Wird der Grand Prix von Europa in Valencia dieses Jahr ein Erfolg?

Formel 1 2011

— 16.06.2011

Gracia: Zuckerbrot und Peitsche für Valencia

Carlos Gracia versucht mit regelmäßigen Alonso- und Ferrari-Lobpreisungen, viele Zuschauer nach Valencia zu locken, kritisiert aber die hohen Gastronomiepreise

Bereits vor einigen Wochen rührte Carlos Gracia - Präsident des spanischen Motorsport-Verbandes - für den Grand Prix von Europa in Valencia kräftig die Werbetrommel. Mitten in der Ferrari-Krise bezeichnete er Zugpferd Fernando Alonso als Titelkandidaten und deutete einen möglichen Sieg des Spaniers beim Heimspiel in Valencia an. Der Auslöser für die Offensive: In Barcelona waren die Ränge dieses Jahr alles andere als voll gewesen.

Auch wenn sich Alonsos WM-Situation durch den Ausfall in Kanada kaum verbessert hat, zeigte Ferrari zuletzt gute Ansätze. Der Doppel-Weltmeister stellte seinen 150° Italia in Montreal in die erste Startreihe - mit den weicheren Reifenmischungen sind die Roten schnell. Diese kommen nun auch in Valencia zum Einsatz.

Gracia unterstreicht nun gegenüber der 'Marca' seine Überzeugung, dass Alonso den Grand Prix von Europa gewinnen wird: "Wenn ich müsste, würde ich hundertprozentig darauf wetten, dass Alonso in Valencia gewinnt." Schon "in Monte Carlo und in Kanada hätte Ferrari gewinnen können", so Gracia, der kürzlich wegen seiner Rolle als FIA-Sonderbeauftragter in Bahrain vermehrt in den Medien war.

Verhindert nur Pech Alonso-Siege?

Er stellt fest: "Das Auto ist jetzt konkurrenzfähiger und die Verbesserungen machen sich bemerkbar." Das Problem sieht der Spanier an einer anderen Stelle: "Das Glück war zuletzt nicht auf Alonsos Seite." Das zeigte sich zuletzt auf dem Circuit Gilles Villeneuve: Alonso wechselte auf Intermediate-Reifen, wenig später wurde das Rennen unterbrochen. Dadurch steckte der Ferrari-Star im Mittelfeld fest, der spätere Sieger Jenson Button sorgte mit einer Kollision für das vorzeitige Rennende des Spaniers.

"Mit jeder Strategie geht ein Risiko einher", meint Gracia. "In diesem Fall hat er verloren, aber nicht wegen des Equipments. Ich hoffe, dass das Glück nun zurückkehrt und er den Titel gewinnen kann." Alonsos mäßiger Saisonstart hat sich schon in Barcelona auf den Ticketverkauf ausgewirkt, doch Gracia will dies nicht bestätigen.

Gracia hofft auch auf Alguersuari und HRT

Für ihn erlebt der spanische Motorsport derzeit allgemein einen Höhenflug: "Wir haben nicht nur Alonso, sondern zwei spanische Fahrer und ein spanisches Team. Alguersuari fuhr in Kanada ein großartiges Rennen, das Auto hat sich verbessert und er hat seine Leistungen stabilisiert. Er ist sehr ruhig." Zudem würdigt er die Leistung des HRT-Rennstalls, der in Montreal mit Platz 13 durch Tonio Liuzzi das bestes Resultat in der Teamgeschichte einfuhr und damit Marussia-Virgin in der Konstrukteurs-WM überholte: "Sie verbessern sich ständig."

Er hat auch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass mit Pedro de la Rosa womöglich sogar noch ein dritter spanischer Fahrer in Valencia antritt. Der Katalane hatte in Montreal Sergio Perez ersetzt, der nach seinem Monaco-Crash über Übelkeit klagte.

Kritik an der Gastronomie

Man darf gespannt sein, ob Gracias Werbeoffensive für den Grand Prix dafür sorgen wird, dass das Rennen im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ein finanzieller Erfolg wird. "Durch die Bemühungen wir das Rennen ein großes Spektakel", kündigt er an. Derzeit sei die Lage schwierig, "aber die Strecke hat viel dafür getan, dass die Ticketpreise niedriger sind."

Zuletzt hatte der FIA-Vizepräsident aber heftige Kritik an den hohen Preisen in der Gastronomie während des Grand-Prix-Wochenendes geübt. Obwohl er sich dafür nachträglich entschuldigt, ermahnt er die Hotelbesitzer: "Man kann nicht in einer Woche das hereinholen, was man im restlichen Jahr nicht verdient. Man sollte diese Situation nicht ausnützen, denn dann gibt es bald keine Formel 1 mehr."

Vor allem die enormen Preiserhöhungen in der Formel-1-Woche sind ihm ein Dorn im Auge: "Es ist in Ordnung, wenn 160 Restaurants 20 Euro für ein Menü verlangen. Ich frage mich aber, ob dieses Menü in der Woche vor und nach dem Rennen nicht nur zehn Euro kostet."

Fotoquelle: xpb.cc

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