Martin Whitmarsh hätte in Montreal wohl nicht mit einem Sieg gerechnet

Formel 1 2011

— 13.06.2011

Whitmarsh: "Er ist wie ein Weltmeister gefahren"

Martin Whitmarsh schwärmt von Jenson Buttons Triumphfahrt in Montreal und ist froh, dass die Stimmung im Team trotz Kollision nach wie vor intakt ist

Montreal 2011 schien für McLaren ein Desaster zu werden: Lewis Hamilton kollidierte am Start mit Mark Webber, dann mit Jenson Button, schied aus. Button fuhr weiter, fiel wegen einer Durchfahrstrafe weit zurück, kollidierte mit Fernando Alonso, fing sich einen Reifenschaden ein - und durfte sich später als großer Held feiern lassen, weil er Sebastian Vettel sensationell niederfightete und den Grand Prix irgendwie noch gewann. Kein Wunder, dass Teamchef Martin Whitmarsh beim Interview nach dem Rennen bestens gelaunt war.

Frage: "Martin, nach mehr als vier Stunden: Gratulation zum Sieg! Wie hoch war dein Puls in den letzten zwei Runden?"
Martin Whitmarsh: "Wahrscheinlich 250! Wir wussten, dass Jenson um zwei bis vier Sekunden schneller war als alle anderen und rasant aufgeholt hat. Er ist fantastisch gefahren, hat Druck gemacht, ist durch das Feld gepflügt. Wir wussten, dass wir Sebastian unter Druck setzen müssen."

"Sebastian fährt dieses Jahr großartig, macht keine Fehler, aber er war auch noch nie so unter Druck wie heute. Man konnte schon drei, vier Runden vorher sehen, dass er absolut auf der letzten Rille war und gepusht hat, um den Abstand auf Jenson zu halten. Jenson hat den Druck aufrechterhalten - und das hat sich gelohnt. Was für eine fantastische Fahrt, unglaublich! Ich freue mich für das Team und ganz besonders für Jenson. Das Auto war heute nicht schlecht, aber Jenson war derjenige, der den Unterschied ausgemacht hat. Er ist wie ein Weltmeister gefahren."

Frage: "Es war ein Auf und Ab, Safety-Car-Phasen, die lange Unterbrechung. Was war der Schlüssel, um konzentriert zu bleiben?"
Whitmarsh: "Bis zur letzten Sekunde nie aufzugeben und Druck zu machen! Jenson hatte Zwischenfälle, zwei Reifenschäden, war nur noch 21., glaube ich. Wir sind trotzdem konzentriert geblieben und haben versucht, die richtigen Entscheidungen zu treffen, bei den Boxenstopps zur richtigen Zeit auf die richtigen Reifen zu wechseln. Ich glaube, das haben wir gut hinbekommen."

"Wir haben als Team das Beste daraus gemacht, aber letztendlich war Jenson derjenige, der fahrerisch die Entscheidung herbeiführen musste. Wenn du in dieses Fenster kommst, wo die Reifen im richtigen Fenster sind, dann läuft es. Er ist fantastisch gefahren, hat jeden überholt, der ihm im Weg stand. Er hat Mark überholt und dann Michael, der wohl Probleme hatte, denn an ihm kam Jenson sehr leicht vorbei. Sebastian war eine härtere Nuss, aber er hat den Druck aufrechterhalten - und dann weißt du nie, was passiert. Genau das ist passiert!"

Frage: "Zu Beginn des Rennens gab es eine Kollision zwischen euren Fahrern. Wird das noch von den Kommissaren untersucht?"
Whitmarsh: "Nein, da kommt nichts mehr. Die bessere Nachricht ist aber, dass beide Fahrer verstehen, was passiert ist. Jenson hat das nicht absichtlich gemacht und Lewis auch nicht."

"Lewis wollte überholen, Jenson hat ihn innen nicht gesehen - da kann sowas halt schnell gehen. Lewis hat das sehr schnell weggesteckt. Es kann auch ganz leicht passieren, dass Fahrer irrational werden und ihren Teamkollegen die Schuld geben, aber der Teamgeist ist sehr stark und die Beziehung zwischen unseren Fahrern ist robust genug, dass sie so einen Zwischenfall aushält. Das ist bemerkenswert und fantastisch."

Frage: "Montreal ist eine gute Stadt für Partys. Wird es heute eine geben?"
Whitmarsh: "Ich bin mir sicher, dass es heute ein paar Partys geben wird, ja! Wir werden sicher nicht allzu früh nach Hause gehen."

Fotoquelle: McLaren

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