Mercedes-Star Michael Schumacher glaubt weiterhin an den Erfolg

Formel 1 2011

— 19.05.2011

Schumacher: "Nach jedem Sturm kommt die Sonne"

Michael Schumacher im Interview: Wie er auf die heftige mediale Kritik reagiert und wieso er sich "mehr als sicher" ist, diese Saison noch auf dem Podest zu stehen

Nach seinem enttuschenden zwlften Platz in der Trkei und der Aussage, er habe "keine groe Freude" gehabt, wurde Michael Schumacher in den Medien scharf kritisiert. Aber auch Formel-1-Experten wie Johnny Herbert, Eddie Jordan oder David Coulthard legten dem einstigen Ausnahmefahrer den Rcktritt nahe. Im Interview reagiert der 42-jhrige Mercedes-Star auf die Kritik und spricht ber Medien, seine weiteren Ziele und das neue Reglement.

Frage: "Michael, was hast du gemeint, als du gesagt hattest, dass du keine groe Freude hast?"
Michael Schumacher: "Wenn du das gesamte Interview gesehen httest, dann htte es sehr klar sein mssen, dass ich damit das Rennen gemeint habe. Ein Auto zu haben, das zu Platz fnf oder sechs fhig war, und dann all die unntigen Teile in den ersten zwei Runden abzulegen - ich wre hchstwahrscheinlich Sechster geworden, das ist offensichtlich nicht der grte Spa."

Frage: "Wie ist die Stimmung vor diesem Wochenende?"
Schumacher: "Nicht anders als bei einem anderen Rennen. Wenn du glaubst, dass sich bei mir irgendetwas gendert hat? Nein. Das ist mit Sicherheit nicht der Fall. Sogar bei diesem Rennen habe ich einen Teil genossen - mit all den berholmanvern und der Action, die ich hatte - aber das Resultat habe ich sicher nicht genossen. Ich hatte keine Probleme mit irgendetwas, das jetzt auf mich zukommt."

Frage: "Fllt es dir jetzt schwerer, mit den Tiefs klarzukommen?"
Schumacher: "Auf eine gewisse Weise sollte ich es als Kompliment sehen, dass ihr so reagiert - obwohl ich nicht gelesen habe, was geschrieben wurde. In diesem Momenten tauche ich einfach ab und bleibe ruhig und verfolge meine eigene Strategie. Aber soweit mich die Leute, die mich beraten, informieren, sollte ich mich geehrt fhlen, dass ihr euch so sehr fr mich interessiert."

"Auf gewisse Art und Weise leben doch beide Seiten davon. Der Sport und die Emotionen gehen doch in gewissen Situationen auf und ab. Ich bin mir mehr als sicher, dass ich am Ende oben sein werde. Darber mache ich mir keine Sorgen."

Schumacher hat den Glauben nicht verloren

Frage: "Als du zurckgekommen bist, da hast du gesagt, dass Siege der Grund...
Schumacher: "Absolut. Das ist der einzige Grund, warum ich zurckkomme. Natrlich wollen wir lieber heute als morgen gewinnen, das ist sicher. Damals habe ich die Situation aber nicht so gut verstanden, wie ich es jetzt tue. Als ich unterschrieben hatte, waren unsere Ziele auf jeden Fall andere als jetzt. Jetzt wrde ich es eine normale Aufbau-Phase nennen, die jedes normale Team, das einmal erfolgreich wurde, durchmachen musste, um Erfolg zu haben. Wir knnen auch nicht zaubern."

Frage: "Jackie Stewart hat gemeint, dass er berrascht wre, wenn du nicht bald auf dem Podest stehen wrdest."
Schumacher: "Oh ja. Ich bin mehr als sicher, dass ich es dieses Jahr auf das Podest schaffe."

Frage: "Was wrde dir an diesem Wochenende groe Freude bereiten?"
Schumacher: "Wenn ich das Beste aus dem Potenzial mache. Ich kann aber erst nachher analysieren, ob mir das gelungen ist oder nicht."

