Sebastian Vettel war im ersten Training zum Zuschauern verdammt

Formel 1 2011

— 06.05.2011

Verregneter Auftakt wegen Vettel-Crash unterbrochen

Bei schwierigen Bedingungen in Istanbul war nicht die Bestzeit von Fernando Alonso das Highlight, sondern ein Unfall von Sebastian Vettel

Hinsichtlich der Zeitenjagd war das erste Freie Training zum Grand Prix der Trkei in Istanbul nicht sonderlich aufregend, doch die Session verlief aufgrund extrem schwieriger Bedingungen sehr turbulent. Denn bei stetem Regen und gerade mal zehn Grad flog ein Fahrer nach dem anderen ab - und am schlimmsten erwischte es ausgerechnet Weltmeister Sebastian Vettel!

"Sorry! Ich habe den Randstein erwischt, da war Aquaplaning am Ausgang. Dann konnte ich nichts mehr tun", entschuldigte sich Vettel nach seinem Crash in der berchtigten Kurve acht via Boxenfunk bei seiner Crew. Der 23-Jhrige wurde etwas zu weit nach auen getragen, verlor Grip, rutschte quer ber die Strae und rammte innen die Leitplanken - erst mit der Radaufhngung rechts vorne, dann auch mit der kompletten linken Seite.

Dreher ber Dreher, die meisten in Kurve elf

Schon drei Minuten zuvor hatte er sich in Kurve elf einen Ausritt geleistet - und war damit in bester (deutscher) Gesellschaft, denn an gleicher Stelle drehten sich auch Michael Schumacher (Mercedes) und Timo Glock (Marussia-Virgin). Vettel hatte nur das Pech, dass er einen Einschlag nicht mehr verhindern konnte, was seinem Team fr die Mittagspause eine Menge Arbeit beschert. Zudem musste die Session fr rund zehn Minuten unterbrochen werden.

Weniger dramatisch, aber um einiges peinlicher war der Abflug von Williams-Rookie Pastor Maldonado in Kurve elf, als die Session eigentlich schon vorbei war: Der Venezolaner konnte sein Auto nach einem Ausritt zunchst abfangen, doch als er zurck auf die Strecke fahren wollte, brach sein Williams noch einmal aus. "Darf nicht passieren", stellt 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer klar, zumal das Auto dabei auch noch beschdigt wurde.

Wie man einen Formel-1-Renner trotz schwierigster Bedingungen abfangen kann, demonstrierte Schumacher in Kurve acht, als ihm das gleiche Missgeschick unterlief wie Vettel. Der siebenfache Weltmeister reagierte einerseits perfekt, hatte andererseits aber auch Full-Wets von Pirelli drauf. Vettel (und auch sein Teamkollege Mark Webber) waren am Freitagmorgen hingegen nur mit den weniger geeigneten Intermediates unterwegs.

Mit Full-Wets erzielte Fernando Alonso in 1:38.670 Minuten Bestzeit. Mit einem neuen Auspuffsystem fiel der Ferrari allerdings vor allem durch seinen ungewhnlichen Motorensound auf. Auch sonst hatten Alonso und Felipe Massa (7./+2,027) einige Neuerungen in petto, aber: "Es ist schwierig, bei diesen Bedingungen die aerodynamischen Updates zu evaluieren", twitterte die PR-Abteilung der Scuderia whrend der eineinhalbstndigen Session.

Rote Ampel verhindert zweiten Hamilton-Run

Mit rund eineinhalb Sekunden Rckstand folgten die Mercedes- und Renault-Piloten auf den Pltzen zwei bis fnf, doch das Klassement hatte eigentlich keinerlei Aussagekraft. Auffllig Toro-Rosso-Freitagstestfahrer Daniel Ricciardo, der als Achter sogar schneller war als sein Teamkollege Sebastien Buemi, und das McLaren-Team, das am wenigsten trainierte. Lewis Hamilton wollte am Ende zwar nochmal rausfahren, stand aber vor einer roten Ampel - zu spt getimt.

Zum Zuschauen verdammt war Adrian Sutil, der erst heute Nachmittag einsteigen darf. "Diese Session fehlt natrlich ein bisschen", bedauert der Force-India-Pilot, "denn es wre wichtig gewesen, direkt in der Frh im Auto zu sitzen. Aber ich werde heute Nachmittag noch genug Reifenstze haben und kann mich dann aufs Setup konzentrieren." An seiner Stelle testete Freitagsfahrer Nico Hlkenberg (10./+2,677).

Der durfte brigens nur einen Reifensatz aus dem Sutil-Sortiment verwenden: "Ich htte so oder so auch mit diesem Satz fahren mssen. Er kriegt nur einen Satz - damit muss er durchkommen. Anders geht's halt nicht", erklrt Sutil. "Die Reifen sind natrlich das Entscheidende, da genau das Setup hinzukriegen und den Reifen zu verstehen", wei er und sagt: "Ich bin mit den Regenreifen nur einmal gefahren, in Barcelona. Da ist es wichtig, jeden Kilometer zu kriegen."

Schon nach nur wenigen Kilometern rollte Narain Karthikeyan zu Beginn aus: "Hast du den Motor ausgemacht oder ist er ausgegangen?", fragte ihn sein Renningenieur. "Das war ich selbst", gab der Inder zu. Spter besttigte HRT: "Die Daten haben nicht gestimmt. Wir sind vorsichtshalber stehen geblieben." Karthikeyan griff aber spter noch einmal in die Session ein und schaffte immerhin acht wertvolle Regen-Trainingsrunden.

Fotoquelle: xpb.cc

Weitere Formel 1 Themen

News

Top 10: Die dominantesten Autos der Formel-1-Geschichte

News

Formel-1-Live-Ticker: Der Sonntag in der Chronologie

News

Fotostrecke: Die grten Hassduelle der Formel-1-Geschichte

News

Formel 1 Ungarn 2017: Teamorder-Diskussionen bei Vettel-Sieg

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen gnstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung