Bernie Ecclestone droht der FIA unter Jean Todt sogar mit einer Klage

Formel 1 2011

— 04.07.2011

Ecclestone droht der FIA mit Klage

Im Motorenstreit kann sich Bernie Ecclestone vorstellen, die FIA zu verklagen, sollte diese am Drehzahllimit von 15.000 Touren festhalten

Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone droht damit, die FIA wegen deren Plan, ab 2014 einen benzineffizienteren Motor einzuführen, zu verklagen. Auf dem Spiel steht einiges, weil 17 Rennveranstalter, darunter auch Monaco und Monza, angekündigt haben, dass sie von der Formel 1 zur IndyCar-Serie wechseln würden, falls der neue Motor eingeführt wird.

Der neue Motor, ein auf 15.000 Umdrehungen pro Minute limitierter V6-Turbo, ist weniger leistungsstark als der aktuelle V8 und sowohl Ecclestone wie auch die Rennveranstalter sind besorgt, dass er die Leistung und die Geräuschkulisse schmälern könnte. Ecclestone findet, dass das eindringlich laute Geräusch von Formel-1-Motoren besonders für Sponsoren und die Zuschauer vor Ort wichtig ist.

Veranstalter steigen auf die Barrikaden

Das Problem ist für die Rennveranstalter besonders wichtig, weil ihr einziger Verdienst durch die Formel 1 aus den Ticketverkäufen kommt. Sollte der neue Motor tatsächlich Zuschauer fernhalten, könnten sie Verluste schreiben. Daher haben sie der FIA geschrieben und in ihrem Brief verlangt, dass der neue Motor weiterhin bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute liefern und wie ein aktueller V8 klingen muss.

"Die Veranstalter glauben, dass diese Motoren das wegnehmen, was die Leute erleben wollen, wenn sie zu Formel-1-Rennen kommen: den Glamour und den Lärm. Dann wären sie nicht mehr dazu in der Lage, ihre Tickets zu verkaufen, und in weiterer Folge könnten sie uns nicht mehr zahlen", sagt Ecclestone und ergänzt: "Sie haben einen Vertrag mit mir und wenn sie den nicht einhalten können, weil sie keine Tickets verkaufen, würde ich dafür vielleicht nicht sie verantwortlich machen."

Um die Rennveranstalter davon abzuhalten, sich abzuwenden, fürchtet Ecclestone, "dass wir vielleicht dazu gezwungen sind, die FIA zu verklagen". Er behauptet, dass die Entscheidung, die neuen Motoren einzuführen, gegen seinen Vertrag mit dem Verband verstößt.

Der Inhaber der kommerziellen Rechte, die in Jersey registrierte Firma Delta Topco, wird von Ecclestone geführt und gehört mehrheitlich der Investmentgesellschaft CVC. Delta Topco hat eine Vereinbarung mit der FIA, die Formel 1 für die nächsten 100 Jahre zu promoten. Der Vertrag beinhaltet auch detaillierte Prozesse, wie neue Regeln in der Formel 1 eingeführt werden müssen. Zuerst müssen sie von der Technischen Arbeitsgruppe formuliert, dann von der Formel-1-Kommission zugelassen und schließlich vom FIA-Motorsport-Weltrat ratifiziert werden.

Ecclestone stichelt gegen Todt

Ecclestone sagt jedoch, dass FIA-Präsident Jean Todt "versucht hat, die Formel-1-Kommission scheitern zu lassen. Todt gibt sein Bestes, zu behaupten, dass er verantwortlich ist und tun kann, was immer er will, aber das gefällt uns nicht. Wenn sich die FIA nicht an unseren 100-jährigen Vertrag hält, dann werden wir klagen müssen. Ich hoffe, es wird nicht so weit kommen."

Der Motorsport-Weltrat hat vergangene Woche über die neuen Motorenregeln abgestimmt. Ecclestone geht davon aus, dass der V6 "durchgehen wird", aber: "Das löst nicht das Problem, dass solche Dinge auf korrekte Weise erledigt werden müssen." Er ergänzt, dass die Leistungsabgabe des neuen Motors "nicht vor 30. Juni 2012" ratifiziert werden muss.

Falls die vorgesehenen Entscheidungsprozesse nicht eingehalten wurden, könnte es für die Motorenregeln wieder zurück ans Zeichenbrett gehen, was eine Gelegenheit wäre, das Limit bei 15.000 Umdrehungen pro Minute aufzuheben.

Fotoquelle: xpb.cc

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