Frage: "Ist es schlechter, wenn die Leute nicht ber dich sprechen?"
Schumacher: "Es tut nicht weh. Auf eine gewisse Art und Weise, ist es - wenn man positiv denkt und das tue ich, denn ich habe meine Ziele und meine Art, wie ich an sie herangehe - Teil des Lebens. Ich habe das schon so oft durchgemacht und nach jedem Sturm kommt wieder die Sonne heraus."

Verstndnis fr Alonsos Vertragsverlngerung

Frage: "Was hltst du von Fernando Alonsos neuem Ferrari-Vertrag?"
Schumacher: "Ich habe es erst jetzt gehrt und ich habe nicht davon gewusst. Ich glaube an Bestndigkeit, ich glaube daran, dass sie Teil des Erfolgs ist, daher bin ich nicht berrascht. Ich bin ziemlich sicher, dass er sich dort wo er ist sehr wohl fhlt und dass sie diesen Weg gehen werden, denn andernfalls htten sie es nicht getan."

Frage: "Wrdest du deinen Vertrag bis 2016 verlngern?"
Schumacher: "Bis 2016? Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, darber jetzt nachzudenken. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das tun wollen wrde oder nicht. Machen wir es doch fr Schritt fr Schritt."

Frage: "Musst du etwas ndern, um die kleinen Ausrutscher zu verhindern, die dir teuer zu stehen kommen?"
Schumacher: "Sicher muss ich etwas ndern, damit ich Fehler wie in Kurve 1 in der Trkei vermeide, die dich dann dazu fhren, dass man bei anderen Dingen ber das Limit geht. Wenn man im Fluss ist und alles passt, dann sprst du es. Ich bin mir dessen bewusst und ich wei, dass ich dazu fhig bin, aber ich wei, dass alles zum richtigen Zeitpunkt passieren muss und dass die Erfolgsrate nicht 100 Prozent betrgt."

Frage: "Setzt du dich unter Druck?"
Schumacher: "Nein, ich hatte einen... und habe mich sehr wohl gefhlt. Ich hatte in der Trkei eine guten Samstagmorgen, hatte einen guten Start ins Qualifying, der Aufbau passte und ich hatte Reserven, besonders in der ersten Kurve. Ich glaube nicht, dass es etwas mit Druck zu tun hat. Ich glaube, dass man es auf den Punkt bringen muss - und ich vergesse nicht, dass mein Teamkollege darin ziemlich gut ist."

"Es ist fr das Team und fr mich gut, ihn in gewissen Situationen als Referenz zu haben. Es hilft aber auch ihm, dass wir einander als Referenz haben, damit wir uns dorthin pushen knnen, wo wir jetzt sind."

Positives Zeugnis fr neues Reglement

Frage: "Fhlt sich der Aufbau dieses Teams wie der Beginn einer Karriere an?"
Schumacher: "Letzten Endes ist es das gleiche Prinzip, ja. Es geht um so viele kleine Details, die am Ende fr den Erfolg verantwortlich sind. Wir sind gerade dabei, diese Details in Sachen Teamstruktur und Organisation aufzubauen. Wir haben viel Potenzial, Motivation und alles, was es braucht - aber es braucht Zeit. Das ist einfach so."

Frage: "Was hast du bei den letzten Rennen ber die strategische Herangehensweise gelernt?"
Schumacher: "Es ist ziemlich interessant, wie sich die Herangehensweise an das Qualifying im Vergleich zum Vorjahr, als es eine viel grere Bedeutung hatte, verndert hat. Der Abbau der Reifen ist dieses Jahr um so viel hher, dass es sich im Rennen extrem auszahlt, wenn man die Reifen im Qualifying schont."

"Die gesamte Herangehensweise ist ganz anders, weshalb wir in Q3 keinen zweiten Versuch gemacht haben. Wir belieen es bei einem Versuch und wenn man bei diesem Versuch einen Fehler macht, dann ist das doppelt so schlimm, aber die Strategie ist viel wichtiger und macht viel mehr Spa. Wenn man das Qualifying dieser Tage nicht perfekt hinkriegt, dann kann man immer noch angreifen, berholen und ein Rennen fahren. Wre ich letztes Jahr Letzter gewesen, dann bin ich sicher, dass ich nicht einmal Zwlfter geworden wre. Es ist also viel aufregender."

Fotoquelle: xpb.cc

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