Mark Webber hat die Titelhoffnungen noch nicht ad acta gelegt

Formel 1 2011

— 05.07.2011

Webber: "Titel ist nicht unmöglich"

Warum Red-Bull-Pilot Mark Webber trotz des schlechten Saisonstarts an den Titel glaubt, warum seine Motivation ungebrochen ist und wovon seine Zukunft abhängt

77 Punkte fehlen Mark Webber nach acht Rennen auf seinen in der WM führenden Teamkollegen Sebastian Vettel. Damit ist klar: Der Australier hätte sich den Saisonauftakt nach einigen starken Darbietungen im Vorjahr sicher anders vorgestellt. Bisher gelang es ihm nicht, die Pirelli-Reifen nach Wunsch zum Arbeiten zu bringen.

Einige Experten sprachen dem Red-Bull-Piloten bereits jegliche Titelchancen ab, doch das will Webber gegenüber 'ESPN F1' nicht so stehen lassen. "Ja, das kann ich", antwortet der 34-Jährige auf die Frage, ob er die WM dieses Jahr noch gewinnen könne. "Es ist offensichtlich sehr herausfordernd, aber nicht unmöglich."

Kein Druck durch Vettel-Erfolgslauf?

Webber wartet dieses Jahr immer noch darauf, dass endlich der Knoten platzt - ein zweiter und drei dritte Plätze sind die magere Ausbeute, wenn man bedenkt, dass Vettel bisher in keinem Renne schlechter als Zweiter wurde. "Das ändert nichts an meiner Motivation", gibt sich Webber dennoch kämpferisch. "Man muss ihn natürlich unter Druck setzen. Wenn man gewinnt, dann will man weiter gewinnen. Wenn man nicht gewinnt, dann muss man herausfinden, wie man dort hinkommt."

Daher denkt er derzeit nicht an die WM oder an die Zukunft, sondern blickt stets von Rennen zu Rennen. "Ich nehme jedes Rennen für sich - so wie jeder Fahrer", bestätigt er. "Die bisherigen Resultate beeinflussen mich nicht. Entweder man leistet gute Arbeit oder eben nicht. Anhand dessen, was jemand anderer jetzt macht, kann man nicht beurteilen, was man selbst nächstes Jahr machen wird."

Red Bull will Webber halten

Bei Red Bull ist man derzeit unschlüssig, ob Webber noch eine Saison anhängen wird, auch wenn man stets betont, dass dies das Interesse des Australiers sei. Dass nun Ersatzpilot Daniel Ricciardo während der Saison bei HRT untergebracht wurde, um Rennerfahrung zu sammeln, ist jedoch ein eindeutiges Indiz dafür, dass man sich seiner Sache nicht ganz sicher ist. Sollte Webber tatsächlich aufhören, könnte sein junger Landsmann dessen Platz an der Seite Vettels einnehmen.

Noch versucht man aber, Webber zu halten. Das zeigen auch die schmeichelnden Aussagen aus dem Red-Bull-Lager. Kürzlich betonte Teamchef Christian Horner gegenüber 'ESPN F1', dass er "absolut" glaube, "dass Mark mehr als fähig ist", mit Red Bull Weltmeister zu werden: "Er fährt unglaublich gut. Die Anpassung an die Reifen war zwar hart, aber er wird stärker und stärker, und wir sind mit der Arbeit beider Fahrer sehr glücklich." Dass Webber weiterfährt, sei "sehr sehr wahrscheinlich."

Fotoquelle: xpb.cc

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