Das schwarze Gold der Formel 1: Pirelli sorgt dieses Jahr für viel Spannung

Formel 1 2011

— 11.05.2011

Gascoyne lobt Pirelli: Neue Ära des Rennsports?

Wieso die neuen Pirelli-Reifen für Mike Gascoyne der Hauptgrund für die spannenden Rennen sind und was er am neuen Reglement kritisiert

Die Meinungen über das Reglement gehen nach dem Saisonstart auseinander: Vielen Überholmanövern und aufregenden Rennen stehen viele Boxenstopps und nur schwer zu durchblickende Rennverläufe gegenüber. Unterm Strich überwiegt aber die Freude über die spektakulären ersten vier Grands Prix des Jahres 2011.

Auch Lotus-Technikchef Mike Gascoyne outet sich gegenüber dem 'Telegraph' als Fan des neuen Reglements und kann mit den negativen Stimmen leben: "Meiner Meinung nach war es ein großartiger Start und die TV-Zuseherzahlen und die generelle Euphorie im Fahrerlager belegen jetzt schon, dass die Saison ein Klassiker wird. Es gibt Beschwerden über zu viele Überholmanöver, was man gerne hört. Man kann es nicht allen recht machen."

Der Brite glaubt, dass die Formel 1 nach einigen schwierigen Jahren mit mäßig erfolgreichen Reglementänderungen möglicherweise den Durchbruch geschafft hat: "Wenn wir in Valencia, wo es bisher beinahe keine Überholmanöver gegeben hatte, ein gutes Rennen sehen werden, dann ist das der Beweis, dass die neuen Regeln für eine neue Ära des Rennsports gesorgt haben, was wir alle wollten."

Reifen der Hauptgrund für die Spannung

Das Lob dafür gebührt aber laut Gascoyne weder der FIA, noch den Rennställen: "In den vergangenen 20 Jahren hatten wir 20 Reglementänderungen und abgesehen vom DRS hatten sie alle überhaupt keine Auswirkungen auf die Rennen. Jetzt wechseln wir den Reifenhersteller und plötzlich gibt es fantastische Rennen. Man muss Pirelli für ihren Mut gratulieren, diesen Weg einzuschlagen."

Auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone freut sich über die neu gewonnene Spannung und sieht sich nicht ganz unbeteiligt daran: "Ich bin so glücklich über Pirelli und möchte mich bei ihnen bedanken. Sie haben eine tolle Leistung gebracht." Der Brite selbst hatte sich für die Italiener als Nachfolger von Bridgestone ausgesprochen und hatte um Reifen gebeten, "die nicht länger als ein Renndrittel halten."

Tatsächlich sind die Reifen dieser Tage das bestimmende Thema in der Formel 1, doch nicht immer wird positiv über sie gesprochen. Die Pirelli-Pneus verschleißen schnell, zudem sammeln sich Gummimurmeln neben der Ideallinie, die für die Fahrer äußerst unangenehm sind. Durch die Kritik der Piloten muss Pirelli eine negative Berichterstattung akzeptieren.

Gascoyne findet KERS unnötig

Gascoyne lobt die Herangehensweise der Italiener: "Es wird Grands Prix geben, bei denen der Führende das Rennen wegen der Reifen verliert. Das Letzte, was ein Reifenhersteller in der Formel 1 will, ist dass ein Fahrer aus dem Auto aussteigt und sagt, die Reifen hätten nicht funktioniert und er habe deshalb das Rennen verloren. Reifen zu produzieren, die die Show verbessern, ist eine draufgängerische Herangehensweise, zu der man Pirelli gratulieren muss."

Der Lotus-Technikchef findet, dass Pirelli damit genau den richtigen Mittelweg gefunden hat - die Rennen sind turbulent und dennoch gibt es keine zufälligen Ergebnisse: "Was auch immer passiert: Am Ende gewinnt immer noch das beste Auto und so soll es sein. Vettel hat drei Rennen gewonnen und war einmal Zweiter. Wenn man es aber einmal nicht hinkriegt, was bei Red Bull in China der Fall war, wo McLaren das Rennen nicht aus eigener Kraft gewonnen hatte, dann sind immer noch gute Resultate möglich - und das sind gute Nachrichten für die Saison und für den Sport im Allgemeinen."

Doch nicht alle Aspekte des neuen Reglements findet Gascoyne positiv. Das Energierückgewinnungs-System KERS steht in der Kritik: "Wenn es einen Zweikampf gibt und beide Fahrer gleichzeitig KERS einsetzen, dann macht es überhaupt keinen Unterschied. Das ist ein typischer Fall einer fehlgeschlagenen Reglementänderung."

Fotoquelle: Pirelli

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