Die FIA muss via Faxwahl über die geplanten neuen Regeln abstimmen

Formel 1 2011

— 26.06.2011

Exklusiv: Gesamt-Regelreform erst 2014?

Nach dem neuen Motor könnten auch die neuen Chassisregeln auf 2014 verschoben werden - Brief der zwölf Teams an Charlie Whiting

Nachdem sich die Verantwortlichen diese Woche darauf geeinigt haben, die für 2013 geplante Einführung eines neuen Motorenformats auf 2014 zu verschieben und statt eines Vierzylinder-Turbos künftig einen Sechszylinder zu verwenden, könnte nun auch die ursprünglich ebenfalls für 2013 geplante Reform des Chassisreglements um ein Jahr verschoben werden, wie 'Motorsport-Total.com' erfahren hat.

Hintergrund ist, dass Chassis- und Motorenregeln aufeinander abgestimmt werden sollten. Doch während die Formel-1-Kommission den V6-Turbo bereits auf 2014 verschoben hat, bleibt es statutengemäß bei der Einführung der geplanten Chassisregeln ab 2013. Das Problem ist jedoch, dass die Chassisregeln (im Gegensatz zu den Motorenregeln) ordnungsgemäß Technische Arbeitsgruppe, Formel-1-Kommission und FIA-Motorsport-Weltrat durchlaufen haben und damit formell gesehen beschlossene Sache sind.

Frage an Sam Michael: Sollte man die Chassisregeln wegen der Motorenverschiebung nicht auch erst 2014 einführen? "Das ist eine gute Frage, denn die wurden bereits abgesegnet - von der Technischen Arbeitsgruppe bis hin zum Motorsport-Weltrat. Die sind beschlossen. Jetzt muss dieser Prozess zurückgenommen werden", bestätigt der Williams-Technikchef auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com'.

Der Weltrat hat sich jedoch am 3. Juni ein Schlupfloch offen gelassen, indem in der Presseaussendung nach dem Treffen sowohl Motoren- wie auch Chassisregeln angeführt wurden und abschließend betont wurde, man könne bis 30. Juni via Fax erneut über "diese Regeln" (also Motor und Chassis) abstimmen. Diese Abstimmung soll Gerüchten zufolge morgen stattfinden. Für 2013 wird also voraussichtlich am aktuellen Motoren- und Chassisreglement festgehalten.

'Motorsport-Total.com' hat indes erfahren, dass die zwölf Teams heute Morgen einen Brief an den Technischen Delegierten der FIA, Charlie Whiting, geschrieben haben. Inhalt: Sie sichern dem Sechszylinder-Turbo ab 2014 ihre Unterstützung zu. Besprochen wurde außerhalb des Briefs die Bedingung, dass das Drehzahllimit auf 15.000 Touren angehoben wird. Zudem soll die Messung der Benzindurchflussmenge, die der Senkung des Spritverbrauchs dienen würde, noch einmal überdacht werden, weil es derzeit keine geeigneten Messgeräte in einer für die Formel 1 adäquaten Größe gibt.

Der Brief der Teams bittet zudem um den korrekten formellen Ablauf der Regeleinführung. Normalerweise wäre eine Sitzung der Technischen Arbeitsgruppe laut Concorde-Agreement für jede Regeländerung notwendig. Sollte Whiting als Vertreter der FIA zustimmen, dann wäre den Statuten des Concorde-Agreements wohl Genüge getan. Bisher hat sich die FIA beim Beschluss der neuen Regeln ja teilweise über die vorgesehenen Prozesse hinweggesetzt.

Ein Vorteil der sich abzeichnenden Verschiebung der Gesamtreform Motor/Chassis auf 2014 wäre, dass der Reifenvertrag von Pirelli Ende 2013 ausläuft. Das bedeutet, dass für 2014 ein stimmiges Gesamtkonzept (möglicherweise mit Niederquerschnittsreifen) entwickelt werden kann. Ebenfalls interessant: Durch die Verschiebung um ein Jahr könnte theoretisch auch die FIA-Frist bis 30. Juni um ein Jahr verschoben werden...

Fotoquelle: xpb.cc

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