Erstmal kühlen Kopf bewahren: Mark Webber im Swimmingpool seines Teams

Formel 1 2011

— 25.05.2011

Red Bull in Monaco ohne KERS?

Vorjahressieger Mark Webber zeigt großen Respekt vor Sebastian Vettels Leistungen und kann sich in Monaco einen Verzicht auf KERS vorstellen

Nach zahlreichen technischen Problemen in den ersten fünf Saisonrennen könnte Red Bull am kommenden Wochenende in Monte Carlo genau wie schon beim Auftakt-Grand-Prix in Melbourne auf einen Einsatz des Hybridsystems KERS verzichten. Denn KERS bringt auf dem Stadtkurs an der Cote d'Azur weniger als auf normalen Rennstrecken.

Anstatt das Zusatzgewicht in den vielen Kurven mitzuschleppen, ohne dass man dieses Handicap auf den kurzen Geraden mit den 82 Extra-PS groß kompensieren könnte, denkt man bei Red Bull sehr konkret darüber nach, auf das System zu verzichten. Die Entscheidung darüber wird wohl nach den beiden Donnerstagstrainings fallen: "Das ist keine dumme Frage. Wir werden uns morgen damit beschäftigen", bestätigt Mark Webber.

KERS bedeutet zusätzliches Gewicht

In den Überlegungen von Red Bull spielt nicht nur eine Rolle, dass Monte Carlo ohnehin schon der vielleicht undankbarste KERS-Kurs ist, sondern dass das System zuletzt immer wieder Probleme gemacht hat. Man könnte argumentieren: Wozu bei einem ohnehin schon sehr geringen KERS-Vorteil zusätzliches Gewicht mitschleppen, wenn man damit das Risiko eingeht, dass KERS gar nicht funktioniert und wegen des Gewichts am Ende nur Nachteile mit sich bringt?

Auf die Rundenzeiten wird man am Donnerstag aber noch weniger achten: "Wir wissen, dass sich die Strecke hier stark verändert. Das erste Training am Donnerstag muss kein Gradmesser für den Rest des Wochenendes sein", erklärt Webber und sagt: "Die Reifen werfen hier einige Fragen auf, aber natürlich auch das Safety-Car. Das kann dir hier helfen oder auch nicht. Ich hoffe, dass die Jungs auf dem Podium bekommen, was sie verdienen, und dass es ein normales Rennen wird."

Er selbst hat den Klassiker im Fürstentum im Vorjahr zum ersten Mal gewonnen - und zwar in beeindruckender Manier. Aus den Erinnerungen daran schöpft der 34-Jährige Mut: "Wir wissen, dass jeder Grand-Prix-Sieg etwas Besonderes ist, aber noch mehr dann, wenn du ihn dir selbst erarbeitest und nicht gewinnst, weil drei oder vier Autos vor dir ausscheiden. Gerade hier ist das speziell", gibt er zu Protokoll.

"In der Vergangenheit haben hier großartige Rennfahrer gewonnen. Aber Monaco ist nicht nur ein Rennen gegen die Gegner, sondern auch ein Rennen gegen die Strecke", spricht er die Herausforderung des engsten Formel-1-Kurses an. "Hier gewonnen zu haben, ist gewaltig. Hoffentlich werde ich diese Gelegenheit in Zukunft noch öfter haben, am liebsten gleich dieses Wochenende. Ich freue mich schon darauf, wieder hier zu fahren."

Großer Respekt vor Vettel

Bisher hat Webber in dieser Saison jedes Mal Punkte gesammelt, aber ein Sieg ist ihm noch verwehrt geblieben. Nach dem enttäuschenden Auftakt in Melbourne lief es in Sepang nicht ganz rund, doch spätestens mit der furiosen Aufholjagd in Schanghai begann seine Formkurve, ihre Richtung nach oben zu ändern. In Istanbul kam er hinter Vettel als Zweiter ins Ziel, zuletzt in Barcelona war er im Qualifying erstmals schneller als sein Teamkollege.

Trotzdem fehlen bereits 51 Punkte auf Weltmeister Vettel. Webber weiß, dass er unter Druck steht, seinen Vorjahressieg in Monte Carlo zu wiederholen, auch wenn er sagt: "In Schanghai und Malaysia war ich eigentlich nicht sonderlich langsam, aber es waren nicht die reibungslosesten Wochenenden. Die Türkei war ein gutes Wochenende - am Ende lag ich nur zehn Sekunden hinter Seb. Ich komme langsam hin."

Vor der Überform des Deutschen im eigenen Team scheint er aber phasenweise zu resignieren: "Seb legt die Latte im Moment sehr, sehr hoch. Für mich ist es sehr dankbar, wenn ich ihm nahe komme - und jetzt versuche ich langsam, besser als er zu sein. Daran arbeite ich im Moment", so Webber. "Bei allen gab es Schwankungen, nur bei Sebastian nicht. Meine Aufgabe ist es, weiterhin das Maximum aus mir selbst und dem Auto herauszuholen."

Dass Red Bull im Qualifying meist schneller ist als im Rennen, "ist schon seit zwei Jahren so", erklärt der Australier. "Vergangenes Jahr haben wir das in Budapest erlebt, in Barcelona, in Silverstone. Als ich in Silverstone gewonnen habe, war Lewis im Rennen drei Zehntel langsamer, verglichen mit sechs oder sieben im Quali. Wir wissen ziemlich genau warum und werden versuchen, daran zu arbeiten. Natürlich wollen wir die Stärke am Samstag bewahren, aber gleichzeitig die Sonntage verbessern."

Fotoquelle: xpb.cc

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