Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist vom FIA-Bericht nicht restlos überzeugt

Formel 1 2011

— 07.06.2011

Will Ecclestone Bahrain-Entscheidung kippen?

Bernie Ecclestone hält die Sicherheit in Bahrain für nicht gewährleistet, hinterfragt den FIA-Bericht und stellt nun doch eine mögliche Absage in den Raum

Die Entscheidung des FIA-Weltrats, den Grand Prix von Bahrain trotz der Menschenrechts-Verletzungen im Insel-Königreich noch diese Saison auszutragen, stößt weltweit auf Empörung. Menschenrechts-Organisationen zweifeln vor allem den der Entscheidung zugrunde liegenden Bericht an, den FIA-Vizepräsident Carlos Garcia nach seiner Reise nach Bahrain ablieferte - dieser soll sich nur auf Informationen der dortigen Machthaber stützen.

Angeblich versucht nun Bernie Ecclestone, das Rennen doch noch abzuwenden. Der Formel-1-Boss, der im Weltrat stimmberechtigt ist, soll bereits bei der Sitzung seine Bedenken und die der Formel-1-Teams geäußert haben. "Derzeit sieht es so aus, dass wir keine Ahnung haben, was passieren wird", erklärte der 80-Jährige gestern Nacht gegenüber dem 'Telegraph'.

"Es ist besser, Bahrain ans Ende der Saison zu verschieben und wenn alles sicher und gut ist, dann können wir fahren. Wenn das aber nicht der Fall ist, dann fahren wir nicht und dann gibt es kein Problem", schildert er seine Sicht der Dinge und schlägt damit vor, dass der Grand Prix von Indien vom 11. Dezember wieder an seinen angestammten Platz am 30. Oktober verlegt wird.

Die Sicherheit sieht er in Bahrain derzeit keineswegs gewährleistet: "Wir haben uns den Bericht der FIA angehört und darin hieß es, dass es in Bahrain überhaupt keine Probleme gibt. Ich höre aber etwas anderes und ich denke, dass wir vorsichtig sein sollten."

Tatsächlich hatte Alex Wilks von der im Internet tätigen Menschrechts-Organisation Avaaz den Bericht der FIA als "Schönfärberei" bezeichnet. "Letzte Woche setzte die Polizei weiter Tränengas, Gummigeschoße und Lärmgranaten ein, um die friedlichen Märsche aufzulösen - dabei wurden über zehn Leute getötet."

Ursprünglich war Ecclestone vorgeworfen worden, nur des Geldes wegen an einer Neuaustragung des Rennens auf dem Bahrain International Circuit interessiert zu sein. Die Renngebühr, die der Veranstalter im Fall eines Rennens zahlen muss, beträgt 40 Millionen Dollar (umgerechnet 27 Millionen Euro).

Doch Ecclestone dementiert, dass dies eine Rolle spielt: "Das Geld macht keinen Unterschied. Es ist da, weil die Leute aus Bahrain uns gebeten hatten, es zu behalten. Wenn es kein Rennen gibt, dann werden wir es zurückgeben, aber das Geld ist nicht das Problem. Es geht darum, ob es sicher ist, ein Rennen auszutragen. Wir können den Termin am 30. Oktober via Faxabstimmung ändern, falls notwendig. Das würde schnell gehen."

Fotoquelle: xpb.cc

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