Die FIA-Talkrunde am Donnerstag im Pressezentrum von Valencia

Formel 1 2011

— 24.06.2011

FIA-PK: Wie wirken sich die Regeländerungen aus?

Die FIA-Talkrunde in Valencia - Diesmal in den Hauptrollen: Fernando Alonso, Mark Webber, Jaime Alguersuari, Kamui Kobayashi und Tonio Liuzzi

Frage: "Jaime, du wurdest nach dem Start aus der Boxengasse in Kanada Achter. Du warst wohl ziemlich zufrieden damit..."
Jaime Alguersuari: "Ja, das war ein gutes Rennen. Wir leisteten gute Arbeit, als wir das Setup für das Rennen am Sonntag veränderten. Wir wussten, dass es regnen würde, und die Chancen, Punkte zu holen und das Rennen zu beenden, waren durch den Start aus der Boxengasse gering. Durch all die Änderungen für das Rennen war es aber einen Versuch wert."

"Ich hatte ein viel besseres Gefühl für das Auto - mit dem Setup, mit allem im Rennen, aber nicht am Freitag oder im Qualifying. Strategisch gesehen war es ein gutes Rennen - von mir, vom Team. Daher war ich ziemlich glücklich, ziemlich zufrieden."

Frage: "Im Vorjahr wurdest du hier 13. Welches Gefühl hast du für dieses Rennen?"
Alguersuari: "Nun ja, wir haben ein paar neue Teile am Auto. Ich fühle mich etwas besser mit den Reifen, mit dem Auto, mit dem Setup, habe ein besseres Verständnis dafür. Hoffentlich passen alle neuen Dinge an diesem Wochenende gut zusammen und wir sind dadurch auch etwas schneller und schaffen es in die Punkteränge. Das wird mit Sicherheit das Hauptziel sein."

Frage: "Daniel Ricciardo fällt am Freitagmorgen immer wieder auf. Ist er eine große Gefahr? Hast du das Gefühl, dass er nur darauf wartet, deinen Sitz zu schnappen, sollte etwas schiefgehen?"
Alguersuari: "Nein, ich denke, es ist interessant, da er die Gelegenheit hat, unterschiedliche Dinge am Auto auszuprobieren, und ich habe noch nicht den besten Weg gefunden, um das Auto und die Performance zu verbessern und ich lerne immer noch über das Setup, über die Reifen, über so viele Bereiche des Autos."

"Ich finde das recht interessant und das macht die Sache etwas einfacher, etwas schneller. Dennoch bin ich nicht mit allem hundertprozentig glücklich. Kanada war sehr wichtig für uns und wir sind dabei, unsere Performance zu verbessern."

Alguersuaris Zukunft

Frage: "Wie sieht deine Lage bei Toro Rosso 2011 und 2012 aus?"
Alguersuari: "Nun ja, im Moment... Ich habe schon so oft gesagt, dass wir zwei Fahrer und das Team immer noch das Auto entwickeln und viel mit dem Auto arbeiten. Wie ich ebenfalls gesagt habe, muss ich noch viele Dinge lernen, muss lernen, wie man das Setup des Autos weiterentwickelt, damit ich mich besser fühle."

"Bezüglich der Zukunft weiß ich nicht Bescheid, denn ich versuche bei jedem Rennen, mein Bestes zu geben. Ich versuche, das zu genießen, denn das ist mein Job und wenn ich meinen Job nicht genießen würde, dann wäre ich nicht hier. Das ist das Wichtigste und ich bin recht entspannt, recht zuversichtlich, denn ich weiß, wozu ich imstande bin, welche Möglichkeiten ich habe und derzeit ist die Situation wie sie ist."

"Ich bin hier bei Toro Tosso, einem fanstischen Team, einer guten Familie und es gibt vielen Dinge, die ich noch lernen muss, die ich noch nicht gesehen habe, die ich erst entwickeln und an denen ich noch arbeiten muss. Wie ich bereits sagte, hoffe ich, nicht das letzte Mal an diesem Rennen teilzunehmen. Ich hoffe auf ein gutes Rennen, aber ich lerne noch und werde das Auto bis ans Jahresende weiterentwickeln."

