Red-Bull-Designer Adrian Newey fühlt sich weiterhin in der Formel 1 wohl

Formel 1 2011

— 21.06.2011

Warum sich Newey gegen den America's Cup entschied

Wieso Adrian Newey seiner Sehnsucht, eine America's-Cup-Jacht zu designen, nicht nachging und was ihm schlaflose Nächte bereitet

Am Ende von Adrian Neweys McLaren-Ära wirkte der Stardesigner zuweilen lustlos. Man sah es dem Briten an, dass er eine neue Herausforderung benötigte. Offen sprach er über seine Begeisterung für das Design von Jachten - der America's Cup hatte es ihm angetan. Doch schließlich blieb er doch der Formel 1 treu.

"Ich hatte das Glück, mit Williams und dann mit McLaren sehr erfolgreich gewesen zu sein", blickt Newey gegenüber 'F1.com' auf die 1990er-Jahre zurück. "Doch da war auch das Verlangen nach einer neuen Herausforderung. Bei der Suche nach dieser frischen Herausforderung sah ich mir die Jachten beim America's Cup an. Ich kam aber zum Schluss, dass die Herausforderung, nach der ich gesucht hatte, der Aufbau eines Teams war."

Eine Erfahrung, die ihm zwar aus March-Zeiten nicht ganz fremd war, die aber damals in seiner Kündigung geendet hatte - ein unvollendetes Kapitel in Neweys Karriere. "Ich verließ also den sicheren Weg bei McLaren und wagte mich in unbekanntes Gebiet vor", spielt er auf seine Eingewöhnungszeit in Milton Keynes an.

Zeitmanagment: Newey im Zwiespalt

Der 52-Jährige gilt nach wie vor als bester Designer der Formel 1 - die zwei WM-Titel für Red Bull im Vorjahr sind zu einem großen Teil sein Verdienst. Die Schattenseite der großen Erfolge ist der ständige Erfolgsdruck, dem Newey standhalten muss. "Es ist ein ständiger Stress", bestätigt er. "Mein größter Feind ist die Zeit. Diese Arbeit ist sehr zeitintensiv und kann einen zu sehr beanspruchen, wenn man nicht vorsichtig ist."

Dabei gilt Newey auch als Familienmensch. Sein Job bringt ihn diesbezüglich aber in einen Zwiespalt: "Man muss sich wirklich die Zeit nehmen, um genug Zeit mit seiner Familie zu verbringen und um ein Leben außerhalb der Formel 1 führen zu können. Wenn ich dann eine Stunde lang faul bin, fühle ich mich fast schuldig, weil ich nicht arbeite."

Newey leidet manchmal unter Schlaflosigkeit

Auch der große Erfolg Neweys macht die Ausgangslage nicht einfacher: "Natürlich hat man den Druck, gut abschneiden zu müssen. Wenn es nicht gut läuft, dann will man erfolgreich sein. Wenn das gelungen ist, dann steht man unter Druck, das zu bewahren. Das ist der unendliche Kreislauf." Da kann es schon mal vorkommen, dass Newey die Gedanken, wie man den Boliden schneller machen kann, nicht mehr loswird: "Manchmal habe ich natürlich eine schlaflose Nacht - normalerweise, wenn ich spät arbeite und dann zu schnell ins Bett gegangen bin und mein Geist immer noch arbeitet. Aber ganz allgemein schlafe ich genug."

Dieser ständige Prozess hat aber nicht nur Nachteile: Geht einmal etwas schief, hat man kaum Zeit für Selbstmitleid. "Ganz ehrlich habe ich nie die Zeit, mir Sorgen zu machen. Ich sehe mir die Dinge an und mache es. Das Risiko ist ein Teil des Autodesigns, das bedeutet, dass es aufwärts und abwärts gehen kann. Manchmal habe ich Fehler gemacht, vielleicht zu viel Risiko genommen und das Auto hatte zu viele Probleme, aber ich hätte auch zu konservativ sein können und wäre nirgends gelandet."

Doch nicht nur der Druck, sondern auch seine Leidenschaft für das Design treiben Newey an: "Ich genieße es einfach, zu designen. Diese Kombination aus Design und Sport gibt mir viel - genau darum geht es bei der Konstruktion in der Formel 1: Das Auto ensteht aus einer Sammlung von Ideen und daher von der künstlerischen Seite des Gehirns. Möglicherweise könnte jeder mit etwas daherkommen, das schön aussieht, aber das bedeutet nicht, dass es auch funktioniert. Daher muss man seine Ideen mit der physikalischen und mit der mathematischen Seite verbinden - und das erfordert viel Disziplin."

Fotoquelle: xpb.cc

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