Martin Whitmarsh lässt seine beiden Fahrer frei gegeneinander racen

Formel 1 2011

— 08.05.2011

Whitmarsh: "Schlecht für das Team, gut für den Sport"

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh spricht über das elektrisierende Duell seiner beiden Fahrer und analysiert den Grand Prix der Türkei

Genau wie im Qualifying belegten Lewis Hamilton und Jenson Button auch im heutigen Rennen in der Türkei die Positionen vier und sechs. Das ist nach der starken Trainingsleistung am Freitag eine kleine Enttäuschung. Viel Zeit gekostet hat das teaminterne Duell der beiden McLaren-Stallgefährten, bei dem Teamchef Martin Whitmarsh am Kommandostand mehr als einmal die Luft anhalten musste. Der Brite ist froh, dass Hamilton und Button eine solche Show abgeliefert haben, übt aber gleichzeitig sanfte Kritik an den beiden Ex-Weltmeistern.

Frage: "Martin, es ist sehr beeindruckend, wozu Red Bull und Sebastian Vettel momentan in der Lage sind, nicht wahr?"
Martin Whitmarsh: "Er fährt sehr, sehr gut, hat großes Selbstvertrauen. Das passiert, wenn du in Topform bist und das Team großartige Arbeit leistet. Ich kenne das auch, wenn einem alles so leicht von der Hand geht. Nun ist es unsere Aufgabe, das zu ändern!"

WM-Platz zwei verteidigt

"Wir hatten ein frustrierendes Wochenende, denn wir haben es nicht geschafft, die Performance-Upgrades hierher zu bringen, die wir eigentlich bringen wollten, und dadurch standen wir im Qualifying nicht so weit vorne, wie wir eigentlich sollten. Am Start haben wir einige Plätze verloren. Danach war Lewis' Pace gut. Immerhin ist er in der Fahrer-WM noch Zweiter hinter Sebastian, aber wir haben viel Arbeit vor uns. Dafür haben wir jetzt zwei Wochen Zeit. Mal sehen, ob es klappt."

Frage: "Jenson und Lewis haben zu Beginn sehr hart gefightet. Ist das gut für ein Team oder ist es gefährlich?"
Whitmarsh: "Es ist schlecht für das Team, aber gut für den Sport! Sie haben dadurch ihre Reifen beschädigt, ihr Material riskiert und Pace verloren, denn wenn du so attackierst beziehungsweise verteidigst, fährst du nicht so schnell, wie es eigentlich möglich wäre. Aber so führen wir unser Team. Jedenfalls kann keiner behaupten, dass es bei uns eine Stallorder gibt! Diese Jungs wollen gegeneinander racen."

"Heute waren sie auf unterschiedlichen Strategien. Im Nachhinein war Jensons Dreistoppstrategie selbst für einen schonenden Fahrer wie ihn der härtere Weg. Die meisten Autos haben vier Stopps absolviert, was vielleicht auch für uns besser gewesen wäre. Die Strategie hat ihm nicht geholfen, groß geschadet hat sie ihm aber andererseits wohl auch nicht. Er war der schnellste Dreistopper, aber es war vielleicht nicht ganz ideal."

Neue Teile für Barcelona

"Der fehlende Satz weicher Reifen hatte auf den Ausgang des Rennens jedenfalls keine großen Auswirkungen. Es war ein frustrierendes Wochenende, aber ich bin sicher, dass wir bald stärker werden. Wir erwarten für Spanien ein ordentliches Upgrade und wir haben zwei großartige Rennfahrer. Wir werden weiterkämpfen."

Frage: "Bei Lewis' Boxenstopp gab es ein Problem mit dem rechten Vorderreifen. Wie kann das so einem professionellen Team passieren?"
Whitmarsh: "Das war enttäuschend. Wir sind als das Team mit den schnellsten Boxenstopps in dieses Rennen gegangen, worauf wir sehr stolz waren. Ich bin mir sicher, dass wir diese Strategie angekratzt haben. Fairerweise muss ich aber sagen, dass der Chefmechaniker gut reagiert hat, denn in der Hitze des Gefechts ist es nicht leicht, das Auto nach so einer Panik genau richtig freizugeben, obwohl sich gerade ein anderes Auto nähert."

"Aber diese Dinge passieren, wenn man versucht, möglichst schnell zu sein. Ich glaube, dass die Radmutter im Schlagschrauber feststeckte - und von da an wird es schwierig. Das ist enttäuschend, aber das ist Motorsport. Wir müssen sicherstellen, dass wir daraus etwas lernen, dass wir besser werden, das Auto verbessern und beim nächsten Mal weiter vorne sind. Das wäre dann in Spanien."

Fotoquelle: xpb.cc

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