Frage: "Glaubst du, dass du durch den Erfolg in Kanada jetzt mehr Selbstvertrauen hast und deine WM-Saison somit ein zweites Mal beginnt?"
Alguersuari: "Das hoffe ich. Wir haben sehr viel am Setup und an der Performance des Autos gearbeitet. Bisher hatte ich nicht das Gefühl, das Beste herausgeholt zu haben. Ich habe viel im Simulator und am Auto gearbeitet. Kanada war für uns ein gutes Resultat. In Monaco hatten wir trotz des Crashs am Ende auch ein gutes Rennen und ich dachte mir, dass wir es in die Punkte schaffen würden."

"Allgemein fahren wir gute Rennen. Wir hatten ein paar Probleme mit dem enormen Reifenabbau, was unsere Performance, wie in Barcelona und Istanbul, in der Vergangenheit wirklich beschränkt hat und wir mussten einmal zusätzlich stoppen. Daher denke ich, dass es sich für uns um eine neue Weltmeisterschaft handelt. Es ist mit Sicherheit eine neue Herausforderung."

Wo steht HRT wirklich?

Frage: "Vitantonio, du wurdest in Montreal guter 13. Das klingt jetzt nicht fantastisch, aber ein 13. Platz ist für ein HRT-Auto beim letzten Rennen ziemlich gut."
Vitantonio Liuzzi: "Definitiv, für uns war das ein gutes Ergebnis, das war ein großes Ziel von uns. Wir wissen, dass dieses Ziel bei trockenen Bedingungen und einem normalen Rennverlauf ziemlich außer Reichweite gewesen wäre, aber alle haben gute Arbeit geleistet. Wir müssen diese Situationen nutzen, wenn es wie in Montreal ein etwas verrücktes Rennen gibt, und alles optimieren und dann kam auch das Resultat."

"Ein 13. Platz ist das beste Resultat für das HRT-Team und unser Ziel ist damit zur Hälfte erreicht, da wir in der Konstrukteurs-WM einen Schritt nach vorne gemacht haben und wirklich hart pushen. Zudem bringen wir jedes Rennen neue Entwicklungen. Wir hatten in Montreal ein gutes Paket. Das half bereits im Trockenen, da wir im Qualifying vor Marussia-Virgin lagen, im Rennen halfen uns dann die verrückten Bedingungen. Alle haben wirklich gute Arbeit geleistet - beim Boxenstopp, bei der Strategie. Ich glaube, dass alle jetzt ziemlich zufrieden sein müssen, da alle für unser Ziel, das wir dieses Jahr erreichen wollen, gute Arbeit geleistet haben."

Frage: "Müsst ihr euch auf Marussia-Virgin konzentrieren? Könnt ihr nicht weiter nach vorne schauen - zu Lotus?"
Liuzzi: "Natürlich ist es unser Ziel - das haben wir schon vor der Saison gesagt - , beide zu schlagen, Virgin und Lotus. Wir wissen, dass das nicht leicht wird, aber danach streben wir. Lotus ist etwas weiter vorne, was die Rundenzeit im Trockenen angeht, aber das Programm für diese Saison ist ziemlich interessant. Bald sollten einige Entwicklungen bereit sein. Wir pushen Tag und Nacht. Als Nachzügler hat man es nicht leicht, aber man kämpft trotzdem gegen andere Teams und gibt nicht auf."

Frage: "Und ihr habt neue Teile hier, glaube ich."
Liuzzi: "Auf der mechanischen Seite haben wir hier ein paar kleine Dinge hier, aber in Silverstone hoffen wir auf ein größeres Update."

