Jenson Button dürfte jede Menge Glückshormone im Blut haben...

Formel 1 2011

— 13.06.2011

Nach Button-Triumph: McLaren gehen die Superlative aus

Die teaminterne Kollision geriet nach einem unglaublich starken Rennen und dem Sieg von Jenson Button in Montreal beinahe in Vergessenheit

Das McLaren-Mercedes-Team erlebte zunächst einen Großen Preis von Kanada voller Tiefen, doch das Rennen in Montreal endete mit einem echten Höhepunkt. In der Anfangsphase des Rennens kollidierten Jenson Button und Lewis Hamilton, als Letzterer einen Überholversuch am Teamkollegen riskieren wollte, dabei jedoch zwischen dessen Auto und die Mauer der Boxengasse geriet, was das Auto so stark beschädigte, dass er aufgeben musste.

Button erlebte unterdessen ein extrem turbulentes Rennen. Er kassierte eine Durchfahrstrafe, weil er hinter dem Safety-Car zu schnell war, hatte die Kollision mit Hamilton und eine mit Fernando Alonso, und war zudem fünfmal an der Box. Dennoch schaffte er es, in der allerletzten Runde an Sebastian Vettel vorbei zu gehen, der sich einen Fahrfehler erlaubte. Ein sensationeller Sieg des Briten!

"Das war der beste Sieg meiner Karriere", so Button. "Heute ist aus diesem Grund für mich ein sehr spezieller Tag. Ich habe mir meinen Weg vom letzten bis zum ersten Platz erkämpft, um dieses Rennen zu gewinnen. Ich habe die Autos vor mir auf der Strecke überholt. Wenn man einen nach dem anderen mit einer Serie starker Manöver überholt, so macht dies den Sieg sogar noch besser."

"Rennen unter wechselhaften Bedingungen sind immer sehr schwierig. Aber ich liebe es mehr, wenn man auf der Strecke nach Haftung suchen muss, als im Vorhinein zu wissen, wo sich diese befindet. Es war ein wahnsinniger Sieg."

"Ich denke nicht, dass er besser hätte sein können, besonders nach Monte Carlo, als wir dachten, dass wir den Sieg im Sack haben, am Ende dann jedoch enttäuscht wurden. Ich hatte heute ein wenig Glück, als sich Sebastian Vettel in dieser letzten Runde einen Fehler erlaubte. Aber ich denke, dass ich dieses bisschen Glück verdient habe."

"Was den Zwischenfall mit Lewis betrifft, so konnte ich hinter mir nichts sehen, abgesehen von einer verschwommenen roten Vodafone-Rakete. Aber dies hätte auch mein Heckflügel sein können. Er ist natürlich in derselben Farbe wie jener von Lewis."

"Ich zog nach links, was die Ideallinie ist, dann spürte ich den Schlag, und ich befürchtete, dass das Spiel für uns beide vorbei ist. Lewis weiß, dass ich das nicht absichtlich gemacht habe, und ich weiß, dass auch er es nicht absichtlich gemacht hat. Ich sprach mit ihm bevor das Rennen neu gestartet wurde, und alles ist gut."

"Zunächst einmal möchte ich meine herzlichen Gratulationen gegenüber Jenson aussprechen", so Hamilton. "Er fuhr ein absolut unglaubliches Rennen und hat diesen Sieg definitiv verdient. Das war eine unglaublich fantastische Leistung von einem wahrlich großartigen Fahrer."

"Ich entschuldige mich auch beim Team, welches das gesamte Wochenende wirklich hart gearbeitet hat. Wir hätten heute mit beiden Autos im Ziel in die Punkte fahren können, das hätten sie verdient."

"Auch wenn die Bedingungen von Beginn an sehr schwierig waren, verfügte ich über ziemlich gute Haftung und gab mein Bestes, um das Auto auf der Strecke zu halten. Ich denke, dass ich im Rennen eine ziemlich gute Geschwindigkeit hatte, ich hatte keinerlei besondere Probleme."

