Felipe Massa im Regen von Istanbul: Die Pirelli-Regenreifen bewährten sich gut

Formel 1 2011

— 06.05.2011

Erstmals nasse Bedingungen: Pirelli zieht positives Fazit

Die neuen Regenreifen von Pirelli schlugen sich bei ihrem ersten Einsatz auf nasser Strecke überaus gut - Paul Hembery ist zufrieden mit den Ergebnissen

Das 1. Freie Training von Istanbul brachte viele wichtige Erkenntnisse für die Fahrer und ihre Teams mit sich, denn erstmals 2011 bestritt die Formel 1 eine Session auf komplett nasser Strecke. Auch für Pirelli war diese Einheit von großer Wichtigkeit, schließlich konnten die Rennställe die Regenreifen der italienischen Firma erstmals einem Härtetest unter echten Wettbewerbs-Verhältnissen unterziehen.

Paul Hembery, Motorsport-Direktor bei Pirelli, ist aber sehr zufrieden damit, wie sich seine Pneus am Bosporus verkauften. Der Brite zieht ein "sehr gutes" Fazit und spricht im Anschluss an das 1. Freie Training davon, dass "alle sehr vieles lernen" konnten. "Bisher war hier in Istanbul noch niemand im Nassen unterwegs. Aus diesem Grund musste man sich erst einmal an diese Situation gewöhnen."

Der Spaßfaktor im Nassen ist groß

"Die komplette Strecke war nass und speziell nach Kurve elf gab es große Pfützen. Dort sammelte sich das Regenwasser und es gab Aquaplaning. Weitere Probleme gab es aufgrund der Randsteine am Ausgang von Kurve acht. Sebastian (Vettel; Anm. d. Red.) hatte dort einen Abflug, aber auch in der GP2 war das ein heißes Pflaster", erklärt Hembery im Hinblick auf die diversen Zwischenfälle.

"Sobald man dort eben über den Curb hinweg und auf den Kunstrasen gerät, geht es ab in die Mauer. In der Formel 1 mögen die besten Fahrer der Welt unterwegs sein, doch wenn ein Auto einmal so außer Kontrolle gerät, dann fängt es niemand mehr ein", meint Hembery. "Unser Informationsstand ist jedenfalls: Die Rennwagen sind fahrbar und offensichtlich hatten die Piloten auch ihren Spaß."

"Normalerweise brechen die Autos ja nicht so sehr aus, doch bei ein paar Tropfen Regen werden alle schier zu Rallyepiloten", witzelt der Pirelli-Verantwortliche und merkt an: "So weit, so gut. Wir denken allerdings darüber nach, was passieren würde, wenn wir drei Tage lang Regenwetter hätten." Der Grund dafür liegt auf der Hand: Im Augenblick ist das Kontingent an Regenreifen stark begrenzt.

Werden die Regenreifen knapp?

"Wir können uns aber nicht einfach zurücklehnen und sagen: Wir haben fünf Satz Regenreifen, so sind die Regeln. Ich denke, dahinter muss man ein Fragezeichen setzen, sollte man drei Tage lang in allen Sessions Regenreifen benötigen. So etwas habe ich zwar bisher noch nie erlebt, doch es könnte einmal passieren. Als Sport sollten wir darüber nachdenken, über eine Notfall-Lösung zu verfügen."

In ähnlichen Situationen seien die Teams in der Vergangenheit wohl einfach nicht auf die Strecke gegangen, doch dies sei kein akzeptables Szenario, findet Hembery. "Wir überlegen uns das einmal und gehen dann wieder auf die Teams zu, denn als Sport müssen wir einen Weg finden. Wir sitzen ja alle im selben Boot." Und irgendwann könnten die Regenreifen durchaus einmal sehr knapp werden.

Unabhängig davon habe das 1. Freie Training gezeigt, wie Intermediates und Regenreifen im Regen anzuwenden seien. "Ich denke, die Teams haben nun eine gute Vorstellung davon, wann sie mit Regenreifen losfahren müssen", sagt Hembery. Speziell zu Beginn der Session hätte sich gezeigt, dass Intermediates nicht die richtige Wahl gewesen seien. "Da waren die Regenpneus besser."

Pirelli entwickelt keine neuen Regenpneus

Letztere sind übrigens im Augenblick kein Gegenstand der Entwicklung im Hause Pirelli, denn noch konnte man nicht genug Daten zu diesen Reifen sammeln. "Wir müssen erst einmal sehen, wie sich diese Gummis in einer ordentlichen Session verhalten", meint Hembery im Hinblick auf eine nasse Qualifikation oder ein Regenrennen. "Im 1. Freien Training ging es nur um den ersten Eindruck."

"Die Autos waren nicht perfekt auf diesen Kurs im Nassen abgestimmt. Die Fahrer beklagten sich darüber hinaus über Übersteuern. Sollte es ein Regenrennen geben, würden die Rennställe sicherlich größere Veränderungen an ihren Autos vornehmen." In diesem Fall könne man damit rechnen, dass die Intermediates von Pirelli rund 20 Runden im Renntrimm überstehen würden, erklärt Hembery.

Ob diese Aussage in der Türkei auf die Probe gestellt werden kann, ist "schwer zu sagen, denn die Vorhersagen verändern sich ständig", gibt Hembery zu Protokoll. "Es scheint auf gemischte Bedingungen hinauszulaufen. Es wird wohl nicht gerade warm, wie in den vergangenen Tagen. Das Weltwetter ist halt durcheinander. In Großbritannien haben wir derzeit nämlich eine Hitzewelle..."

Fotoquelle: xpb.cc

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