Kobayashi reagiert auf Kritik

Frage: "Kamui, vor einem Jahr fuhrst du vom 18. Startplatz auf Platz sieben. Eine typische Kamui-Fahrt, oder?"
Kamui Kobayashi: "Das hier ist ein anderes Rennen und ich denke, dass es darauf ankommen wird, wie wir mit der Strategie und mit den Reifen umgehen, aber dieses Jahr haben wir durch Pirelli einen anderen Reifen. Ich werde mein Bestes geben. Letztes Jahr habe ich einen Fehler im Qualifying gemacht. Dieses Jahr werde ich im Qualifying mein Bestes versuchen, aber wir müssen im Rennen um die beste Strategie kämpfen."

Frage: "Das Qualifying ist wirklich der Bereich, auf den du dich konzentrieren musst, nicht wahr? Wir sehen von dir regelmäßig starke Rennen, aber wenn du in der Startaufstellung etwas weiter vorne stehen würdest, dann würde das dein Leben einfacher machen."
Kobayashi: "Ja, das glaube ich. Wir versuchen im Qualifying immer unser Bestes. Dieses Jahr ist es aber durch die Pirelli-Reifen sehr wichtig, dass man das Tempo im Rennen im Griff hat, daher konzentrieren wir uns mehr auf das Rennen, als auf das Qualifying."

Frage: "Du warst dieses Jahr in jedem einzelnen Rennen in den Punkterängen. Wo kannst du diesmal landen? Was ist dein Ziel?"
Kobayashi: "Ich weiß es nicht. Ich möchte immer Punkte holen. Dieses Jahr haben wir es geschafft, in jedem Rennen außer in Melbourne Punkte zu holen. Ich denke, dass wir wirklich gute Arbeit geleistet haben. Das Team ist gut und wir sind zuversichtlich, bis zum Saisonende in den Punkten zu liegen."

Frage: "Glaubst du, dass du das schaffen kannst?"
Kobayashi: "Ich versuche es zu sehr."

Frage: "Du versuchst es zu sehr?"
Kobayashi: "Nicht zu sehr, aber ich sehe, wann wir Punkte holen können, so wie jetzt. Das sollte reichen."

Frage: "Vor zwei Wochen bist du ein schönes Rennen gefahren, aber nach dem Ziel warfen dir mit Nico Rosberg und Nick Heidfeld zwei Fahrer vor, vor ihnen absichtlich auf die Bremse gestiegen, oder zumindest vom Gas gegangen zu sein. Was sagst du dazu?"
Kobayashi: "Wenn du willst, zeige ich dir die Daten. Ich habe nichts... neben der Ideallinie, denn das Auto blieb auf der Strecke und ich pushte wirklich. Der Vorderreifen rutschte von der Ideallinie und damit von der sauberen Linie und ich konnte die Richtung des Autos nicht mehr ändern."

"Ich musste daher warten, sonst wäre ich komplett auf der nassen Seite gewesen. Ich versuchte, das Beste draus zu machen, doch das kommt davon, wenn man das Auto überfährt."

Mark Webber: "In Haarnadeln versuchen die Fahrer immer, die Geschwindigkeit etwas zu varieren, speziell in Kanada. Michael ist es auch gelungen, den Rhythmus jede Runde etwas anders zu gestalten - das ist normal. Natürlich ist es etwas anderes, wenn man auf die Bremse steigt. Klar, wenn man einmal etwas später, dann wieder etwas früher auf dem Gaspedal steht, dann gehört das zum Rennsport dazu. Wenn man aber mit dem Bremspedal spielt, dann wären wir da natürlich nicht einverstanden. Ich bin aber sicher, dass er solche Tricks nicht anwendet."

Besiegt Alonso den Valenia-Fluch?

Frage: "Fernando, du hast früher in dieser Woche darüber gesprochen, welche Bedeutung Valencia für dich hat. Ist das ein bedeutender Ort oder eine bedeutende Stadt für dich?"
Fernando Alonso: "Ja. Warum?"