"Ich berührte das Auto von Mark, nachdem er in der ersten Kurve etwas früh gebremst hatte. Er ließ mir ausreichend Raum, aber ich berührte den inneren Randstein und geriet durch Untersteuern in ihn hinein."

"Dann begann ich, mich zurück zu kämpfen. Nachdem ich hinter Jenson gefallen war, bremste er sich selbst in der letzten Schikane aus und hatte einen schlechten Ausgang. Ich war aus diesem Grund in der Lage, ihn anzugreifen. Es fühlte sich für mich an, als wäre ich auf der Geraden schon halb neben ihm. Aber da er mich womöglich nicht gesehen hat, zog er weiter auf die Ideallinie rüber."

"Es gab für mich keinen Raum mehr, also berührte ich die Mauer. Natürlich glaube ich nicht, dass dies Absicht war. Ich kenne Jenson gut genug und ich weiß, dass er das nicht tun würde. Er ist ein guter Kerl."

"Ich werde mich nun auf das kommende Rennen und den Rest der Saison fokussieren. Es wäre großartig, wenn wir uns in Valencia weiter vorne in der Startaufstellung qualifizieren könnten, um uns aus dem Ärger rauszuhalten. Aber unsere Geschwindigkeit ist im Rennen gut, und ich möchte dort wirklich gut abschneiden."

"Das Rennen 2011 in Kanada wird wohl als eines der ereignisreichsten, aufregendsten und spannendsten in der Geschichte der Formel 1 in Erinnerung bleiben", so Teamchef Martin Whitmarsh. "Nach einem Landregen, der den Kurs unfahrbar machte und eine längere Periode roter Flaggen auslöste, startete Jenson das Rennen auf Position 21."

"Es wurde schnell offensichtlich, dass sein Auto in guter Form war. Was danach passierte, trotzt jedoch beinahe jedem Glauben. Fakt ist, dass ich das Wort unglaublich von zahlreichen begeisterten Kollegen an diesem Nachmittag rund hundertmal gehört habe. Es stimmt, das Rennen von Jenson war genau so, absolut unglaublich. Andere Adjektive, die mir in den Sinn kommen, sind heldenhaft, majestätisch, beeindruckend und spitze."

"Auch die Jungs leisteten großartige Arbeit. Sie führten alleine für Jenson sechs Boxenstopps durch, unter schwierigen Bedingungen und unter enormen Druck. Und dieser dramatische Sieg untermauert den außergewöhnlichen Teamgeist, der bei McLaren-Mercedes herrscht."

"Die Geschwindigkeit unseres Autos im Rennen war in Montreal heute konstant stark, ebenso wie vor zwei Wochen in Monte Carlo und in der Woche davor in Barcelona. Nun kommen wir nach Valencia, wo wir hoffen, dass wir auf diesem Sieg aufbauen können und eine konstante Basis konkurrenzfähiger Geschwindigkeit haben."

"Lewis hatte ein frustrierend kurzes Rennen, das zu Ende war, als er und Jenson sich zu Beginn der Start-Ziel-Gerade berührten. Wir trafen die Entscheidung, ihn zu bitten, sein Auto auf der Strecke anzuhalten. Unsere Untersuchungen nach dem Rennen enthüllten, dass dies die richtige Entscheidung war. Die Aufhängung war so beschädigt, dass es unmöglich gewesen wäre, weiterzufahren."

"Unserer Ansicht nach war es lediglich ein Zwischenfall im Rennen, sowohl Lewis als auch Jenson teilen unsere Ansicht. Das war auch bei den Stewards der FIA so, welche heute unter schwierigen Bedingungen exzellente Arbeit leisteten. Manchmal ist ein Unfall nicht der Fehler von irgendjemandem, dies war hier der Fall."

"Wie Jenson freut sich Lewis schon auf Valencia. Ich hoffe und erwarte, dass dort der MP4-26 zusammen mit beiden Fahrern in der Lage sein wird, einen weiteren Sieg zu holen. Auf geht's!"

Fotoquelle: xpb.cc

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