleichsweise kleiner Sprung weiter nach vorn bringt. Der nächste Schritt wird dann natürlich umso schwieriger. Auf Ferrari, McLaren und Red Bull aufzuholen, ist eine ganz andere Geschichte."

Sutil: "Jeder versucht sich ständig zu verbessern. Das ist bei jedem Rennen so. Für einige zahlt sich ein Update eher aus, für andere weniger. Manchmal glaubst du anhand der Ergebnisse aus dem Windkanal, dass du ein gutes Update im Gepäck hast, das dann aber auf der Strecke nicht funktioniert. Es liegt in der Natur der Sache, dass man sich ständig verbessern will. Deshalb sind wir alle hier. Wie Heikki schon gesagt hat: Wir sind nicht hier, um schlechter zu werden. Stattdessen wollen wir uns von Rennen zu Rennen verbessern. Das gilt für einen Fahrer genauso wie für ein Team."

Petrow: "Man braucht sich nur unseren Auspuff anzuschauen. Meiner Meinung nach entwickeln wir uns da in die richtige Richtung. An diesem Wochenende haben wir wieder etwas Neues dabei. Wir werden sehen, inwieweit es funktioniert."

Massa: "Das ist ganz einfach die Formel 1. Je besser die Technologie und je besser die Arbeit der Ingenieure, desto mehr kannst du aufholen. Wir haben am Beispiel von McLaren gesehen, was sie zwischen dem letzten Test und dem ersten Rennen haben aufholen können. Sie haben einen Riesenschritt gemacht. Es ist definitiv möglich."

Hamilton: "Ich habe dem nichts hinzuzufügen."

Frage: "Felipe, kannst du in etwa abschätzen, wie viel ihr in Bezug auf die Rundenzeit gegenüber dem 'alten' Ferrari aus China habt aufholen können?"

Massa: "Das ist immer schwer zu sagen. Auch wenn wir bei uns eine Vorstellung davon haben, wie gut unsere neuen Teile sein werden, so wissen wird natürlich nicht, was die anderen Teams bringen werden. Es ist daher im Vorfeld schwer zu sagen, erst recht, wenn du noch nicht mit allen neuen Teilen am Auto gefahren bist. Ich hoffe einfach, dass uns ein größerer Sprung gelungen ist als den anderen. Das hofft natürlich jeder in der Formel 1. Wir müssen abwarten."

Frage: "Wenn ihr durch das Fahrerlager spaziert, bemerkt ihr da die Abwesenheit von Robert Kubica und wenn ja, vermisst ihr ihn als Freund und Persönlichkeit in der Formel 1?"

Glock: "Ganz eindeutig. Ich kenne Robert nun seit Jahren. Wir haben ein komplettes Jahr gemeinsam bei BMW verbracht. Vor ein paar Tagen haben wir noch Nachrichten ausgetauscht. Er ist ein ganz besonderer Kerl, der von allen vermisst wird. Zudem ist er ein sehr guter Rennfahrer. Es ist eine Schande, dass er nicht hier ist. Ich kann nur hoffen, dass er sich so schnell wie möglich erholt und ins Fahrerlager zurückkehrt."

Sutil: "Ich kenne Robert ebenfalls schon sehr lange. Er ist ein toller Kerl. Es ist immer ein Schock, wenn man hört, dass so etwas passieren kann. Es zeigt uns allen, dass der Motorsport nach wie vor gefährlich ist. Gleichzeitig hat er meiner Meinung nach sehr viel Glück gehabt, dass er den Unfall überlebt hat. Wir wünschen ihm alles erdenklich Gute. Er muss ganz einfach zurückkommen. Er hat seinen Platz in der Formel 1 zweifellos verdient, das hat er mehrfach unter Beweis gestellt. Er ist ein sehr guter Rennfahrer."

