Teamchef Martin Whitmarsh möchte Lewis Hamilton bei McLaren halten

Formel 1 2011

— 04.07.2011

Whitmarsh relativiert Gerüchte um Hamilton

Teamchef Martin Whitmarsh würde darauf wetten, dass Lewis Hamilton auch in Zukunft für McLaren fahren wird, und nimmt seinen Fahrer in Schutz

Lewis Hamilton sorgt derzeit mit seinen Aktionen auf und abseits der Strecke für Schlagzeilen, doch wie lange tut er das noch in einem McLaren-Overall? "Er ist bei McLaren sehr unglücklich", zitiert zum Beispiel die australische 'Herald Sun' einen anonymen Insider, "und wenn er könnte, würde er schon morgen weg sein."

Dazu passt, dass sich Hamilton in Montreal mit Red-Bull-Teamchef Christian Horner getroffen hat. Wie das Treffen zustande gekommen ist, hat die 'Herald Sun' ebenfalls recherchiert. Demnach kontaktierte der 26-Jährige eine ehemalige McLaren-Angestellte, die nun für Red Bull arbeitet. Diese ging zu Horner: "Ich habe Lewis am Telefon. Er möchte dich sprechen." Horner entgegnete: "Lewis wer?" Antwort: "Lewis Hamilton." Horner: "Was will er? Okay, sag ihm, er soll runterkommen!"

Management relativiert Treffen

Doch ein Sprecher von Hamiltons Managementfirma spielt das Treffen herunter: "Es wäre lächerlich für Lewis, zu Red Bull zu gehen und auf dem gerüchtereichsten Fleck der Formel 1 zu verhandeln. Jeder würde ihn sehen, daher wäre das nicht klug. Es war nur eine Unterhaltung. Wir können kategorisch sagen, dass er im Moment mit niemandem über einen neuen Vertrag spricht", heißt es seitens Simon Fullers Firma XIX Entertainment.

Das würde heißen: auch nicht mit McLaren. Hamilton ist an sein erstes Formel-1-Team noch bis Ende 2012 gebunden und verdient angeblich umgerechnet 16,5 Millionen Euro pro Saison. Der Brite ärgert sich aber darüber, dass er seit 2008 nicht mehr Weltmeister geworden ist, und möchte daher in Zukunft unbedingt im besten Auto sitzen. Nur: Bei Ferrari ist neben Fernando Alonso wohl bis 2016 kein Platz, also bleibt beim aktuellen Kräfteverhältnis nur Red Bull als Alternative zu McLaren.

Martin Whitmarsh würde aber darauf wetten, dass Hamilton auch in Zukunft an Bord bleibt: "Lewis liebt dieses Team und weiß, dass das Auto dazu in der Lage ist, Rennen zu gewinnen", erklärt der McLaren-Teamchef im Interview mit dem 'Independent'. "Er ist in den letzten zehn Tagen mit mir hier gesessen und hat mir seine Leidenschaft und seinen Enthusiasmus dafür geschildert, weiterhin ein Teil dieses Teams zu bleiben."

"Ich kenne ihn, seit er elf war. Ich glaube nicht, dass er mir in die Augen sehen und das sagen würde, wenn er es nicht wirklich so meint", unterstreicht Whitmarsh. Doch was hat Hamilton dann Horner gesagt, als er dem Red-Bull-Teamchef in Montreal in die Augen gesehen hat? Insider vermuten zwei mögliche Motive: Erstens könnte er tatsächlich einen Wechsel zu Red Bull in Betracht ziehen, zweitens könnte er auf diese Weise versuchen, seinen Marktwert in die Höhe zu treiben.

Sport braucht Kontroversen

"Die Formel 1 ist ein Zirkus", spielt Whitmarsh das Treffen Hamiltons mit Horner herunter. "Ich habe in Kanada wahrscheinlich die Hälfte der Teams besucht und drei andere Fahrer sind gekommen, um mich zu sehen. Wir haben dabei nicht über Jobmöglichkeiten gesprochen. Letztendlich sind wir im Unterhaltungsgeschäft. Ich könnte mich über das, was über uns geschrieben wird, aufregen, aber das ist eben das Business, in dem wir sind. Ich muss akzeptieren, dass der Sport Kontroversen braucht."

Davon gab es um Hamilton zuletzt genug: etwa in Monte Carlo, wo er Pastor Maldonado aus dem Rennen befördert hat, oder in Montreal, wo er ausgerechnet mit Teamkollege Jenson Button aneinandergeraten ist. Dazu kommen noch unüberlegte Meinungsäußerungen wie nach Monte Carlo (scharfe Kritik an den Rennkommissaren) oder wie nach Valencia (WM-Titel abgeschrieben), die er tags darauf via Twitter widerrufen musste.

Mit der Aggressivität seines Schützlings auf der Strecke hat Whitmarsh kein Problem, aber der Ali-G-Witz in Monte Carlo sei "schlechter Humor in der Hitze des Gefechts" gewesen: "Nach so einem Rennen steckst du voller Adrenalin und Frust und nachdem dir das fünfte Mikrofon unter die Nase gehalten wird, langweilen dich deine eigenen Antworten. Lewis wollte den Kommissaren aber nicht ernsthaft Rassismus unterstellen." Daher habe er sich auch schriftlich entschuldigt.

"Ein paar Tage später", erinnert sich der 53-Jährige, "war ich mit ihm Mittagessen. Noch bevor ich etwas sagen konnte, erklärte er mir, wie peinlich ihm das alles ist. Lewis ist ein intelligenter junger Mann, aufrichtig - und unter der Oberfläche immer noch ein bodenständiger Kerl." Daher ist es angeblich Wunsch des McLaren-Teams, langfristig mit der aktuellen Paarung Hamilton/Button weiterzumachen...

Fotoquelle: xpb.cc

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