Im Reinen mit sich selbst: Ex-Weltmeister und McLaren-Star Jenson Button

Formel 1 2011

— 19.05.2011

Button: "Würde nichts in meiner Karriere ändern"

Seit 13 Monaten ist Jenson Button ohne Sieg: Wie er damit umgeht, welche Folgen ein früherer Wechsel zu McLaren gehabt hätte und wie ihn seine Freundin aufzieht

Jenson Buttons Ausgeglichenheit ist bemerkenswert. Obwohl der Weltmeister 2009 meist gegenüber Teamkollegen Lewis Hamilton den Kürzeren zieht und bereits seit 13 Monaten seinem zehnten Grand-Prix-Sieg nachläuft, lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen und ist dadurch jederzeit zu einer Überraschung fähig. Der Titel 2009 hatte den Briten mental deutlich gefestigt - dass er sich nach seinem Wechsel zu McLaren durchaus achtbar aus der Affäre zog, verdient Anerkennung und kam selbst für viele Insider überraschend.

"Ich hatte einige harte Zeiten in der Formel 1, aber auch einige großartige Zeiten", meint der 31-Jährige gegenüber dem 'London Evening Standard'. "Die Siege werden wieder kommen." Trotz seiner positiven Einstellung trauert er einem möglichen Sieg im Vorjahr nach: "Ich hätte in Monza gewinnen sollen." Damals führte er lange, wurde aber schließlich beim Boxenstopp von Fernando Alonso abgefangen und auf Platz zwei verdrängt.

Doch Button findet schnell wieder zu alter Ausgeglichenheit zurück - ist im Reinen mit sich selbst. "Ich glaube nicht, dass ich irgendetwas in meiner Karriere ändern würde", meint der Mann, der zunächst in der Formel 1 schlecht beraten schien und eine Zeitlang sogar bei BAR und bei Williams gleichzeitig einen Vertrag hatte. "Ich habe Fehler gemacht, aber ich schaue nicht zu weit zurück oder nach vorne."

Button und die Fehler

Doch dann fand Button bei McLaren eine neue Heimat - noch nie hatte er sich bei einem Rennstall so wohl gefühlt wie beim Traditionsteam aus Woking. "Wäre ich früher zu McLaren gegangen - wer weiß, was dann passiert wäre. Ich wäre vielleicht 2009 nicht Weltmeister geworden", findet er ein Beispiel, wie vermeintliche Fehler im Nachhinein positive Auswirkungen haben können.

Einen Fehler beging er auch dieses Jahr in China, als er im Duell mit Sebastian Vettel aus Versehen die Red-Bull-Box ansteuerte. Zur Erklärung: Im Vorjahr hatte sein Rennstall McLaren noch die erste Box innegehabt, nun ist es das Weltmeisterteam aus Milton Keynes. "Das war ein dummer Fehler", gibt er zu und gesteht, dass ihm seine Freundin Jessica Michibata am nächsten Tag Tipps beim Einparken gab.

Schumacher als Beweis für stärkstes Fahrerfeld

"Es ist sehr einfach, zuzuschauen, und dann zu sagen, dass es ein Fehler war", versucht sich Button in einer Erklärung und verweist auf die zahlreichen Knöpfe auf dem Lenkrad: "Die Leute müssen realisieren, dass man im Auto so viel tun muss, dass so etwas einfach passieren kann." Kühlen Kopf bewahrte er allerdings zuletzt in China und in der Türkei in den Zweikämpfen gegen seinen Teamkollegen Hamilton, obwohl er in beiden Fällen den Kürzeren zog.

"Da ging es um den gesunden Menschenverstand", meint Button rückblickend. "Er war in beiden Fällen in diesen Rennen viel schneller. Ich musste also herausfinden, was mein Ziel sein sollte. Und das Ziel war, eine Kollision zu vermeiden. Ich habe ihm nicht sehr viel Platz gelassen, aber es war genug."

Und dass er derzeit kein Seriensieger ist, bringt ihn auch nicht aus der Ruhe: "Die Formel 1 war doch noch nie so konkurrenzfähig. Natürlich bin ich den 1960ern, in den 70ern, in den 80ern oder in den 90ern nicht gefahren, doch meiner Meinung nach waren nie so talentierte Fahrer in der Formel 1." Der Brite untermauert seine Behauptung mit einem Beispiel: "Michael Schumacher fährt für eines der besten Teams im Starterfeld und erreichte in den vergangenen eineinhalb Jahren nie das Podest."

Fotoquelle: McLaren

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