Bernard Rey und Frank Williams anlässlich der heutigen Bekanntgabe in Grove

Formel 1 2011

— 04.07.2011

Alte Liebe neu entdeckt: Williams wechselt zu Renault

Das Williams-Team trennt sich nach Ende 2006 erneut von Motorenlieferant Cosworth und wird ab 2012 viertes Partnerteam von Renault

Mit dem von der FIA beschlossenen Aus fr die aktuellen V8-Saugmotoren, die ab 2014 von V6-Turbos abgelst werden, konnte ein mglicher Formel-1-Ausstieg des Motorenherstellers Renault (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Team, das von der Investmentgesellschaft Genii Capital kontrolliert wird), abgewendet werden. Nun erweitert Renault sein Engagement in der Knigsklasse sogar.

Denn wie heute bekannt gegeben wurde, werden die Franzosen mit Sitz in Viry-Chatillon bei Paris schon ab kommender Saison auch das britische Williams-Team mit Motoren beliefern. Der Vertrag luft zunchst ber zwei Jahre. "Renault bleibt in der Formel 1, um auf kosteneffiziente Art und Weise Erfolg zu haben", erklrt Bernard Rey, Prsident der Renault-Sportabteilung, und attestiert der Partnerschaft mit Williams "groes Potenzial".

Vertrag luft zunchst ber zwei Jahre

"Dass wir ab 2012 vier Partner haben werden, bringt uns in Sachen Marktanteil vor jeden anderen Hersteller, bietet uns aber auch abseits der Strecke die Mglichkeit, die Formel 1 als Marketingplattform zu nutzen", erklrt er und fgt an: "Es erfllt mich mit Stolz, den Williams-Renault-Namen wieder aufleben zu lassen. Gemeinsam haben wir Rennautos produziert, die fr ihre Innovationen bekannt waren. Bis heute war das Renaults erfolgreichste Zeit in der Formel 1."

Auch bei Frank Williams ist die Freude gro: "Jetzt haben wir wieder einen fhrenden Automobilhersteller als Partner, was gut zu unserer neuen Beziehung mit Jaguar passt. Gleichzeitig mchte ich Cosworth unseren Dank aussprechen: Sie waren in den vergangenen zwei Jahren auf und abseits der Strecke ein fairer und zuverlssiger Partner und wir freuen uns darauf, in anderen Bereichen auch in Zukunft mit ihnen zusammenzuarbeiten."

"Unsere vorherige Zusammenarbeit mit Renault war eine der erfolgreichsten in der Geschichte von Williams, aber wir werden es uns nicht gestatten, zu sehr in vergangenen Erinnerungen zu schwelgen", stellt der 69-jhrige Teamchef des Rennstalls aus Grove klar. "Wir mssen in die Zukunft blicken und damit fortfahren, unsere Reputation auf der Rennstrecke wiederherzustellen. Ich bin guter Dinge, dass uns die heutige Bekanntgabe dabei helfen wird."

Erfolgreiches Kapitel der Teamgeschichte

Die Zusammenarbeit zwischen Williams und Renault bedeutet ein Revival einer der erfolgreichsten Partnerschaften der Formel-1-Geschichte, denn schon von 1989 bis 1999 war Williams mit Renault-Power unterwegs (nach dem werksseitigen Ausstieg von Renault ab 1998 unter dem Label Mecachrome beziehungsweise Supertec). Anfang und Mitte der 1990er-Jahre galt die Kombination Williams-Renault als das Ma aller Dinge.

Williams-Renault gewann insgesamt neun Weltmeisterschaften: 1992 mit Nigel Mansell, 1993 mit Alain Prost, 1996 mit Damon Hill und 1997 mit Jacques Villeneuve am Steuer; dazu noch die Konstrukteurstitel 1992, 1993, 1994, 1996 und 1997. Als Partner eingesprungen war Renault nach einem Williams-bergangsjahr 1988 auf Judd-V8-Saugmotoren, nachdem Honda das Team fr McLaren fallen gelassen hatte.

Viertes Renault-Team war geplant

Renault hatte bereits im Winter den Wunsch geuert, ein weiteres Team zu beliefern: "Die Strategie wird wahrscheinlich sein, vier Teams auszursten", erklrte Jean-Francois Caubet, Geschftsfhrer der Motorenabteilung in Viry-Chatillon, im Mrz. "Das Problem bei vier Teams ist, dass man nicht einfach nur vier Teams beliefert, sondern man bildet technische Partnerschaften. Ich glaube aber, es ist machbar, vier Teams auszursten."

Schon jetzt beliefert Renault neben dem Renault-Team von Genii auch die Weltmeistertruppe Red Bull und das Team Lotus von Tony Fernandes. Geht man pro Kundenvertrag von jhrlichen Einknften in der Hhe von mehr als fnf Millionen Euro aus, so steht ein ordentlicher Etat fr den operativen Betrieb zur Verfgung. Die Entwicklung des neuen V6-Turbos wrde der Automobilhersteller wohl zum Teil aus der eigenen Tasche subventionieren.

Williams setzt derzeit mehrere Manahmen, um dem schlechtesten Saisonbeginn der Teamgeschichte gegenzusteuern und in Zukunft wieder erfolgreicher zu sein. Per Jahresende mssen die Ingenieure Sam Michael und Jon Tomlinson gehen, dafr kommen Mike Coughlan, Jason Somerville und Mark Gillan neu an Bord. Mit der (nach Ende 2006 erneuten) Trennung von Cosworth will man sich auch motorenseitig neu aufstellen.

Fotoquelle: Williams

Weitere Formel 1 Themen

News

Top 10: Die dominantesten Autos der Formel-1-Geschichte

News

Formel-1-Live-Ticker: Der Sonntag in der Chronologie

News

Fotostrecke: Die grten Hassduelle der Formel-1-Geschichte

News

Formel 1 Ungarn 2017: Teamorder-Diskussionen bei Vettel-Sieg

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen gnstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung