Renault-Technikchef James Allison zeigt sich mit dem Saisonverlauf unzufrieden

Formel 1 2011

— 08.06.2011

Allison: "Mir gefällt unser Trend nicht"

Wieso Renault-Technikchef James Allison in Kanada auf die Trendwende hofft, welche Updates man bringt und wieso man den Erwartungen in Monaco nicht gerecht wurde

Das enttäuschende Monaco-Wochenende, an dem Nick Heidfeld nach Platz 15 im Qualifying bloß Achter wurde, hat die derzeitige Renault-Krise sichtbar gemacht. Nach einem guten Saisonstart mit zwei Podestplätzen geriet man vor allem im Qualifying ins Hintertreffen. Wie Technikchef James Allison die aktuelle Lage einschätzt, welche Probleme er ausmacht und wie man schon in Montreal ein anderes Gesicht zeigen möchte, verrät der Brite im Interview.

Frage: "James, was habt ihr am Auto geändert?"
James Allison: "Montreal erfordert mittleren bis wenig Abtrieb. Dabei handelt es sich um die erste Strecke in diesem Jahr mit diesen Anforderungen. Aus diesem Grund wird ein neuer Heckflügel seine Premiere feiern, der ein neues DRS beinhaltet, das für einen geringeren Luftwiderstand sorgt, wenn es eingesetzt wird."

"Dazu kommt ein neuer Frontflügel, der mit dem niedrigen Abtriebsniveau des Hecks übereinstimmt. Außerdem wird es unterschiedliche andere Verfeinerungen am Auto geben, bei denen der Schwerpunkt auf einem guten Luftstrom um das Auto herum liegt, was bei der Kühlung der Bremsen helfen sollte."

Frage: "Wieviel Anlass zur Sorge bereiten die Bremsen in Kanada und was kann man dagegen tun?"
Allison: "Es gibt zahlreiche Hochgeschwindigkeits-Geraden, die in langsamen Kurven münden, daher werden die Bremsen mehrmals in einer Runde extrem belastet. Was die Abnützung der Bremsen angeht, ist der Kurs in Kanada der herausforderndste der gesamten Saison. Der Verschleiß der Bremsen ist großteils mit der Temperatur der Bremsen verbunden, daher muss man hart daran arbeiten, dass die Scheiben und Beläge entsprechend aerodynamisch gekühlt werden."

"Ein weiteres Problem ist, dass unsere Fahrer unterschiedliche Bremsen bevorzugen, was unsere Arbeitslast bei der Bewertung der unterschiedlichen Lösungen nur noch vergrößert, damit unsere Fahrer die Bremsen während des gesamten Grand Prix ohne Probleme benützen können."

Frage: "Kann man sagen, dass Monaco nicht nach Plan lief?"
Allison: "Sogar vor Witalis Unfall, den er dankenswerter Weise unverletzt überstand, war es eher ein Wochenende zum Vergessen. Unsere Performance in den langsamen Kurven war in Monaco unerwartet schlecht und wir arbeiten daran, herauszufinden, warum das der Fall ist."

"Wir holten auch nicht so viel Performance aus dem Supersoft-Reifen heraus, wie wir es im Qualifying hätten tun sollen. Unser Versuch mit diesem Reifen wurde im freien Training von zahlreichen roten Flaggen unterbrochen, weshalb wir eher blind ins Qualifying gingen und die Fahrer den Nachteil hatten, mit ihrem Gefühl für den weicheren Reifen in den entscheidenden Sessions Q1 und Q2 auf sich alleine gestellt zu sein. Dadurch fehlten uns 0,4 bis 0,5 Sekunden auf die Performance, die mit dem Supersoft-Reifen möglich gewesen wäre. Und trotzdem waren wir auch so nicht dort, wo wir hingehört hätten."

Frage: "Könnt ihr das Ding in Montreal drehen?"
Allison: "Hoffentlich werden die Vorbereitungen auf das Qualifying nicht so oft unterbrochen. Sogar ohne den Überfluss an roten Flagen beim letzten Rennen ist Monaco ein kniffliger Ort, um eine freie Runde zu bekommen. Montreal ist diesbezüglich viel einfacher. Zudem rechnen wir damit, dass wir einige Probleme, die wir in den langsamen Kurven in Monaco hatten, beseitigt haben."

Frage: "Wie bewertest du die bisherige Saison?"
Allison: "Wir hatten einen eher guten Start und erzielten sehr früh einige sehr gute Resultate. Obwohl wir auch seitdem glaubwürdig sind, gefällt mir unser derzeitiger Trend nicht. Wir arbeiten unerbittlich daran, das Auto wieder auf das beeindruckende Niveau von früher in diesem Jahr zu bringen. Es gibt einige Dinge in Enstone, die auf dem Weg sind, damit das gelingt. Ohne Zweifel müssen wir in Kanada mit unseren stärkeren Performances anfangen."

Fotoquelle: Renault

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