Teamchef Stefano Domenicali und Präsident Luca di Montezemolo

Formel 1 2011

— 13.05.2011

Ferrari, die "Piratenserie" und Artikel 4.5

Luca di Montezemolo nimmt das verbotene Wort "Piratenserie" in den Mund, flirtet aber auch mit Exor und der News Corporation

'Motorsport-Total.com'-Leser wissen: Laut Artikel 4.5 von Kapitel neun des aktuellen Concorde-Agreements ist es allen unterzeichnenden Parteien bis 1. Januar 2012 untersagt, abseits der Formel-1-Weltmeisterschaft eine alternative Rennserie zu planen, sich einer solchen zu verschreiben oder auch nur darüber zu sprechen. Doch das scheint nicht bis Maranello durchgedrungen zu sein.

Denn während sich diverse Fahrerlager-Schwergewichte aus eben diesem Grund in ihren Antworten winden und biegen, wenn sie auf die Möglichkeit einer sogenannten "Piratenserie" angesprochen werden, hat Luca di Montezemolo offenbar keine Hemmungen, dieses heikle Thema anzupacken. Damit vertritt der Ferrari-Präsident eine ähnliche Position wie vor der Unterzeichnung des aktuellen Concorde-Agreements, als er eine der treibenden Kräfte hinter einer möglichen Abspaltung war.

Einigung mit CVC nicht ausgeschlossen

Doch Montezemolo relativiert: "Ferrari vertritt die gleiche Position wie die anderen Teams", sagt er im Interview mit 'CNN'. "Ich glaube, wir müssen pragmatisch sein. Ende 2012 laufen die Verträge eines jeden einzelnen Teams mit dem Investmentfonds CVC aus. Nun haben wir drei Möglichkeiten. Erstens können wir mit CVC verlängern." Doch Montezemolo wäre nicht Montezemolo, wenn er dieser Variante nicht gleich eine Drohung hinterherschießen würde.

"Rein theoretisch könnten wir unsere eigene Firma gründen, wie es die Basketball-Teams in Amerika vor vielen Jahren gemacht haben. Das wäre eine Firma wie die NBA, um die Rennen, die TV-Rechte und so weiter zu organisieren", spricht er ganz konkret von einer "Piratenserie" und verstößt damit eigentlich gegen die Inhalte des Concorde-Agreements. Ob das tatsächlich Konsequenzen haben wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Montezemolo begrüßt Exor-Interesse

Außerdem schließt Montezemolo eine Vereinbarung mit der ihm nahestehenden Exor-Gruppe und der News Corporation von Rupert Murdoch nicht aus, wenn er sagt: "Drittens könnten wir einen neuen Partner finden. Ecclestone hat sehr gute Arbeit geleistet, aber er hat das Business schon dreimal verkauft. Er ist also nicht mehr derjenige, dem das Business gehört, daher ist es auch nicht der, der verkaufen wird, sondern CVC."

"Das sind sehr wichtige Entscheidungen der Teams. Wichtig ist, Alternativen zu haben. Wir werden sehen", betont der Italiener. Denn dass sich in der Formel 1 etwas ändern muss, steht für ihn außer Frage. Der verstellbare Heckflügel stört ihn zum Beispiel ebenso wie viele der neuen Strecken: "Die sind furchtbar", kritisiert Montezemolo. "Monaco kann ich akzeptieren, denn dort fahren wir seit 50 Jahren - aber eben nur einmal im Jahr."

Fotoquelle: Ferrari

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