Grünes Licht für den Grand Prix von Bahrain, aber die Teams sehen rot

Formel 1 2011

— 03.06.2011

Teams nehmen Bahrain-Entscheidung "zur Kenntnis"

Red Bull, McLaren und Mercedes nehmen die heutige Entscheidung der FIA zur Kenntnis, die Begeisterung scheint sich aber in Grenzen zu halten

Die heutige Entscheidung der FIA, den Grand Prix von Bahrain nicht endgültig abzusagen, sondern am 30. Oktober nachzuholen, wird in der Formel 1 noch für Diskussionen sorgen. Die Teams sind nämlich alles andere als begeistert über diesen Ausgang der Sitzung des Motorsport-Weltrats und werden sich nun überlegen, wie sie weiter vorgehen könnten.

WM-Leader Red Bull etwa nimmt die Entscheidung "zur Kenntnis", deutet aber auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' an, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sein könnte: "Wir werden die korrekten Kanäle wählen und diese Entscheidung in einem angemessenen Forum mit den anderen Formel-1-Teams und den FOTA-Mitgliedern diskutieren."

Ausführliche FOTA-Position folgt noch

Auch McLaren hat bereits eine offizielle Stellungnahme formuliert, die einen ähnlichen Ton anschlägt: "Alle FOTA-Teams, zu denen auch McLaren gehört, nehmen die heutige Entscheidung des FIA-Motorsport-Weltrats zur Kenntnis. Diese Entscheidung wird voraussichtlich FOTA-intern diskutiert. Eine ausführlichere gemeinsame Position könnte nach diesen Diskussionen definiert werden."

Mercedes-Sportchef Norbert Haug lässt ausrichten: "Die Teams werden das Thema jetzt gemeinsam in der FOTA besprechen und sich anschließend melden." Mercedes-Teamchef Ross Brawn hatte schon in Monte Carlo klargestellt, dass eine Verlängerung der Saison in den Dezember hinein, wie sie heute de facto beschlossen wurde, als "total inakzeptabel" empfinden würde.

Als im Februar der Bahrain-Termin am 13. März abgesagt wurde, erklärte das Williams-Team sogar, dass es das Rennen andernfalls ohnehin boykottiert hätte. "Wenn die Entscheidung aus irgendeinem denkbaren Grund anders ausgefallen wäre, dann glaube ich nicht, dass wir dort angetreten wären", hatte Vorstandschef Adam Parr damals mitgeteilt.

Human Rights Watch wird ignoriert

Allerdings hat sich die Lage in Bahrain seither entspannt, sodass es unfair wäre, Williams immer noch an den damaligen Worten zu messen. Außer Frage steht jedoch, dass in dem arabischen Land weiterhin Menschenrechtsverletzungen stattfinden, die den Teams und ihren Sponsoren Kopfzerbrechen bereiten. Zuletzt hatte sogar Human Rights Watch von einem Grand Prix abgeraten.

Die Möglichkeit, gegen den Bahrain-Grand-Prix zu protestieren, haben Formel-1-Fans unter avaaz.org/de/no_f1_in_brutal_bahrain. Mit der Petition, die schon von rund 350.000 Usern unterzeichnet wurde, soll Red Bull aufgefordert werden, das Rennen zu boykottieren - in der Hoffnung, dass andere Teams einer solchen Entscheidung folgen würden.

Die Fans scheinen gegen den Nachholtermin zu sein: "Es kann nicht sein, das Menschen verschleppt, gefoltert und ermordet werden, weil sie in Freiheit leben wollen, und das Einzige, was Ecclestone und Co. interessiert, ist, mit einem Rennen dieses Regime zu unterstützen", ärgert sich einer unserer User, und ein anderer schreibt: "Ein Rennen im Dezember passt einfach gefühlsmäßig nicht mehr."

Fotoquelle: xpb.cc

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