Sebastian Vettel hatte heute genug Zeit, sich das Training anzuschauen

Formel 1 2011

— 06.05.2011

Vettel: "Es gibt keinen Grund zur Panik"

Nach seinem Trainingsunfall musste Sebastian Vettel am Nachmittag in Istanbul zuschauen, dennoch macht er sich für das Wochenende keine großen Sorgen

Sebastian Vettel wusste nach seinem Abflug in Kurve acht am Vormittag genau, dass er selbst schuld war: "Sorry", entschuldigte er sich via Boxenfunk bei seiner Crew. Nach nur vier Runden hatte der Weltmeister am Nachmittag dann Gelegenheit, sich die zweite Session mit Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko anzuschauen. Trotz des Mercedes-Quartetts an der Spitze ist Vettel für den Rest des Türkei-Wochenendes unverändert optimistisch.

Frage: "Sebastian, das war extreme Kurzarbeit am Freitag! Wie schwierig wird es nun, in dieses Wochenende hineinzufinden?"
Sebastian Vettel: "Naja, die Strecke kennen wir ja. Es ist mit Sicherheit nicht optimal, aber ändern können wir es jetzt auch nicht mehr."

Kollision von 2010 längst vergessen

Frage: "Ausgerechnet Istanbul, wo es im Vorjahr die Kollision mit Mark Webber gegeben hat. Inwieweit hat sich euer Verhältnis seither entspannt? Man hat den Eindruck, dass es zwischen euch stimmt..."
Vettel: "Das ist jetzt lange her. Was heute passiert ist, hat nichts mit letztem Jahr zu tun. Wir haben unter die Sache einen Schlussstrich gezogen. Heute war einfach ein bisschen unglücklich, denn mit dem Schaden war es nicht möglich, das Auto in der kurzen Zeit wieder herzurichten."

Frage: "Dennoch: Wie würdest du das Verhältnis zu seinem Teamkollegen beschreiben?"
Vettel: "Kein Problem! Wir hatten letztes Jahr die eine oder andere Sache zwischen uns, aber ich denke, das haben wir aus der Welt geschafft. Jetzt ist es ein ganz normales Verhältnis wie zu jedem anderen Fahrer auch."

Frage: "Besteht also keine Gefahr mehr, dass es erneut zu einer Kollision kommt?"
Vettel: "Wir fahren Rennen, wir sind nicht nur zum Spaß hier. Es macht zwar Spaß, aber man kann auch aneinandergeraten. Geplant haben wir das nicht."

Frage: "Wie schlimm ist, dass du heute KERS gar nicht testen konntest und ihr wahrscheinlich nicht so richtig wisst, wie es funktioniert?"
Vettel: "Mark konnte am Nachmittag doch ein bisschen fahren, hat einige Runden absolviert. KERS hat bis jetzt gut funktioniert. Ich denke, dass das dann auch bei mir der Fall sein wird."

Frage: "Was geht einem durch den Kopf, wenn man wegrutscht und die Leitplanke immer näher kommt?"
Vettel: "Im ersten Moment hofft man, dass einem nichts passiert, dass der Einschlag nicht zu heftig ist. Es war extrem glatt - ein kleiner Fehler und dann war das Thema schon gegessen. Nachdem ich das Auto auf dem Grasstreifen verloren hatte, war nichts mehr zu machen, um den Einschlag zu verhindern, aber das gehört dazu. Wir sind da, um das Limit auszuloten. Das spürt man dann auch mal ziemlich hart, aber das gehört wie gesagt zum Rennfahren dazu."

Fatimas Auge am Helm hat nicht geholfen

Frage: "Was hat denn dein Glücksbringer, Fatimas Auge, in dem Moment gemacht?"
Vettel: "Ich stehe hier und mir geht es gut. Das ist nach jedem Unfall - egal, wie heftig er ist - das Wichtigste."

Frage: "Wie groß ist denn das Handicap, ohne das Training ins Qualifying gehen zu müssen?"
Vettel: "Ich hatte schon einige Freitage, an denen ich nicht zum Fahren gekommen bin, aber samstags hat es dann ganz gut geklappt. Ich glaube, es gibt keinen Grund zur Panik. Das Auto funktioniert ganz gut hier. Es wird ziemlich eng, soweit man die Zeiten ein bisschen einschätzen kann - dafür hatte ich heute ja mehr Zeit als sonst. Alles in allem schaut es ganz gut aus, denke ich."

Frage: "Wie stark beschädigt ist denn das Auto?"
Vettel: "Leider haben wir das Auto nicht mehr rechtzeitig fertigbekommen, weil der Schaden zu groß war. Tut mir leid für die Jungs."

Frage: "Welche Sorgen machst du dir hinsichtlich der Reifen in den ultraschnellen Kurven, falls es im Rennen regnen sollte?"
Vettel: "Wenn es regnet, müssen wir Intermediates oder Regenreifen aufziehen. Wenn es nass ist, sind die Belastungen normalerweise deutlich geringer, weil die Geschwindigkeiten niedriger sind. Im Regen gibt es keinen Grund zur Sorge. Im Trockenen haben wir gesehen, dass nach ein paar Runden alle im gleichen Boot sitzen, speziell mit den weichen Reifen. Wir werden sehen, wie viele Runden wir am Sonntag im Rennen schaffen, wenn es trocken bleibt, und wie viele Stopps das bedeutet."

Frage: "Sehr freundlich übrigens, dass du bei deinen Jungs in der Box geblieben bist und das Training dort geschaut hast. Du hättest dich auch im Motorhome verkrümeln können..."
Vettel: "Ich habe mich entschuldigt, denn es war nicht meine Absicht, das Auto zu beschädigen. Aber das ist Racing, sowas kann schon mal passieren. Das Wichtigste ist, dass wir noch da sind. Natürlich haben die Mechaniker jetzt eine Menge Arbeit, aber es ist nur fair, ihnen zu zeigen, dass ich ihnen beistehe, denn wenn ich mal ein Problem habe, halten sie auch zu mir."

Fotoquelle: xpb.cc

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