Max Mosley könnte sich mit einem Veto am Murdoch-Verlagsimperium rächen

Formel 1 2011

— 16.05.2011

Was Mosley gegen die News Corporation hat

Max Mosley könnte sich mit einem FIA-Veto gegen einen Einstieg der News Corporation in die Formel 1 für seine Prostituierten-Story rächen

Gemeinsam mit der italienischen Investmentgruppe Exor hat Rupert Murdochs News Corporation kürzlich bekannt gegeben, dass sie die Formel 1 übernehmen möchte. Selbst wenn die derzeitigen Eigentümer der Formel-1-Holding Delta Topco (also CVC, Bernie Ecclestone und Co.) zustimmen sollten, könnte die FIA einen Verkauf mittels Veto immer noch blockieren.

"Das stimmt", bestätigt FIA-Präsident Jean Todt, stellt aber klar, dass er sich grundsätzlich nicht in eine mögliche Übernahme einmischen will: "Die FIA ist die Regulierungsbehörde des Sports und damit nicht in kommerzielle Angelegenheiten involviert. Die kommerziellen Rechte gehören CVC und der von CVC beauftragte Geschäftsführer ist Bernie Ecclestone. Soweit ich weiß, hat CVC nicht die Absicht zu verkaufen."

"Sollte sich CVC eines Tages, vielleicht auch erst in fünf oder erst zehn Jahren, dazu entscheiden, die Rechte zu verkaufen, dann muss ich als Präsident der FIA - sollte ich dann noch im Amt sein, ansonsten muss sich mein Nachfolger darum kümmern - mit meinen Leuten innerhalb der FIA reden, ob sie mit den neuen Leuten, die die Formel 1 übernehmen wollen, zufrieden sind oder nicht", erklärt der ehemalige Ferrari-Teamchef.

Wen er mit "meinen Leuten" meint, ist nicht hundertprozentig klar, womöglich gehört aber auch ein alter Bekannter dazu: Max Mosley. Der Brite ist immer noch Mitglied des FIA-Senats, der als eines der mächtigsten Gremien innerhalb des Automobil-Weltverbands gilt. Insgesamt umfasst der Senat zehn Mitglieder, darunter auch Jean Todt, Sauber-Sponsor Carlos Slim und natürlich der Mosley-Verbündete Nick Craw als Präsident.

Pikant: Mosley hat mit der News Corporation ein Hühnchen zu rupfen, denn das zum Murdoch-Konzern gehörige Boulevardblatt 'News of the World' brachte im März 2008 die Affäre um seine sexuellen Aktivitäten mit in Militäruniformen gekleideten Prostituierten ins Rollen. Mosley hat das Murdoch-Blatt 2008 auf Schadenersatz verklagt und bekam 60.000 Britische Pfund (umgerechnet knapp 70.000 Euro) zugesprochen.

In der Frage nach einem Eigentümerwechsel in der Formel 1 gehe es ihm darum, "die geeigneten Personen" zu finden. Daraus, dass Murdochs Leute das seiner Meinung nach nicht sind, macht Mosley kein Geheimnis: "Aus persönlicher Sicht glaube ich nicht, dass sie die Richtigen wären." Die News Corporation habe sich "eindeutig illegal" verhalten, verweist er auf die Affäre um sein Sexualleben und die Vermutung, dass damals sogar sein Telefon angezapft wurde.

Mosleys Nachfolger Todt ist indes verwundert darüber, dass Exor und die News Corporation an die Öffentlichkeit gegangen sind, bevor sie mit CVC gesprochen haben: "Der erste Schritt von jemandem, der die kommerziellen Rechte übernehmen möchte, sollte sein, herauszufinden, ob CVC und der Geschäftsführer überhaupt verkaufen wollen." Das scheint nämlich laut Aussage von Ecclestone nicht der Fall zu sein, auch wenn es sich dabei um Verhandlungstaktik handeln könnte.

Fotoquelle: xpb.cc

Weitere Formel 1 Themen

News

Rosberg-Rücktritt & Co.: Der Freitag in der Chronologie

News

Nico Rosberg: Die schönsten Jubelfotos

News

Formel-1-Live-Ticker: Droht Hamilton eine Suspendierung?

News

Formel-1-Live-Ticker: Der Sonntag in der Chronologie

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.