Petrow: "Als ich gemeinsam mit Robert zu Renault gekommen bin, habe ich ihn noch nicht so gut gekannt. Mit ihm zusammen war das Team wie eine Familie. Er hat ständig versucht, das Team zu pushen und alles zu erklären. Er hat eine sehr positive Ausstrahlung. Die Jungs im Team haben an ihn geglaubt und er war immer sehr lustig und gleichzeitig sehr, sehr schnell."

"Ich denke, er war im vergangenen Jahr einer der besten Fahrer im Feld. Wir alle vermissen ihn. Er hat gerade das Krankenhaus verlassen und jetzt einen langen Weg der Regenerierungsphase vor sich. Wir alle unterstützen ihn und warten auf seine Rückkehr. Ich hoffe, dass wir ihn noch in diesem Jahr wieder im Fahrerlager antreffen werden, um zumindest Hallo sagen zu können."

Massa: "Ich kenne Robert, seit er in der Formel Renault gefahren ist. Ich wechselte gerade von der Formel Renault in die Formel 3000 und er begann in der Formel Renault. Ich kenne ihn also schon eine ganze Weile. Er ist ein großartiger Fahrer und zudem ein sehr freundlicher Junge. Natürlich vermissen wir es, gegen ihn auf der Strecke zu kämpfen. Er war von Beginn an ein sehr starker Fahrer. Was ihn jedoch ausmacht, ist die Art, wie er arbeitet und woran er glaubt. Ich hoffe sehr, dass er zurückkommt, um das zu tun, was er am liebsten macht: Rennen fahren."

Hamilton: "Ich kann das, was bereits gesagt wurde, nur bestätigen. Ich kenne Robert seit ich 13 Jahre alt bin. Wir sind gegeneinander gefahren, als ich erstmals nach Italien gekommen bin. Wir hatten einen ähnlichen Aufstieg. So gesehen kenne ich ihn vielleicht etwas länger als manch anderer. Als wir dann gemeinsam in der Formel 1 angetreten sind, haben wir uns etwas aus den Augen verloren, weil hier einfach nicht mehr die Zeit für andere Dinge bleibt."

"Es steht außer Frage, dass er ein großes Talent in diesem Sport ist. Er hat seinen Platz definitiv verdient. Ich hoffe für ihn, dass er eine schnelle Genesung haben wird. Die besten Leute hat er jedenfalls hinter sich, die ihn dabei unterstützen. So wie ich ihn und seinen Kampfgeist kenne, wird er alles daran setzen, so schnell wie möglich zurückzukehren. Ich freue mich genauso wie jeder andere darauf, ihn wieder im Fahrerlager willkommen zu heißen."

Frage: "Mark Webber ist der Meinung, dass das Überholen inzwischen zu einfach geworden ist. Seiner Meinung nach war in der Vergangenheit für ein Überholmanöver mehr Risiko von Nöten. Seht ihr das genauso?"

Hamilton: "Sein Auto ist einfach zu schnell!"

Massa: "Aus seiner Sicht ist es sicherlich einfacher als für andere... Es hängt immer von der Situation ab. Wenn du mit frischen Reifen aus der Box kommst und auf andere Fahrzeuge aufläufst, die mit alten Reifen unterwegs sind, dann fällt es natürlich leicht. Das liegt ganz einfach am Verschleiß der Reifen. Unter ähnlichen Voraussetzungen ist es nicht ganz so einfach. Da kommt einem dann der verstellbare Heckflügel zugute."

"Ich glaube allerdings nicht, dass es nur der Flügel ist, der das Überholen ermöglicht beziehungsweise einfacher macht. Es ist das Gesamtpaket aus Reifen und Strategie, das zusammenpassen muss. Wie oft habe ich gehört: 'Die guten alten Zeiten mit Senna, Piquet, Mansell... das hat Spaß gemacht, den Jungs beim Rennen zuzusehen... Leute wie Villeneuve, Arnoux wussten, wie man überholt'. Das stimmt, aber es waren damals auch ganz andere Autos."

