Jenson Button war verwirrt: Plötzlich gab es vor dem Finale neue Reifen

Formel 1 2011

— 30.05.2011

Viele Diskussionen: Neue Reifen nach Abbruch

Ein Detail im Formel-1-Regelwerk sorgte in Monaco für Diskussionen: Warum durften vor dem Neustart frische Reifen aufgezogen werden?

Die wilde Jagd der drei Führenden im Monaco-Grand-Prix wurde durch den heftigen Crash von Witali Petrow und Co. jäh unterbrochen. Sebastian Vettel musste sich zu jenem Zeitpuznkt mit alten Reifen gegen die schnellen Verfolger Fernando Alondo und Jenson Button wehren - Hochspannung im Finale des Rennens. Doch die roten Flaggen nahmen das Feuer heraus.

Viele Fans hatten sich vor dem Neustart bereits auf eine Fortsetzung dieses Dreikampfes um den Rennsieg gefreut, doch daraus wurde nichts. Der Grund: Bevor der Grand Prix für die letzten sechs Runden noch einmal freigegeben wurde, durften alle Piloten neue Reifen aufziehen lassen. Eine Tatsache, die im Reglement abgesichert ist, aber für Verwirrung sorgte.

"Es war etwas frustrierend, denn da war mir bewusst, meine Chancen waren dahin", erklärte Button nach dem Rennen. Der Brite, der den Grand Prix über weite Strecken angeführt hatte, war sich dieser Möglichkeit zunächst nicht bewusst. Erst als ihm sein Team sagte, dass ein Reifenwechsel erlaubt sei, wurden ihm die Konseqeunzen deutlich.

"Das überraschte mich. Ich wusste nicht, dass man nach einer roten Flagge neue Reifen ans Auto schrauben darf. Es veränderte das Rennen doch beträchtlich", sagte Button. "Man plant doch immer, mit der Taktik so schnell wie möglich ans Rennende zu gelangen. Bei einer roten Flagge darfst du dann aber plötzlich neue Reifen fassen? Das ist seltsam."

Auch viele Zuschauer empfanden diese Reifenwechsel vor dem Schlusssprint als merkwürdig. "Aus Sicherheitssicht kann ich es verstehen, aber ich sehe es eher aus der Perspektive der Fans", erklärt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery gegenüber 'Autosport'. Auch der Brite hätte es bevorzugt, die Piloten auf den zuvor verwendeten Reifen weiterfahren zu lassen.

Er selbst sei von vielen Fans gefragt worden, warum für die letzten sechs Umläufe noch einmal neue Reifen erlaubt waren. "Das hat dem Rennen viel Spannung geraubt. Es ging doch nur noch um sechs Runden", sagt Hembery. Nur zu gern hätte er verfolgt, ob "Sebastian es schafft, auf der allerletzten Rille ins Ziel zu kommen".

"Wir verstehen diese Regel nicht und sollten mal gemeinsam mit den Teams besprechen, ob solche Reifenwechsel wirklich erlaubt sein sollten", meint der Pirelli-Motorsportchef. "Es blieb bei der normalen Renndistanz, es wurde nicht verlängert. Es ist einfach schade, dass uns so ein tolles Finale geklaut wurde. Es wäre spannend geworden, weil alle Drei auf unterschiedlichen Strategien unterwegs waren."

Vettel hatte zu jenem Zeitpunkt nur einen einzigen Stopp absolviert und somit Reifen, die an der äußersten Grenze der Belastung waren. Fernando Alonsos Pneus waren nach zwei Stopps ebenfalls schon mitgenommen, während Jenson Button mit recht frischem Gummi angreifen konnte. "Meine Bemerkungen werden wohl kaum einen Unterschied ausmachen, aber ich würde die Hintergründe dazu doch gerne kennen", sagt der McLaren-Pilot.

Fotoquelle: xpb.cc

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