Bernie Ecclestone und Gerhard Berger bei der Eröffnung des Red-Bull-Rings

Formel 1 2011

— 18.05.2011

Berger: "Ecclestones Schuhe sind mir zu groß"

Gerhard Berger erklärt, woran sein Formel-1-Comeback scheitert, wieso er vor dem Monaco-Grand-Prix flüchtet und wie er mit der Motorsport-Sehnsucht umgeht

Auffällig lange ist Gerhard Berger nun schon stiller Beobachter der Formel 1. Der zehnfache Grand-Prix-Sieger ist inzwischen 51 Jahre alt und wird seit seinem Ausstieg bei Toro Rosso Ende 2008 regelmäßig mit hochkarätigen Posten in der Königsklasse in Verbindung gebracht: Als Nachfolger von FIA-Boss Max Mosley war der ehemalige BMW-Motorsport-Direktor und Toro-Rosso-Mitbesitzer schon im Gespräch, auch in der Nachfolge-Diskussion um den bereits 80-jährigen Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone taucht der Name Berger immer wieder auf.

Doch der Ex-Rennfahrer, der abgesehen von seinem fahrerischen Talent auch für seinen außergewöhnlichen Geschäftssinn bekannt war, winkt gegenüber dem 'Kurier' ab: "Ich habe eine gewisse Erfahrung mit Geschäften und auch eine Geschichte im Motorsport. Aber man sollte sich keine zu großen Schuhe anziehen. Und die Schuhe von Bernie Ecclestone wären zu groß. Das ist kein Thema."

Eine gewisse Anziehung übt der Posten des Formel-1-Bosses dann aber doch auf Berger aus. "Reizen würde mich das Geld vom Ecclestone", grinst er, um postwendend einen Rückzieher zu machen: "Aber Geld verdirbt nur den Charakter. Also vergessen wir auch das." Laut eigenen Angaben verdient der Ex-McLaren-Teamkollege von Ayrton Senna derzeit kein Geld, obwohl er "ein paar Geschäfte habe" und sich "strategisch" um seine Betriebe in Österreich kümmert.

Freizeit wichtiger als Formel 1

Viel wichtiger ist es ihm aber heute, Freizeit zu haben. "Speziell nach dem Ausstieg bei Toro Rosso habe ich mir viel davon gegönnt", meint er. Aus diesem Grund spielt auch der Motorsport derzeit keine entscheidende Rolle in seinem Leben. "Leider muss ich sagen: Ich drifte Schritt für Schritt weg", gibt Berger zu. "Wenn man nicht involviert ist, passiert das automatisch. Das ist schade, weil die Formel 1 war mein Leben."

Immer wieder wird der Tiroler durch Anrufe von Freunden mit der Formel 1 konfrontiert, aber tiefgreifendes Interesse kommt dabei nicht auf: "Ich bin nicht hungrig nach langen Diskussionen." Das liegt aber nicht daran, dass die Formel 1 seinen Reiz verloren hat: Schon vor 20 Jahren "hat es Leute gegeben, die früher alles besser gefunden haben. Ich kann nur sagen: Die Einschaltziffern bleiben seit Jahrzehnten ungefähr gleich."

Berger flüchtet vor Monaco-Grand-Prix

Dazu leistet auch der Wahl-Monegasse seinen Beitrag: Am Sonntag verfolgt auch Berger nach wie vor jedes Rennen im Fernsehen. "Live dabei war ich noch nicht, aber vielleicht bin ich am Sonntag beim Grand Prix in Barcelona", deutet er sein Comeback im Fahrerlager an. Eines ist aber schon jetzt fix: Wenn die Formel-1-Boliden unter seinem Büro aus dem legendären Tunnel von Monaco die Hafenschikane anbremsen, dann wird Berger seine Wahlheimat längst verlassen haben.

"Ich habe zwar meinen Wohnort seit 20 Jahren in Monaco", erzählt er. "Aber wenn der Grand Prix ist, werde ich flüchten. Weil entweder gehst du zum Rennen und bist voll drinnen, oder du haust ab. Ich hau ab." Hin und wieder gibt es dann aber doch Tage, an denen ihn das Rennfieber befällt. "Manchmal will ich wieder mittendrin sein", meint er. "In einer Managerrolle oder mit einem Team. Und dann gibt es Tage, an denen ich mich einfach nur danach sehne, auf einem Motorrad oder in einem Kart zu sitzen und wieder Spaß zu haben."

Eine Sehnsucht, die Berger ausleben könnte, "aber man tut's dann doch nicht. Es ist ein bisschen zu mühsam." In Zukunft könnte dies aber anders sein, denn sein Freund und Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz hat am vergangenen Wochenende - übrigens im Beisein von Berger - den Red-Bull-Ring eröffnet: "Auf dem neuen Red-Bull-Ring werde ich sicher öfters sein", verspricht der Sympathieträger. "Die Strecke dort spielt alle Stückeln."

Fotoquelle: pacepix.com

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