Frage: "Weil du hier deinen Ferrari-Vertrag unterschrieben hast. Dein erster Ferrari-Auftritt war der Ferrari-Tag auf der anderen Strecke in Valencia."
Alonso: "Ja, in Valencia gab es immer die Premieren in der Formel 1, ich hatte 2005 und 2006 gute Jahre und 2010 im Winter meine Premiere mit Ferrari. Ich nahm hier an einigen Shows teil. Zuerst 2007 mit McLaren in den Straßen, ich hatte in dieser Stadt immer ein gutes Gefühl. Ich trat in der Formel Nissan oder in der Formel 3000 für ein Team aus Valencia an, also haben ich eine rechte enge Beziehung zu dieser Stadt."

Frage: "Es handelt sich aber um einen Kurs, auf dem es dir beim Grand Prix von Europa nicht unbedingt immer gut ergangen ist. Dein bestes Ergebnis ist ein sechster Platz 2009."
Alonso: "Ja, 2008 hatte ich in der ersten Runde einen Unfall mit Nakajima. 2009 war ich Sechster und 2010 gab es diese Safety-Car-Phase und die Sache mit der ersten Safety-Car-Linie."

Frage: "Du hast also das Gefühl, dass dir die Strecke ein besseres Resultat schuldet, ein bedeutenderes Resultat."
Alonso: "Nein, natürlich muss man konkurrenzfähig sein und etwas Glück haben - und wenn es Safety-Car-Phasen gibt, dann muss man zur rechten Zeit am rechten Ort sein. Das sah man auch in Kanada, als es richtig heftig regnete und es all diese roten Flaggen gab. Bei allen verrückten Rennen benötigt man etwas Glück und ich glaube, dass uns das im Vorjahr etwas gefehlt hat."

"Hoffentlich sind wir dieses Jahr konkurrenzfähig. Das ist das Wichtigste und hoffentlich schaffen wir es dieses Jahr auf das Podest, was für uns und auch für mich sehr wichtig wäre. Hoffentlich können wir den Fans am Sonntag eine gute Show bieten. In den vergangenen Jahren waren die Zuschauerzahlen bei diesem Rennen nicht sehr gut."

"Daher haben sich die Streckenbetreiber und andere Leute viel Mühe gegeben, um so viele Fans wie möglich an die Rennstrecke zu bringen. Wir müssen ihnen also eine gute Show bieten und hoffentlich werden sie das Rennen genießen."

Frage: "Hast du das Gefühl, dass der Ferrari mit etwas Glück ein siegfähiges Auto ist?"
Alonso: "Im Moment ist es schwierig, ein Rennen zu gewinnen. Es besteht kein Zweifel, dass wir in Monaco und in Kanada die Möglichkeiten hatten, das Rennen zu gewinnen. Das ist ein Faktum, kein Traum. Wir waren sehr nahe dran. Wir waren nach dem Qualifying in Kanada in der ersten Reihe in der Startaufstellung und in Monaco fehlten uns zehn Zentimeter auf den Sieg und wir wurden Zweiter."

"Es ist also wahr, dass der Trend in den letzten zwei Rennen recht gut war. Wir verbessern uns und wir scheinen jetzt konkurrenzfähiger zu sein. Die Charakteristik des Kurses in Valencia ähnelt Kanada und Monaco, daher bietet sich hier vielleicht wieder eine gute Gelegenheit, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir manchmal im Qualifying eine Sekunde zurück liegen und dann ist es schwierig, zu gewinnen."

Webber und der Vorjahrescrash

Frage: "Mark, nach dem Rennen in Kanada schien es, als hättest du unsere Begeisterung nicht geteilt. Hast du dir das Rennen inzwischen angesehen und findest du jetzt, dass es ein gutes Rennen war?"
Webber: "Ja, es war ein gutes Rennen. Ich habe es aber nicht angesehen, um ehrlich zu sein, aber gemischte Verhältnisse sorgen immer für gute Formel-1-Rennen. Das wissen wir. Da passiert es leicht, dass die Fahrer und die Teams bei der Strategie - wann man am besten hereinkommt und so weiter - durcheinander kommen."

