Die Fahrer der Formel 1 werden wohl ab 2013 wieder zusätzliche Probetage haben

Formel 1 2011

— 09.05.2011

Todt: Spätestens 2013 kehren die Testfahrten zurück

FIA-Präsident Jean Todt möchte den Formel-1-Teams wieder einige Testtage während der Saison erlauben - Christian Horner ist nicht überzeugt davon

Seit 2009 ist es den Piloten und Teams der Formel 1 nicht mehr gestattet, während der Saison einige größere Testfahrten zu veranstalten. Lediglich kurze Shakedowns, TV-Aufnahmen und Geradentests sind erlaubt, wovon nicht alle im Fahrerlager begeistert sind. FIA-Präsident Jean Todt ist ebenfalls der Ansicht, dass die Formel 1 mehr Probefahrten durchführen sollte und macht sich genau dafür stark.

Wie der Franzose am Rande seines Rennbesuchs in Istanbul erläutert, könnten die Teams schon ab der kommenden Saison wieder in den Genuss von Testfahrten kommen - in begrenztem Rahmen. "Ich halte es für eine dumme Entscheidung, während der Saison keine Tests zu erlauben. In der Vergangenheit war es aber auch verrückt, das Testen nicht zu limitieren", gibt Todt zu Protokoll.

"Es ist auf jeden Fall nicht der richtige Weg, von keiner Limitierung zu einem kompletten Verbot zu gehen. Junge Fahrer haben so keine Chance und nicht die Möglichkeit, etwas Erfahrung in der Formel 1 zu sammeln. Ich möchte sicherstellen, dass sich diese Situation in Zukunft verändert", kündigt der FIA-Präsident an, stellt aber umgehend klar: "Wir werden nicht zu freiem Testen zurückkehren."

2013 wird wohl wieder fleißig getestet

"Wir streben ein paar freie Testtage während der Saison an - und das so bald wie möglich. Ich hätte das gerne schon 2011 umgesetzt, doch das gelang nicht. Wenn wir genug Unterstützung finden, wird es 2012 soweit sein. Das ist ein Thema, das wir der Formel-1-Kommission bei ihrem nächsten Treffen in Valencia vorlegen möchten", sagt Todt. Auf Schützenhilfe sei er dabei allerdings nicht angewiesen.

Ohne die Zustimmung der Formel-1-Kommission "können wir es 2013 einführen", meint der Präsident des Automobil-Weltverbands. "Dann wird es spätestens soweit sein. Hoffentlich akzeptieren die Leute aber schon ab der kommenden Saison einige Probefahrten." Red-Bull-Teamchef Christian Horner sieht jedoch keine Notwendigkeit, die bestehenden Test-Regularien dahingehend zu verändern.

"Ich halte die Balance, die wir im Augenblick haben, für richtig", meint der Brite. "Vielleicht könnte man darüber nachdenken, an den Renn-Freitagen noch etwas mehr Streckenzeit und mehr Reifen zur Verfügung zu stellen. Das würde die Teams dazu ermutigen, mehr junge Fahrer an den Start zu bringen." Von Testfahrten während der Saison würde der frühere Rennfahrer hingegen absehen.

Horner fürchtet ansteigende Kosten

"Das Problem mit solchen Tests ist, dass, sobald diese wieder eingeführt sind, auch die Testteams wieder da sein werden. Die Kosten würden in die Höhe schnellen", vermutet Horner. "Eine der besten Kostenreduzierungen war nun einmal die Einschränkung der Testfahrten. Ich halte den Kompromiss, den wir haben, für klasse. Es gibt Wintertests und zum Ende des Jahres einige Young-Driver-Days."

"Das bringt viele Vorteile mit sich - nicht nur für die kleinen Teams, sondern auch für die kleineren Rennställe", erläutert Horner. Und Todt muss eingestehen, dass die Rennställe mittlerweile auch über andere Mittel und Wege verfügen, um ihre Entwicklungen zu überprüfen. Dies habe er bei seinen diversen Besuchen bei den Teams festgestellt - die fortschrittlichen Simulatoren lassen grüßen.

McLaren verfüge beispielsweise über eine "tolle Anlage", meint Todt. Auch bei Ferrari gebe es eine Reihe an Neuerungen. "Diese Systeme kannte ich noch nicht. Zu meiner Zeit waren diese Dinge nämlich noch nicht implementiert", erklärt der Franzose und merkt an: "Es gibt also viele Hilfsmittel, um die Arbeit, die man früher auf der Strecke verrichtete, jetzt von der Fabrik aus zu erledigen."

Fotoquelle: xpb.cc

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