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Formel 1 2011

— 31.05.2011

Glock: Was möglich gewesen wäre...

Timo Glock über die aktuelle Dominanz von Sebastian Vettel, die verpasste Toyota-Chance und die Aussichten für das Rennen in Montreal

Nimmt man die HRT-Piloten mal aus der Wertung, so wird der aktuelle WM-Stand der Formel 1 von zwei Deutschen eingeklammert. Sebastian Vettel ist nach seinen furiosen Fahrten ganz vorn, Timo Glock aufgrund seiner stumpfen Marussia-Virgin-Waffe ganz hinten. Zwei Hessen mit völlig unterschiedlichen Karriereverläufen, die jedoch einen gemeinsamen Bezugspunkt haben.

Als Vettel 2007 sein Debübt mit dem damaligen BMW Sauber F1 Team in Indianapolis feiern durfte, da stand auch Glock noch beim Team unter Vertrag. Der Heppenheimer arbeitete sich anschließend über Toro Rosso bis zu Red Bull, wurde dort im vergangenen Jahr Weltmeister. Der 29-Jährige aus Wersau suchte sein Glück hingegen zunächst bei Toyota.

"Ich habe mit Toyota auch ein paar Mal auf dem Podium gestanden. Bei mir war das Problem, dass Toyota dann ausgestiegen ist", sagt Glock im Rückblick auf 'Servus TV'. In der Toyota-Phase sei ähnlicher Erfolg möglich gewesen wie ihn Vettel bei Red Bull hat. "Ich bin sicher, dass wir 2010 ein tolles Auto gehabt hätten", erklärt der Wahlschweizer.

"Der Weg des Teams war ähnlich wie der von Red Bull. Die hatten 2008 ein schlechtes Jahr, dann 2009 ein besseres und damit die Basis für 2010. Wir hatten 2008 ein einigermaßen gutes Auto, im Jahr darauf haben wir uns gesteigert. Das ist der normale Weg eines Teams in der Formel 1. Man braucht zwei oder drei Jahre und dann kommt der große Wurf." Dieser Wurf wurde zwar in Köln gebaut, aber nach dem Toyota-Abschied nie eingesetzt.

Ohne eine Spur von Neid betrachtet Glock die aktuellen Erfolge von Vettel. "Er hat auch das Glück des Tüchtigen", meint der Odenwälder mit Blick auf den Sieg des amtierenden Champions in Monaco. "Wenn man solche Erebnisse holt, dann kann man aber nicht immer von Glück reden. Er macht im Moment einfach alles richtig, hat seit Abu Dhabi einen Lauf. Da kann man nur gratulieren."

"Wenn er per Strategie gewonnen hat, dann ziehe ich davor den Hut. Man muss in Monaco erst einmal den Überblick behalten. Da hat auch das Team alles richtig gemacht", sagt Glock. Einschränkend fügt er an: "Er hat ein gutes Auto. Das darf man nicht vergessen. Wo alle anderen pushen müssen, kann er etwas zurücknehmen, dadurch Auto und Reifen schonen."

"Ich habe ihn schon mal gefragt, wie er es schafft, im Qualifying von Q2 auf Q3 mal eben fünf oder sechs Zehntel zuzulegen. Das können nur ganz wenige", sagt Glock. "Ich sage immer: 'Du veräppelst die Leute'. Red Bull deckt die Karten bis Q2 nicht auf, erst in Q3 tun sie das dann. Alle anderen können solche Runden nicht fahren. Das zeigt die Dominanz von Sebastian Vettel und vom Auto."

Ein solch starkes Auto würde sich auch Glock für seine Formel-1-Karriere wünschen. Doch nach seinem Wechsel zum neuen Team Marussia-Virgin geht es kaum voran. "So etwas kann einem in der Formel 1 passieren. Man darf nie aufgeben, muss weiter kämpfen", drückt Glock seine typische Herangehensweise aus.

"Es ist im Moment kein einfacher Weg für uns. Wir sind ein ganz neues Team. Red Bull hat auch länger gebraucht, bis sie den entsprechenden Erfolg hatten. Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und versuchen, aus dieser Situation gemeinsam herauszukommen", erklärt der frühere GP2-Champion. Die Aussichten für das kommende Rennen in Kanada sind gut.

"In Montreal habe ich bisher immer viel Glück und gute Rennen gehabt. Ich habe da mein erstes Formel-1-Rennen gefahren, habe zwei Punkte geholt. In der ChampCar-Serie habe ich in Montreal als Zweiter erstmals auf dem Podium gestanden. Mit Toyota habe ich dort die ersten Punkte geholt", sagt Glock. Mit einem Lachen ergänzt er: "Also hole ich jetzt auch mit Virgin meine ersten Punkte."

Fotoquelle: xpb.cc

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