Bei Ferrari ist nach dem Rennen in Montreal die Stimmung im Keller

Formel 1 2011

— 13.06.2011

Ferrari: Nun hilft nur noch eine Wallfahrt

Stefano Domenicali ist enttäuscht über die Pleite von Montreal und weiß, dass Ferrari in der Weltmeisterschaft mit dem Rücken zur Wand steht

92 Punkte Rückstand in der Fahrer-, 154 Punkte Rückstand in der Konstrukteurs-WM: Eigentlich kann Ferrari die Saison 2011 schon nach sieben von 19 Grands Prix abhaken. Doch Teamchef Stefano Domenicali glaubt ein Geheimrezept zu kennen, wie die Wende doch noch gelingen kann: "Wir organisieren einfach eine Pilgerfahrt nach Lourdes!"

Gelächter in der Hospitality des Teams - dabei ist bei Ferrari eigentlich niemandem mehr zum Lachen zumute. Statt der gestrigen Pleite in Montreal war vorgesehen, die große Aufholjagd zu beginnen: "Beim letzten Rennen haben wir gesagt, dass wir die Punkte der nächsten zwei Rennen abwarten müssen", sagt Domenicali. "Insofern war das Rennen heute sehr enttäuschend, denn wir haben nicht die Punkte gesammelt, die wir uns verdient hätten. Die Performance war wirklich da."

Neue Hackordnung ab Silverstone?

Jetzt steht Ferrari mit dem Rücken zur Wand: "Wir brauchen maximale Punkte in Valencia und dann müssen wir abwarten, wie sich die Regeländerung ab Silverstone auswirkt", spricht der Italiener das von der FIA geplante Verbot der Zwischengas-Diffusor-Mappings an. "Dann sehen wir, wie sich das Kräfteverhältnis auf High-Downforce-Strecken in der zweiten Saisonhälfte entwickeln wird. Nach Silverstone können wir das besser einschätzen."

Enttäuschend: Fernando Alonso hätte in Montreal gut und gerne gewinnen können. Beim Start setzte er Vettel unter Druck, später war sein Speed in Ordnung. In der 37. Runde wurde der Spanier aber von Jenson Button extrem unglücklich auf einen Randstein befördert. Domenicali ärgert sich immer noch: "Wir haben uns eine große Chance durch die Lappen gehen lassen. Jenson hat mit sechs Boxenstopps noch gewonnen."

"Wenn du am rechten Hinterrad vom linken Vorderrad des Angreifers getroffen wirst, dann bist du vorne", sagt er über die Kollision. "Die Bedingungen waren schwierig, die Linie war innen rutschig. Vielleicht hatte Jenson in diesem Moment ein bisschen Untersteuern. Und wenn wir schon von Pech reden: Jenson fuhr weiter und gewann das Rennen, während Fernando genau auf dem Randstein aufsaß und nicht mehr weiterfahren konnte. Es war einfach nicht unser Tag."

Strategie nicht richtig getroffen

Das gilt auch für die strategischen Entscheidungen, denn Alonso wechselte in der 17. Runde von Full-Wets auf Intermediates und zwei Runden später zurück auf Full-Wets. Wenig später wurde das Rennen abgebrochen und er hätte "gratis" wechseln können. "Wir hatten Informationen, dass der Regen wieder einsetzen würde, aber das zögerte sich immer weiter hinaus", erinnert sich Domenicali an jene kritischen Minuten zurück.

"Dann sahen wir auf dem Radar, dass der Regen weiter wegrückte. Fernando meldete gleichzeitig, dass er mit Intermediates viel schneller sein würde. Also warteten wir zuerst, aber als wir dann dachten, der Regen wäre schon vorbeigezogen oder würde uns nur leicht treffen, haben wir ihn reingeholt. Das war großes Pech, denn auf einmal begann es zu schütten. Wenn wir zwei Minuten gewartet hätten, wären wir ein paar Positionen weiter vorne gewesen", seufzt er.

Warum habt ihr es dann mit Felipe Massa, der dadurch auf den dritten Platz aufrückte, nicht genauso gemacht? "Felipe", sagt Domenicali, "fühlte sich mit den Regenreifen besser, daher wollte er nicht wechseln. Jenson, Rosberg, Michael haben auch gewechselt. So eine Entscheidung kann aufgehen, wenn du Glück hast, aber wenn nicht, dann zahlst du dafür. Ich glaube, mit den Informationen, die wir zu dem Zeitpunkt hatten, war es richtig. Im Nachhinein redet es sich halt leicht."

Fotoquelle: xpb.cc

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