"Niemand hat mit dem gerechnet, was Jenson schließlich getan hat. Das war eine sehr gute Fahrt von ihm und es war unüblich, dass die Podestplätze drei Runden vor Schluss immer noch völlig offen waren. Das war aber in Kanada der Fall. Ja, es war gut."

Frage: "Du bist hier im Vorjahr in der ersten Reihe gestanden und hattest dann diesen Unfall, den du sicher am liebsten hinter dir lassen würdest, nicht wahr?"
Webber: "Ja, das war übel, das wissen wir. Das darauffolgende Renn-Wochenende war ganz in Ordnung, daher denke ich, dass ich seitdem recht viel gefahren bin. Ich freue mich darauf, morgen auf die Strecke zu gehen, und damit fertig zu werden."

Frage: "Einige Reglementänderungen stehen bevor. Wie sehr werden sie deiner Meinung nach Red Bull betreffen?"
Webber: "Ich glaube nicht, dass sie das Auto schneller machen werden, aber es sollte für alle gleich sein. Wir müssen uns darauf einstellen, uns daran gewöhnen, aber es ist für unser Team nichts Neues, uns auf Reglementänderungen einzustellen."

"Alle Teams müssen sich einstellen und müssen schauen, wie sie das Beste daraus machen können. Ich glaube nicht, dass es das Feld auf den Kopf stellen wird, jeder wird weiterhin in vernünftiger Form sein. McLaren und Ferrari sind schnell, das wissen wir. Wir sind schnell, aber es ist unwahrscheinlich, dass die Änderungen die WM drehen werden."

Wieso Webber die Reglementänderungen kritisiert

Frage: "Was sagst du dazu, dass die Auspuffsysteme, die die Teams verwenden, plötzlich von den Offiziellen als illegal bezeichnet werden?"
Webber: "In unserem Sport ist doch immer etwas im Busch, nicht wahr? Das wissen wir ja bereits. Vor einigen Jahren war es der Doppeldiffusor. Einige Leute sagen, dass es richtig ist, andere sagen, dass es falsch ist. Jetzt geht es offenbar um den Auspuff, was ebenfalls eine Frage der Interpretation ist."

"Offenbar ist es nicht im Geiste des Reglements, daher ändern wir die Regeln. Offenbar wäre es für die Teams bezüglich der Kosten sehr effektiv gewesen, hätten sie das vor dem Saisonstart gewusst, denn nach Ende der vergangenen Saison sah sich jeder dieses Thema an. Die Leute in Enstone haben sich beim Einbau sehr viel Arbeit angetan und ihr Konzept beruht darauf, dass diese Sache funktioniert."

"Daher ist es keine triviale Sache, mit der man die Teams einfach so mitten in der Saison konfrontiert, aber sie werden sich alle darauf einstellen. Alle sitzen im gleichen Boot. Ändert es doch einfach zu Beginn oder am Ende der Saison, aber in der Mitte? Das macht es etwas schwierig. Wir machen uns dennoch keine allzu großen Sorgen. Ich sitze nicht hier und sage, dass sie das nicht hätten tun sollen, aber es ist keine billige Übung, wenn man jetzt Änderungen machen muss."

Frage: "Vor ein paar Jahren gab es bei Renault mit dem Schwingungsdämpfer eine ähnliche Situation. Damals segnete es die FIA zunächst ab, um es später zu verbieten. Nun sieht es so aus, als gäbe es jede Menge neuer Regeln, die Red Bull bremsen sollen. Glaubt ihr, dass die Fans das akzeptieren? Glaubt ihr nicht, dass es unseriös ist, wenn die Regeln ständig geändert werden? Man weiß nicht mehr, was legal ist und was nicht."
Webber: "Ganz ehrlich glaube ich nicht, dass das die Mehrheit der Fans kümmert. Sie wollen nur das sehen, was sie dieses Jahr gesehen haben, und zwar viele interessante Autorennen."

