Auch McLaren setzt auf ein komplexes Auspuffsystem nach Red-Bull-Vorbild

Formel 1 2011

— 18.05.2011

McLaren: "Zwischengas"-Verbot hätte Folgen

Mit Einschränkungen bei der Motorsteuerung will die FIA den kompexen Auspuffsystemen an den Kragen gehen - Tim Goss bangt um McLarens Performance

Sie sind derzeit in der Formel 1 ein Muss, doch bald könnte es ihnen an den Kragen gehen: Die Rede ist von den komplexen Auspuffsystemen, die seit der vergangenen Saison in der Königsklasse des Motorsports zum Einsatz kommen. Die Teams versuchen, den Luftstrom beim Unterboden und vor allem beim Diffusor so zu beschleunigen, dass ein zusätzlicher Saugeffekt entsteht und dadurch mehr Abtrieb generiert werden kann.

Damit die Balance des Autos nicht gestört wird, wenn der Fahrer vom Gas geht, haben die Ingenieure die Motorsteuerung so bearbeitet, dass das Aggregat ein Zwischengas produziert und so der Luftstrom nicht abreißt. Diesen Trick wollte die FIA kurzfristig vor dem Spanien-Grand-Prix verbieten, doch die Teams setzten sich erfolgreich zur Wehr. Damit ist aber keineswegs gesagt, dass es nicht zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Verbot kommen wird.

"Ich glaube, dass alle wichtigen Teams auf den gleichen Trick mit der Motorsteuerung setzen", vermutet McLaren-Ingenieurschef Tim Goss. McLaren hatte bei den Wintertests sogar mit einem an einen Oktopus erinnernden Auspuffsystem experimentiert, um unterschiedliche Bereiche des Autos mit den Gasen anzuströmen - das System stellte sich aber als zu komplex heraus und man rüstete kurzfristig auf die von Red Bull entwickelte Lösung um.

Goss rechnet mit Leistungseinbußen

Goss ist sich sicher, dass ein Zwischengas-Verbot enorme Auswirkungen auf die Systeme hätte: "Sollten die letzten Richtlinien für die Anwendung des Motors zur Anströmung des Unterbodens zum Tragen kommen, dann würde das unsere Performance stark beeinträchtigen." Damit wäre man aber nicht alleine: "Ziemlich sicher würde es auch die Performance unserer Hauptkonkurrenten beeinträchtigen."

Damit bezieht sich Goss vor allem auf Red Bull und Renault, deren Auspufflösungen am besten ausgeklügelt sind. "Ich kann unmöglich sagen, ob es uns mehr treffen würde als unsere Konkurrenten", meint der Brite. "Ich weiß nur, wie wir davon profitieren - und dabei handelt es sich um einen ziemlich beträchtlichen Vorteil."

Goss deutet an, dass die Teams durch den Versuch der FIA, die Systeme einzuschränken, kalt erwischt wurden, schließlich hatte man in der Technischen Arbeitsgruppe bisher kaum darüber gesprochen: "Das gibt es jetzt schon eine Zeitlang, aber es hat kaum Diskussionen über ein Verbot gegeben, wenn überhaupt."

Verbot nur Frage der Zeit?

Er hat auch eine Theorie, warum die FIA dann doch zurückruderte und die Systeme zumindest in Spanien ohne Adaptionen erlaubt: "Derzeit sieht es so aus, als hätte die FIA entschieden, dass es sich um eine komplexe Angelegenheit handelt und man daher noch etwas Zeit braucht, um zu überlegen, wie man an die Sache herangehen soll." Er glaubt aus diesem Grund, dass der Grand Prix von Spanien "ganz normal" über die Bühne gehen wird.

Daher lässt sich auch McLaren nicht von seinem Kurs abbringen: Die Truppe aus Woking möchte in Spanien eine neue Heckpartie einsetzen, da man durch die kurzfristigen Änderungen seit Saisonbeginn bisher nur mit einer Notlösung unterwegs war: "Wir haben in diesem Bereich einige Rennen lang mit einem suboptimalen Einbau gelebt. Mit einigen Änderungen bei der Karosserie und beim Unterboden wollen wir diesen Bereich jetzt aufräumen."

Fotoquelle: McLaren

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