Anthony Hamilton findet die Kritik an seinem Sohn nicht gerechtfertigt

Formel 1 2011

— 17.06.2011

Vater Hamilton: "Die FIA war anderer Meinung als Niki"

Wie Anthony Hamilton die Attacke Niki Laudas auf seinen Sohn kontert und wieso Jos Verstappen im Fall Hamilton eine differenzierte Betrachtung fordert

Seit jeher gilt Lewis Hamilton als aggressiver Fahrer. Das war schon in GP2-Zeiten so - auch in der Formel 1 hat der Brite das Risiko selten gescheut, damit aber auch viele Rennen belebt und die Fans begeistert. Doch durch seine überoptimistischen Manöver in Monaco und in Kanada beschwor er zuletzt eine Debatte über seinen umstrittenen Fahrstil herauf: Während Bernie Ecclestone den McLaren-Piloten in Schutz nahm, bezeichnete ihn Niki Lauda als "völlig wahnsinnig" und fürchtete "Tote", sollte sich Hamilton nicht ändern.

Jetzt springt Vater Anthony Hamilton für seinen Sohn in die Bresche. Der Brite zog in den Nachwuchsformeln beim Aufstieg Lewis Hamiltons die Fäden, im Vorjahr kam es jedoch zum Bruch und Vater Hamilton gab das Management seines Sohnes an Simon Fuller ab. Die heftige Kritik kann er allerdings nicht nachvollziehen.

"Das war doch nur Motorsport", stellt sich Hamilton gegenüber der 'Press Association Sport' hinter seinen Sohn. "In der Formel 1 hat man nur Sekunden-Bruchteile Zeit für diese Entscheidungen. Man trifft eine Entscheidung - ob sie nun richtig oder falsch ist - und muss es durchziehen. Am Ende würden wir wohl alle die Dinge etwas anders machen, wenn wir in die Zukunft blicken könnten."

Vater Hamilton verweist auf WM-Triumph 2008

Dass der McLaren-Pilot nun seinen Fahrstil ändern sollte, erschließt sich seinem Vater nicht: "Er soll so bleiben, wie er ist - und einfach so weiterfahren wie bisher. So wie er jetzt fährt, holte er auch seinen Weltmeister-Titel. Er war immer so und er wird immer so sein - bis ans Ende seiner Karriere. Da ist auch nichts falsch dran."

Vater Hamilton greift auch die Argumente Ecclestones auf, der meinte, dass der Weltmeister 2008 im Gegensatz zu anderen als Spitzenfahrer mehr im Rampenlicht stehe und dadurch weniger Spielraum habe: "Erst jetzt bekommen es die Leute mit, weil er an der Spitze fährt und nicht am Ende des Feldes. Es ist aber wichtig, dass jeder so bleibt, wie er ist. Es gibt überhaupt keinen Grund, zu versuchen, jemand anderer zu sein."

War Laudas Kritik übereilt?

Zudem fühlt sich Hamilton, der sich nun voll auf das Management von Paul di Resta konzentriert, von den Rennkommissaren bestätigt. Sie haben die Kollision der McLaren-Piloten in Kanada zwar untersucht, aber keine Strafen verhängt. "Die FIA war anderer Meinung als Niki", sagt er - und revanchiert sich für die Kritik Laudas an seinem Sohn: "Es ist wirklich schade, dass sich jemand mit so viel Erfahrung wie er nicht die Zeit nahm, um das Urteil der Rennkommissare abzuwarten."

Dennoch nimmt er die Kritik nicht persönlich: "Weder ich, noch Lewis sind jetzt verletzt. In diesem Business bekommt man eine dicke Haut und muss an sich selbst glauben. Ich glaube an Lewis und er glaubt an das, was er tut." Obwohl der 26-Jährige aus den letzten zwei Rennen nur acht von 50 möglichen WM-Punkten mitnahm, würde sein Vater nicht davor zurückschrecken, sein Geld auf ihn zu setzen: "Wenn ich ein Spieler wäre, dann würde ich etwas Geld auf einen WM-Titel von Lewis in diesem Jahr setzen. Da hätte man gute Gewinnchancen. Er schafft das!"

Verstappen spricht Hamilton in Montreal frei

Nicht nur Anthony Hamilton bezieht für seinen Sohn Stellung, auch Ex-Formel-1-Pilot Jos Verstappen wundert sich über die Härte der Kritik an Lewis Hamilton. "Er hatte zwei unglückliche Rennen", so der Niederländer gegenüber 'De Telegraaf'. "In Monaco tat er etwas Verrücktes. Felipe Massa wurde durch sein Manöver aus dem Rennen gerissen. Dann zu behaupten, dass ihn die Rennkommissare bestraften, weil er schwarz sei, war nicht sehr klug."

Doch in Montreal sieht Michael Schumachers ehemaliger Teamkollege die Schuld nicht bei Hamilton: "Die Kollision mit Button am vergangenen Sonntag war nicht seine Schuld. Ich verstehe, dass er probierte, ihn zu überholen, und Button hätte etwas mehr Platz lassen können. Trotz aller Aufregung bleibt Hamilton ein guter Fahrer. Er muss nur den Kopf freibekommen und das Glück wieder auf seine Seite ziehen."

Am Montreal-Wochenende erhielten die Gerüchte um einen möglichen Wechsel Hamiltons zu Red Bull durch ein angebliches Treffen des Briten mit Teamchef Christian Horner zusätzlich Nahrung. Verstappen glaubt aber nicht, dass es dazu kommen wird: "Offen gesagt, rechne ich nicht damit, dass er das britische Team verlässt, denn Hamilton ist ein wirklicher McLaren-Junge. Außerdem wäre Vettel sein Teamkollege - er ist bereits eine Weile dort und genießt dort viel Vertrauen. Ich weiß nicht, ob ein Wechsel zu Red Bull für Hamilton weise wäre."

Fotoquelle: xpb.cc

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