Renault wird den aktuellen V8 im kommenden Jahr auch an Williams liefern

Formel 1 2011

— 06.07.2011

V6-Turbo: Es wird laut!

Viele Formel-1-Verantwortliche sind sicher: Die neuen V6-Turbos ab 2014 werden ein Ohrenschmaus für die Fans - Rob White: "Besser als manch altes Triebwerk"

Die Formel 1 wird ab 2014 mit neuen V6-Turbos um die Strecken jagen. Auf diesen Kompromiss einigte man sich nach langem Tauziehen um das künftige Reglement. Die FIA wollte auf dem Weg zu einer Modernisierung der Königsklasse die Themen Downsizing und Umwelt ins Zentrum rücken, doch Bernie Ecclestone und einige Mitstreiter stellten sich diesen Plänen konsequent in den Weg.

"Der Sound ist eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale der Formel 1", hatte Ecclestone angesichts des angekündigten Wechsels zu kleinen 1,6-Liter-Vierzylindern immer wieder angemahnt. Ferrari-Boss Luca di Montezemolo war entschieden gegen die Pläne, weil sein Unternehmen mit kleinen Vierzylindern nichts am Hut hat. Der Italiener hielt eine solche Motorenformel grundsätzlich nicht der Formel 1 angemessen.

"Eines muss man festhalten: Egal, mit welchen Motoren wir fahren, die Formel 1 bleibt die Spitze des Motorsports", sagt Renault-Motorenchef Rob White im Gespräch mit 'Autosport'. "Diese Autos werden nach wie vor die schnellsten auf der Rennstrecke sein. Wir werden bestimmt nicht langsamer, nur weil wir plötzlich nur noch eine begrenzte Benzinmenge verbrennen oder wir die Drehzahl etwas herunterfahren."

Um den Klang der Boliden müsse man sich keinerlei Sorgen machen. "Es wird laut", meint White. "Es werden hochdrehende Triebwerke sein." Der Kompromissvorschlag für 2014 sieht vor, dass man die V6-Turbos maximal 15.000 Touren drehen lässt - deutich mehr als für die kleinen 1,6-Liter-Vierzylinder geplant war. "Außerdem bringt der einzelne Turbolader erhebliche Vorteile", sagt der Brite.

Zum einen habe man den Vorteil, dass all die für den Vierzylinder geplanten Elemente für die Rückgewinnung von Abgashitze weiter verwendet werden könnten. "Außerdem ist es bei einem Motor mit einen einzigen Turbolader so, dass alle Krümmer zusammengeführt werden, die Abgase durch ein einziges Endrohr nach hinten ausströmen. Das sorgt für viel höhere Frequenzen", erklärt White.

"Wir haben in der Vergangenheit schon viele verschiedene Motoren in der Formel 1 gehört - kein einziger war wirklich enttäuschend. Wir werden in Zukunft immer noch sehr drehfreudige Triebwerke haben. Die Kurbelwelle dreht mit 15.000 Umdrehungen, aber es gibt viele Teile im Motor, die noch deutlich höhere Drehzahlen erreichen werden", verspricht der Renault-Motorenchef ein Kreischen auch ab 2014.

"Wir hatten einen Vierzylinder auf dem Prüfstand. Er klingt genauso wie ein aktueller V8 bei einer Drehzahl von 12.000 bis 14.000 Touren", verrät Renault-Sportchef Jean-Francois Caubet. "Der V6 mit nur einem Endrohr wird sehr gut klingen", verspricht der Franzose. McLaren-Technikdirektor Paddy Lowe stimmt zu: "Ein V6-Turbo ist aufregend und einzigartig. Ich glaube nicht, dass man solch eine Spezifikation schon einmal im Motorsport erlebt hat."

Lowe sieht die Ängste der Formel-1-Rennstreckenchefs, die eine nachlassene Soundkulisse befürchten, als unberechtigt an. "Natürlich müssen wir deren Eindrücke ernst nehmen", sagt der Brite, "aber man muss sich vor Augen halten, dass die IndyCars nur 12.000 Touren drehen - und die sind richtig schön laut. So gesehen muss man sich bestimmt über die Soundkulisse der Formel 1 keine großen Sorgen machen."

"Wirklich, das ist kein großes Thema", stimmt Williams-Geschäftsführer Adam Parr zu. "Wir sollten unser Konzept selbstbewusst verkaufen. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann ist es die Tatsache, dass wir uns nicht schon vor zwölf Monaten darauf geeinigt haben. Es wird bestimmt Kritiker geben, die den neuen Sound ablehnen. Das darf uns nicht stören. Wichtiger ist doch letztlich, dass wir allein mit elektrischem Antrieb durch die Boxengasse fahren."

Fotoquelle: xpb.cc

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