Nick Heidfeld möchte in Valencia wieder auf die Erfolgsstraße zurückkehren

Formel 1 2011

— 23.06.2011

Heidfeld: "Die FIA ist zu weit gegangen"

Nick Heidfeld im Interview: Wieso er die Reglementänderungen ab Valencia kritisiert, ob er einen Nachteil befürchtet und ob sein Team die Krise überstanden hat

Nach dem bitteren Monaco-Wochenende zeigte sich Renault in Kanada in besserer Form, ein Fahrfehler von Nick Heidfeld vereitelte aber WM-Punkte. Nun droht der nächste Dämpfer: Der abgasangeströmte Diffusor ist das Herzstück des Renault R31, doch die FIA verschärft ab Valencia das Reglement und sagt dem System den Kampf an. Wie Heidfeld darauf reagiert, wieso er die FIA kritisiert und ob Renault in Montreal die Kurve gekriegt hat, verrät er im Interview.

Frage: "Nick, bis zu deinem Ausfall lief es in Kanada sehr gut. Geht ihr beim Auto jetzt wieder in die richtige Richtung?"
Nick Heidfeld: "Ja, ich denke, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Du sagtest 'wieder' - und das stimmt. Der Saisonstart lief gut, Monaco war dann aber unser Tiefpunkt der Saison."

"Bereits davor wurde uns klar, dass wir ein paar Probleme haben, aber Monaco war dann der Beweis. Aus diesem Grund mussten wir schnell reagieren und Dinge ändern. Das hat sich bereits in Kanada gezeigt, wo die Performance deutlich besser war als in Monaco."

"Natürlich handelte es sich um eine andere Strecke, aber es gibt auch in Kanada langsame Kurven. Aus diesem Grund hatten wir in Monaco Probleme. Unser gewohnt guter Topspeed hat uns zwar in Montreal geholfen, aber unsere Performance bei niedriger Geschwindigkeit war auch besser als in Monaco."

Frage: "Was hältst du von den Regeländerungen an diesem Wochenende beim Motormapping?
Heidfeld: "Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Erstens weiß ich nicht, warum man etwas, das bis jetzt absolut in Ordnung und legal war, mitten in der Saison ändern muss. Dennoch müssen wir damit leben."

"Es würde mich sehr interessieren, wie sich das auf uns auswirken wird. Niemand weiß es. Man kann raten und Prophezeiungen machen, aber ich weiß es wirklich nicht. Natürlich hoffe ich, dass wir irgendwie davon profitieren können, aber es ist schwer herauszufinden, wie es uns und die anderen betreffen wird."

"Ab diesem Rennen dürfen wir die Einstellungen zwischen Qualifying und Rennen nicht verändern. Ich bin der Meinung, dass sie bei den Dingen, die wir einstellen und nicht einstellen können, etwas zu weit gegangen sind. Wenn man das weiter denkt, dann dürfen wir nicht einmal mehr die Geschwindigkeitsbeschränkung in der Boxengasse zwischen Qualifying und Rennen ändern."

"Wenn wir also im Qualifying herausfinden, dass wir etwas zu schnell sind, dann dürften wir nicht einmal das ändern. Das geht meiner Meinung nach zu weit - da gibt es noch ein paar andere Dinge. Bisher durften wir beim Differential zwischen Qualifying und Rennen ein paar kleine Einstellungen ändern, das ist nicht mehr erlaubt. Das ist keine große Sache, aber ich verstehe es nicht."

"Eigentlich wollte man doch nur dafür sorgen, dass der Diffusor im Qualifying und im Rennen gleich angeblasen wird, aber jetzt haben sie fast alle Änderungen zwischen Qualifying und Rennen verboten."

Frage: "Was passiert, wenn der Fahrer vom Gas geht? Rechnest du damit, dass das Auto beim Bremsen in einer Qualifying-Runde weniger stabil sein wird?"
Heidfeld: "Ich glaube nicht, dass es für uns einen großen Unterschied darstellen wird."

Frage: "Du warst im Vorjahr bei Sauber Kamui Kobayashis Teamkollege. Wie beurteilst du seine bisherige Formel-1-Karriere?"
Heidfeld: "Es läuft gut bei ihm. Im Vorjahr, als wir Teamkollegen waren, brachte er immer eine solide Leistung, das gilt aber vor allem für dieses Jahr, denn er war bereits sieben Mal in den Punkterängen."

"Das ist eine starke Leistung - nicht nur vom Auto, sondern auch vom japanischen Fahrer. Er fährt sehr aggressiv und überholt viel, schafft es aber gleichzeitig, das Auto auf der Strecke zu halten - sogar unter schwierigen Bedingungen. Er war auf Anhieb gut, hat sich aber noch gut weiterentwickelt."

Fotoquelle: xpb.cc

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