"Sie wissen grundsätzlich zehn bis 15 Prozent von dem, was hinter den Kulissen unseres Sports passiert. Es gibt natürlich wirkliche Hardcore-Fans, die etwas mehr davon verstehen, aber die meisten Leute wollen ein gutes Autorennen sehen, daher haben sie natürlich keine Ahnung von der Politik, die auf diesem Niveau im Hintergrund stattfindet, aber das wird es immer geben."

"Die Verantwortlichen treffen diese Entscheidungen, weil sie aus irgendeinem Grund glauben, dass es richtig ist, daher muss man die Leute, die die Entscheidungen treffen, darüber befragen, warum sie das getan haben - oder das Team. Zu Saisonbeginn designt man ein Formel-1-Auto innerhalb eines sehr engen Reglements und liest das Kleingedruckte so oft wie nur möglich. Dann findet in der Mitte des Jahres plötzlich eine massive Konzeptänderung dieses Designbuchs statt. So ist es und wir müssen damit klarkommen."

Alonsos aussichtsloser Titelkampf?

Frage: "Fernando, in Kanada warst du im Qualifying sehr nahe an Vettel dran. Da es nun verboten ist, das Motormapping zwischen Qualifying und Rennen zu verändern, könnte Red Bull langsamer sein. Glaubst du, dass das deine Chance ist, die Pole zu holen?"
Alonso: "Ich weiß es nicht. Hoffentlich. Ich glaube nicht, dass es das Qualifying maßgeblich verändern wird."

"Es ist wahr, dass es sich nicht um eine Sekunde handelte, sondern um zwei Zehntel, aber Vettel war bei nassen Bedingungen beim Start des Rennens der Schnellste. Wir folgten ihm, aber er war am Sonntag mit dem Rennmapping beinahe acht oder neun Zehntel schneller als wird. Wir sahen zu diesem Zeitpunkt mit dem Red Bull ein überlegenes, ein dominantes Auto - im Qualifying und auch im Rennen."

"Es sieht so aus, als würden sie manchmal etwas härter und manchmal etwas weniger hart pushen. Daher scheint es so, als wären wir im Rennen näher dran. Wir kämpfen nicht verzweifelt darum, hier die Pole zu holen oder das Rennen zu gewinnen. Wir dürfen nicht vergessen, wo wir derzeit stehen. Wir müssen weiterarbeiten, müssen die Richtung, die wir vor zwei Rennen eingeschlagen haben, weiter verfolgen, wie ich gesagt habe. Es sieht so aus, als wären wir konkurrenzfähiger, aber wir dürfen nicht unterschätzen oder vergessen, wie schnell unsere Gegner sind."

Frage: "Im Vorjahr hast du sechs oder sieben Rennen vor dem Saisonende gesagt, dass du am Podest stehen musst, um eine Chance auf den Titel zu haben - und du hattest die Chance. Was benötigst du dieses Jahr, um eine Titelchance zu haben?"
Alonso: "Ich denke, dass wir das beste Auto benötigen. Wenn wir das beste Auto haben, dann können wir den Titel gewinnen, denn es liegen noch genügend Rennen vor uns, um aufzuholen."

"Wenn wir im Qualifying Fünfter oder Sechster sind, was normalerweise der Fall ist, dann ist es sehr schwierig, denn man kann nicht das Tempo der anderen fahren. Die Weltmeisterschaft dauer lange. Wir müssen uns Rennen für Rennen konzentrieren. Wir werden versuchen, es auf das Podest zu schaffen, und jedes Rennen zu gewinnen."

"Natürlich ist das manchmal sehr schwierig oder gar unmöglich, aber das ist unser Vorhaben. Wir sind Ferrari, daher ist das unser Ziel, aber wir müssen auch unsere Gegner respektieren und wir müssen wissen, dass wir es an gewissen Orten und in gewissen Rennen nicht schaffen werden. Dieser Druck ist normal, wenn man bei Ferrari ist oder wenn man Ferrari ist. Man muss jedes Rennen gewinnen, bei dem man startet, man muss jede WM gewinnen, bei der man startet."

