Lewis Hamilton kommt in Monte Carlo täglich mit dem Roller zur Strecke

Formel 1 2011

— 26.05.2011

Hamilton: Monaco-Sieg weniger wert als früher

Faszination Monaco: Lewis Hamilton spricht über Ayrton Senna, den schwierigen Stadtkurs und den Grund, weshalb ein Sieg inzwischen weniger wert ist

Zwischen 1984 und 1993 gewannen nur Alain Prost und Ayrton Senna, die zwei überragenden Fahrerfiguren ihrer Zeit, den Grand Prix von Monaco. Seither hat es in 17 Jahren elf verschiedene Sieger gegeben, zuletzt Jenson Button (2009/Brawn) und Mark Webber (2010/Red Bull) jeweils in überlegenen Autos.

Daher findet Lewis Hamilton, Monaco-König von 2008 und ein Spezialist für den Stadtkurs im Fürstentum, dass ein Sieg nicht mehr ganz so viel wert ist wie früher: "Früher war es vielleicht noch besonderer, aber jetzt ist es nicht mehr ganz so. In den vergangenen Jahren haben einige Fahrer unerwartet hier gewonnen", argumentiert der McLaren-Pilot, der nach seiner starken Vorstellung in Barcelona am kommenden Wochenende zu den Favoriten gehört.

Fahrer immer noch mehr wert

Denn auch wenn ein Monaco-Sieg seiner Meinung nach nicht mehr so viel wert ist wie früher, hat sich eines nicht geändert: "Auf dieser Strecke kann der Fahrer mehr bewirken als auf anderen", betont Hamilton. "In Barcelona ist Anpressdruck alles. Klar, der Fahrer muss diesen Anpressdruck nutzen, aber hier kommt es auf Anpressdruck und mechanischen Grip und die richtige Mischung an - und darauf, die nötigen Eier zu haben."

"Immer, wenn ich hierher komme, denke ich an die Siege von Ayrton Senna und an seinen Unfall am Tunnel. Ich denke an die Grand-Prix-Sieger hier und an die unglaubliche Geschwindigkeit durch diese Mauern. Ich möchte hier einfach der Beste sein", sagt der 26-Jährige entschlossen. "Wenn es eine bestimmte Menge Energie gibt, die auf die ganze Saison verteilt wird, dann geht dieses Wochenende viel dafür drauf, hier nicht in den Leitplanken zu landen."

Die Senna-Bemerkung relativiert er aber dann doch: "Da gibt es keine Verbindung zwischen ihm und mir. Früher waren seine Siege immer das Erste, woran ich gedacht habe, wenn ich hierher gekommen bin, aber jetzt bin es einfach ich", so Hamilton. "Es ist großartig, Teil der Tradition und Teil der Geschichte jenes Teams zu sein, für das auch er gefahren ist. Aber jetzt ist meine Zeit und ich möchte mir selbst einen Namen machen, wie es er damals gemacht hat."

Senna ist mit sechs Siegen Rekordsieger an der Cote d'Azur. Hamilton hat erst einmal gewonnen: "Ich erinnere mich noch an meinen Sieg hier, aber auch daran, dass meine Freundin einmal vor meinem Auto gestanden ist. Da konnte ich mich die ersten Runden nicht konzentrieren", grinst er und fügt an: "Normalerweise schaue ich mir die Rennen nicht im Fernsehen an, auch dieses nicht. Aber es fühlte sich im Auto toll an und ich habe viele Erinnerungen an die Bilder von damals. Das wird immer eine schöne Erinnerung bleiben. Solche Rennen möchte ich noch oft erleben!"

Nur eine Party am Sonntag

Am besten schon am kommenden Wochenende, denn bei 41 Punkten Rückstand auf Sebastian Vettel steht Hamilton unter einem gewissen Druck, eine Wende in der Weltmeisterschaft herbeizuführen. Montreal und Valencia sind Strecken, auf denen weniger Anpressdruck gefragt ist, und schon am Sonntag in Monte Carlo rechnet sich Hamilton eine Chance aus, Red Bull zu fordern. "Monaco hat so viel Geschichte. Es ist ein Fürstentum, einfach einmalig", schwärmt er.

Um das sportliche Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, wird Hamilton am Society-Wochenende des Jahres nur eine einzige Party absolvieren - und zwar erst nach dem Rennen "am Sonntagabend". Generell sei Monte Carlo für einen Rennfahrer bei weitem nicht so glamourös, wie das oftmals von den Medien behauptet wird: "Wenn du GP2-Fahrer bist, kriegst du vom Glamour nichts mit", erinnert sich Hamilton an 2006.

"Du bist in einem großen Parkhaus, musst ewig lang fahren, um überhaupt in die Startaufstellung zu kommen", schildert er. "Zumindest träumst du vom Glamour der Formel 1, dabei geht es um den gar nicht, sondern um das Rennfahren. Ich komme hier an, fahre, gehe nach Hause und schlafe. Dann komme ich zurück und bereite mich auf das Rennen vor. Alle anderen können das hier mehr genießen als wir. Aber dann dürfen wir fahren, was sonst niemand darf!"

"Ich werde meine Zeit nicht damit verschwenden, das zu erklären, denn du wirst in einer Million Jahren nicht verstehen, wie es ist, hier ein Formel-1-Auto zu fahren, wenn du nicht selbst eines fahren darfst", sagt er. "Selbst wenn du mit einem Roller um die Strecke fährst, kriegst du nicht einmal annähernd mit, wie das wäre. Sogar als ich das erste Mal hierher gekommen bin und versucht habe, mir das vorzustellen, war meine Vorstellung weit von dem entfernt, was ich im Cockpit erlebt habe."

Fotoquelle: xpb.cc

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