Wunschtraum oder realistisches Ziel? Force India will Mercedes überholen

Formel 1 2011

— 12.05.2011

Force India will mit Updates Mercedes schlagen

Nach dem enttäuschenden Grand Prix der Türkei möchte Force India mit einer wahren Updateflut angreifen: Sogar Mercedes steht auf dem Speiseplan

Force India tritt seit dem durchaus beachtlichen Saisonstart etwas auf der Stelle. Der Testwinter war miserabel verlaufen, doch bei den ersten zwei Rennen holten Adrian Sutil und Paul di Resta immerhin je zwei Punkte, ehe die Serie riss. Der Tiefpunkt war in der Türkei erreicht, als der Schotte ausschied und sein deutscher Teamkollege nach Startplatz zwölf als enttäuschender 13. das Ziel erreichte.

"Wenn du als Zwölfter startest und dann 13. wirst, dann hast du dir natürlich mehr ausgerechnet, denn man schaut ja nach vorne", gibt Sutil offen zu. "Jetzt müssen wir uns konzentrieren. Das nächste Rennen mit dem Update sollte besser laufen. Wir brauchen jetzt etwas, denn es geht derzeit nicht schneller."

Die Hoffnungen, die man bei den Indern in das Update setzt, sind enorm. Nach den vergangenen Turbulenzen in der Technikabteilung - zunächst verließ Technikchef James Key im Vorjahr das Team, dann ging auch Nachfolger Mark Smith - ist nun etwas Ruhe eingekehrt. Die neue Aerodynamik gilt als erste richtige Nagelprobe für Technikchef Andy Green.

Trägt die neue Philosophie Früchte?

Teammanager Andy Stevenson erklärt: "Seit Beginn dieses Jahres verfolgen wir unsere ganz eigene Design-Philosophie. Die Teile sind daher nicht sofort auf das Auto gekommen, das sollte sich aber bei den kommenden Rennen ändern. Da wird es viele Änderungen geben, die unsere Leistung deutlich verbessern sollten und uns in der Rangliste hoffentlich nach vorne bringen. Wir wollen regelmäßig solide in Q3 kommen."

Ähnlichen optimistisch gibt sich auch Sutil: "Unser Update in Barcelona sollte funktionieren." Ein gewisses Restrisiko bleibt aber immer, wenn man neue Teile erstmals einsetzt: "Bei den Teilen, die wir jetzt auf das Auto bringen, handelt es sich um sehr technische Komponenten. Manchmal sagt dir der Windkanal, dass es gut funktioniert, aber auf der Strecke läuft es dann nicht so gut, oder sogar besser. Dennoch rechnen wir mit einem sehr großen Schritt vorwärts. Das sollte uns in die Top-10 bringen und dann sollten wir sehr konkurrenzfähig sein und viele Punkte sammeln."

Doch darf man schon in Spanien mit diesem entscheidenden Schritt rechnen? Stevenson glaubt fest daran, dass die Updates so richtig einschlagen. Selbst die Spitzenteams sieht er in Griffweite. Auf die Frage, wen Force India hinter sich lassen möchte, antwortet der Brite wie aus der Pistole geschossen: "Alle!" Dann relativiert er: "Einige Teams sind natürlich weit vor uns, aber wir wollen vor Sauber, Williams und Toro Rosso sein."

Mercedes als Ziel

Dann legt er nach: "Wir wollen es in Q3 schaffen und dafür müssen wir sie jedes Mal besiegen und auch ein paar andere Teams hinter uns lassen. Mercedes ist sehr stark und sie verbessern sich, aber sie sind noch immer nicht Millionen von Meilen vor uns. Das ist unser Ziel: Mercedes zu überholen." Um dieses Ziel zu erreichen, will Stevenson nichts unversucht lassen. Sogar die Boxen-Mannschaft wird nun einem intensiven Training unterzogen: "Jetzt müssen wir auch die Boxenmannschaft drillen. Wir wollen bei den Boxenstopps Zeit finden, in der Türkei waren wir schon recht gut und wir müssen so weitermachen."

Bloß an den Piloten hat er nichts auszusetzen, stellt er klar: "Mit ihnen sind wir extrem glücklich." Der Teammanager lobt Sutils Moral, sich nach einigen überraschenden Ohrfeigen durch Rookie di Resta in Istanbul zurückzukämpfen: "Paul hatte Adrian im Qualifying im Griff, doch Adrian hat in der Türkei zurückgeschlagen. Sie liegen so knapp beisammen und das ist wirklich gut für uns. Vor allem, wenn wir versuchen, am Freitag neue Dinge zu bewerten. Das gilt auch für Nico. Das ist eine der stärksten Fahrerpaarungen, die wir jemals hatten."

Fotoquelle: xpb.cc

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