Michael Schumacher und das Gerede um seine Person: Wichtig ist auf dem Platz!

Formel 1 2011

— 20.05.2011

Formel-1-Piloten sicher: Schumacher kann es noch

Die anhaltende Kritik an seinen Leistungen lässt Michael Schumacher kalt - Fahrerkollegen haben immer noch höchsten Respekt vor dem Rekordchampion

Dass Michael Schumacher im teaminternen Duell gegen Nico Rosberg meist nicht allzu gut aussah, lässt sich anhand von Zahlen belegen. Im sportlichen Bereich ist der Mercedes-Superstar angreifbar. Aber abseits der Rennstrecke? Ex-Teamkollege Johnny Herbert unterstellte dem Kerpener Lustlosigkeit. Viele frühere Formel-1-Piloten raten dem Rekordchampion zum Rückzug.

"Ich kann mit der Kritik leben, setze mich selbst genug unter Druck. Ich muss das aber beiseite lassen und mich auf die Arbeit im Auto konzentrieren", sagt Schumacher im Gespräch mit 'Sky'. Der 42-Jährige war schon immer äußerst ehrgeizig, Niederlagen sind ihm zuwider. Daher ist sicher, dass Schumacher mit der aktuellen Situation selbst nicht zufrieden sein kann.

Die bissigen Kommentare der vergangenen Woche seien entstanden, weil Schumacher nach dem Türkei-Rennen sagte, dass er keinen Spaß gehabt habe. "Als der Kommentar hochkam, sind alle drauf gesprungen", meint Nick Heidfeld. Der Mönchengladbacher ist von den Fähigkeiten des Rekordweltmeisters überzeugt. Heidfeld meint, dass die Schwierigkeiten nichts mit der neuen "Computerkid-Generation" zu tun haben.

"Ich glaube auch nicht, dass die jüngeren Fahrer einfach so viel besser sind, dass der Michael da keine Chance mehr hat", sagt Heidfeld. Der Renault-Pilot fügt aber an: "Ich glaube, dass der Michael in seiner Hochzeit jetzt genauso vorne gefahren wäre, wie er es auch vor ein paar Jahren gemacht hat. Mit fortschreitendem Alter wird es sicher nicht einfacher." Schumacher sieht wegen des Alters gegen Rosberg alt aus?

Welche Rolle spielt das Alter?

"Das ist altersbedingt", meint Heidfeld, "das ist aber meine persönliche Meinung." Schumacher wäre ein Comeback im Alter von 30 Jahren leichter gefallen als es nun der Fall ist. "Natürlich ist es hart, drei Jahre lange weg zu sein, aber er ist ein kluger Kerl, ein Weltklasse-Fahrer. Keiner, der Probleme hat, den technischen Aspekt zu verstehen. Vor ein paar Jahren war die Situation viel komplizierter, viel mehr Elektronik war im Spiel als heute."

Heidfeld steht mit seiner Ansicht ganz und gar nicht allein da. "Es wird immer viel geredet", wischt Sebastian Vettel die Kritik an Schumacher locker vom Tisch. "Man wird immer nach dem letzten Rennen beurteilt. Vielleicht hat er nicht den rosigsten Grand Prix gehabt in der Türkei. Angenommen, der Michael gewinnt hier, dann würde diese Frage beim nächsten Rennen in Monaco nächste Woche nicht mehr gestellt werden."

Vettel ist überzeugt davon, dass Schumacher wieder "gute Rennen und gute Erebnisse" bieten wird. "Es ist für ihn natürlich derzeit kein Vergnügen, wenn jeder in gewisser Weise auf ihm herumhackt", sagt der amtierende Champion, "aber er hat schon genug mitgemacht - mehr als jeder andere im ganzen Fahrerlager. Er weiß auch damit umzugehen."

"Er sieht gesund und fit aus, daher denke ich nicht, dass sein Alter der Grund ist", erklärt Lewis Hamilton. "Es liegt wohl eher anderswo begründet, dass er im Moment nicht ganz vorn mitfahren kann. Ich bin jedoch kein Mitglied seines Teams, weshalb ich mir kein Urteil über seinen Einsatz erlauben kann. Fakt ist, dass die Situation interessant zu beobachten ist."

Wettbewerb so intensiv und hart wie nie zuvor?

Ebenso gespannt betrachtet Hamiltons McLaren-Teamkollege Jenson Button die Entwicklungen um Schumacher. "Ich weiß nicht, ob er nach wie vor so schnell ist wie zu seinen besten Zeiten. Das weiß er wohl selbst nicht so genau", sagt der Brite. "In seiner Position sieht er sich im Moment einem großen Druck ausgesetzt. Es braucht wohl noch etwas Zeit, bis er wieder in einer Lage ist, mit der er selbst zufrieden ist."

"Der Wettbewerb zwischen den einzelnen Teams, Herstellern und Fahrern ist in der Formel 1 heutzutage extrem. Solange ich dabei bin, hat es keine härtere Zeit gegeben, sich durchzusetzen", hat Button Verständnis. "Für jemanden, der ein paar Jahre nicht gefahren ist, ist es nie leicht, zurückzukommen. Heutzutage ist es jedoch noch schwieriger als ohnehin schon."

Der Rekordchampion erhält volle Rückendeckung von Teamchef Ross Brawn und Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Die beiden Verantwortlichen sind fest davon überzeugt, dass der 42-Jährige mit dem richtigen Auto siegen kann. Schumacher selbst nimmt die Diskussionen um seine Person gelassen hin: "Es ist schön, wenn man eine Familie hat, die immer hinter einem steht."

Fotoquelle: xpb.cc

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