"Nach dem Rennen in China habe ich gehört: 'Jetzt ist die Formel 1 wieder dort, wo sie vorher gewesen ist'. Es ist wichtig, dass die Leute da draußen wieder Spaß an unserem Sport haben. Solange die Fans und auch die Fahrer glücklich sind, sehe ich keinen Grund, etwas zu ändern."

Hamilton: "Ich glaube, Marks Auto ist einfach zu schnell. Für ihn ist es ganz eindeutig zu leicht, andere Fahrer zu überholen. Wie Felipe schon gesagt hat, so habe auch ich nicht den Eindruck, dass das Überholen zu einfach geworden ist. Ich hatte im letzten Rennen ein paar tolle Duelle und kann sagen, dass es nach wie vor genauso schwer ist. Natürlich kommt dir der verstellbare Heckflügel zu Hilfe. Er erleichtert das Überholen in gewisser Weise, macht es aber meiner Meinung nach nicht zu einfach."

Glock: "Ich bin in diesem Jahr schon ein paar Mal von hinten los gefahren, habe den Sprung aufs Podium bisher aber noch nicht geschafft. Ich muss mich wohl einmal mit Mark unterhalten, was er anders gemacht hat. Im Ernst: Es war sehr interessant zu sehen, wie gut sein Auto war. Zudem hatte er eine gute Strategie, die es ihm erlaubte, einige tolle Überholmanöver hinzulegen. Für ihn ist in China alles zusammengekommen. Ich für meinen Teil muss noch herausfinden, wie ich das auch schaffen kann."

Kovalainen: "Ich glaube, auf den Strecken, auf denen wir bisher in diesem Jahr unterwegs waren, hatte Mark noch nie sonderlich viel Probleme, andere Fahrzeuge zu überholen. Meiner Meinung nach wird Barcelona der erste richtige Test werden, um ein wirkliches Urteil abgeben zu können. Auf den langen Geraden in Sepang und Schanghai haben wir auch in der Vergangenheit Überholmanöver gesehen. Der verstellbare Heckflügel hat diese nur unterstützt. Lasst uns nach Barcelona noch einmal darüber sprechen, ob wir mehr Überholmanöver gesehen haben als in der Vergangenheit. Jemand hat mir gesagt, dass wir im Verlauf der ersten drei Rennen 148 Überholmanöver hatten, das ist nicht so schlecht."

Sutil: "An einigen Stellen ist es mittlerweile einfacher geworden, wohingegen sich an anderen Stellen nicht viel verändert hat. Australien war meiner Meinung nach ein gutes Beispiel. Ich hätte erwartet, dass das Überholen dort leichter vonstatten geht, aber du konntest in der letzten Kurve einfach nicht nahe genug am Vordermann dran bleiben, was zur Folge hatte, dass nichts passiert ist."

"In China war es ähnlich. Die Gerade war zwar etwas länger, aber gleichzeitig lag die Überholzone weiter am Ende der Geraden. Ich lag im Mittelfeld, konnte jedoch im Verlauf des ersten Stints kaum Fahrzeuge überholen, obwohl ich den Flügel nahezu in jeder Runde aktivieren konnte. Es hat einfach nicht gereicht. Der Flügel hilft, aber es ist ganz sicher nicht zu einfach. Meiner Meinung nach ist alles in Ordnung."

Petrow: " Was den Flügel betrifft, bewegen wir uns sicher in die richtige Richtung. Die Rennen sind nun deutlich spannender anzusehen. Die Überholzone, die im Moment 700 Meter beträgt wird sich wohl von Rennen zu Rennen etwas verkürzen. Manchmal fällt es schwer, es hängt von der Situation ab. Ich glaube, die FIA wird die Linie in Zukunft etwas verschieben, sodass die Überholzone kürzer wird. Meiner Meinung nach ist es interessanter, wenn du gemeinsam in die Kurve gehst und auf der Bremse noch gegeneinander kämpfst. Im letzten Rennen hatten wir angeblich über 70 Überholmanöver. Das ist doch toll oder?"

Fotoquelle: xpb.cc

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