Denkt Michael Schumacher bereits an einen Rücktritt?

Formel 1 2011

— 10.05.2011

Jordan und Herbert: Tritt Schumacher zurück?

Die ehemaligen Wegbegleiter Eddie Jordan und Johnny Herbert sind der Meinung, dass Michael Schumacher über einen Rücktritt nachdenken muss

Der Grand Prix der Türkei war eines der bittersten Rennen in der Karriere Michael Schumachers. Während Teamkollege Nico Rosberg mit dem verbesserten Mercedes auch diesmal in Vorderfeld unterwegs war, wurde der Rekord-Weltmeister von zahlreichen Konkurrenten überholt und gedemütigt. Einmal mehr verfehlte er als Zwölfter die Punkteränge - im Qualifying-Duell liegt er mit 0:4 zurück.

Während er bisher meist gute Miene zum bösen Spiel machte und argumentierte, er würde sich dies nicht antun, wenn es ihm keine Freude bereiten würde, gab er nach dem Rennen in Istanbul ehrlich zu: "Die große Freude ist nicht mehr da." Das ist auch seinen ehemaligen Weggefährten aufgefallen. Schumachers erster Formel-1-Teamchef Eddie Jordan findet es gegenüber der 'BBC' "ein bisschen traurig", wie sich der 42-Jährige vorführen lässt und glaubt, dass er sich über einen Rücktritt Gedanken machen muss.

"Große Entscheidung" in den nächsten Monaten?

"Er ist sehr menschlich und er ist sehr aufrichtig, es bringt ihm keinen Spaß mehr, und die Ergebnisse zeigen, warum", meint der irische Ex-Teamchef, dem das Supertalent 1991 nach nur einem Rennen bei Jordan aus den Fingern geglitten war und zu Benetton abwanderte. "Michael steht vor einigen großen Entscheidungen in den nächsten Monaten."

In die gleiche Kerbe schlägt auch Schumachers ehemaliger Benetton-Teamkollege Johnny Herbert in seiner Kolumne in 'The Nation': "Er ist nicht zurückgekehrt, um sich bei Positionskämpfen im Mittelfeld aufzureiben. Sein Traum war es, wieder zu gewinnen und Mercedes zu einem Siegerteam zu machen. Das hat nicht geklappt, und es würde mich sehr wundern, wenn er nach dieser Saison weitermachen würde."

Warum Schumacher nicht auf Touren kommt

Doch warum gelingt es dem ehemaligen Dominator auch in seiner zweiten Mercedes-Saison nicht, zu alter Klasse zurückzukehren? Herbert glaubt nicht, dass es am Alter liegt: "Es ist ganz einfach so, dass er nicht mehr der beste Fahrer im Feld ist. Die Formel 1 hat einen neuen Standard erreicht, und er hat diesen Standard nicht mehr. Aber das muss er anerkennen: Fahrer wie Vettel, Hamilton, Alonso und Rosberg haben die Messlatte ein gutes Stück höher gelegt."

Auch der Senna-Effekt ist bei Schumacher längst abgeklungen, meint der Brite. Der gelbe Helm des Brasilianers im Rückspiegel hatte oft dafür gesorgt, dass die Konkurrenten in Zweikämpfen besonderen Respekt hatten oder beim Überrunden zur Seite glitten - Schumachers roter Helm hatte später einen ähnlichen Effekt zur Folge. "Aber das ist schon lange nicht mehr der Fall", meint der 46-Jährige. "Das sieht man an den vielen Kollisionen und Positionskämpfen, in die er in diesem und im letzten Jahr verwickelt war."

Fotoquelle: xpb.cc

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