"Obwohl ich dieses Jahr das Gefühl hatte, dass ich die sieben besten Rennen meiner Karriere fuhr - mit den besten Qualifying-Runden, im Vergleich zu meinem Teamkollegen, im Vergleich mit dem letzten Jahr, die Start und so weiter - sieht es nun so aus, als wäre das bisher eine sehr schlechte Saison gewesen. Einerseits stimme ich dem zu, denn wir sind Ferrari, wir haben die Verpflichtung, jedes Rennen zu gewinnen."

"Andererseits müssen wir unsere Rivalen verstehen und respektieren, müssen härter als sie arbeiten und müssen in der nahen Zukunft die Lücke schließen."

Wie Spanien zur Formel-1-Nation wurde

Frage: "Glaubst du, dass DRS und KERS das Überholen hier einfacher machen werden?"
Webber: "Das ist für beide Systeme eine sehr sensible Strecke, möglicherweise die schwierigste Strecke, auf der wir bisher waren. Ja, hier müssen beide Systeme funktionieren und es ist eine Strecke, auf der es zwei DRS-Zonen gibt. Wir müssen erst schauen, wie die erste funktioniert, aber es sollte relativ klar sein, wie sie im Rennen funktionieren werden."

Frage: "Jaime und Fernando, bitte erzählt etwas über die Beziehung Spaniens zur Formel 1 - in eurer Kindheit und, wie sie sich seitdem entwickelt hat."
Alonso: "Nun ja, in meiner Kindheit war die Formel 1 überhaupt nicht wichtig. Es war kein Sport, den wir verfolgten. Bis ich 17 oder 18 war, hatte ich nie Rennen im Fernsehen gesehen. Da war ich schon in der Formel Nissan - als ich Kart fuhr, hatte ich noch ein Formel-1-Rennen gesehen. Aus den Nachrichten erfuhr ich, wer Weltmeister wurde und wer nicht, aber wir kannten keine Namen der Fahrer."

"Jetzt glaube ich, dass die Formel 1 in Spanien sehr populär ist. Die Menschen lieben diesen Sport und es ist wahr, dass er, wie Mark schon sagte, aufgrund gewisser Regeländerungen während der Saison sehr komplex ist. Es ist für die Fans nicht einfach, dem folgen zu können. Dennoch lieben sie ihren Motorsport, so wie wir in diesem Land Motorräder lieben."

"Allgemein gibt es im Kartsport und in anderen Kategorien derzeit viele Fahrer, daher bin ich davon überzeugt, dass die Zukunft ab jetzt für Spanien viel besser sein wird. Ich bin darüber glücklich, denn es handelt sich dabei natürlich um meinen Sport und um etwas, was ich liebe. Jetzt bin ich froh, dass das Land diese Liebe auch teilt."

Webber: "Er tut so bescheiden, dabei hat er den Sport in diesem Land verändert: Vor ihm gab es hier keine vier Räder, als hat er gute Arbeit geleistet."

Alguersuari: "Spanien war schon immer eine Motorrad-Nation, vor allem wegen der Fahrer. Wie Mark sagte, haben Fernandos Ankunft und seine zwei WM-Titel die TV-Berichterstattung verändert. Und mit Sicherheit kommen jetzt mehr Fahrer hoch und entwickeln sich im Kartsport. Ich fuhr bereits Kart, als er 2005 seinen ersten Titel holte und dann kam ich ins Red-Bull-Juniorteam."

"Ich dachte also nie an die Formel 1, denn ich war im Kartsport in Italien und in Europa, also versucht ich bei den Go-Karts mein Bestes. Ich hatte dort Spaß und dann - als ich die Möglichkeit hatte, zu Red Bull aufzusteigen - hatte ich die Chance, eines Tages in die Formel 1 zu kommen. Ich fuhr aber Formel Renault und so weiter, aber ich dachte aber nie daran, die Formel 1 zu erreichen, denn ich würde nie... Nein, ich versuchte einfach, Spaß zu haben und mein Bestes zu geben."

Fotoquelle: xpb.cc

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