Der neue "Silverstone-Wing" bringt einige kleine Komplikationen mit sich

Formel 1 2011

— 09.07.2011

Durch die Boxengasse über die Ziellinie?

Der Weg durch die Boxengasse ist schneller als der über die Ziellinie, aber die FIA weiß kuriose Zieleinläufe wie 1998 diesmal zu unterbinden...

1998 hat Michael Schumacher in Silverstone auf äußerst umstrittene Art und Weise gewonnen, als er eine gegen ihn ausgesprochene Stop-&-Go-Strafe erst in der allerletzten Runde antrat und quasi in der Boxengasse als Sieger abgewunken wurde. Ein solches Szenario hätte theoretisch auch der neue Boxenkomplex "Silverstone-Wing" mit sich bringen können.

Denn in Valencia ist laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' ein GT-Rennfahrer an Charlie Whiting herangetreten und hat dem FIA-Rennleiter mitgeteilt, dass jeder Fahrer, der in der letzten Runde in Silverstone durch die Box fährt und das Rennen auf diese Weise beendet, die Ziellinie um geschätzte zwei Sekunden früher überquert als ein Gegner, der den normalen Weg über die Start- und Zielgerade zwischen den Kurven Club und Abbey wählt.

"Die Einfahrt ist kürzer als auf der Strecke zu bleiben, also müssen wir sicherstellen, dass die Fahrer die Änderungen der Boxengasse nicht zu ihrem Vorteil ausnutzen", wird Whiting in der offiziellen FIA-Vorschau auf den britischen Grand Prix zitiert. Inzwischen wurde beschlossen: Wer dies versucht und in der letzten Runde dadurch Boden gutmacht, dass er durch die Boxengasse fährt, wird nachträglich mit einer Zeitstrafe belegt.

Nicht nachgekommen wird indes der Bitte von Red-Bull-Teamchef Christian Horner, die Maximalgeschwindigkeit in der Boxengasse von 100 auf 60 km/h zu senken. Im verregneten Freitagstraining waren einige Piloten am Ausgang ins Schlingern gekommen; zudem soll es den Red-Bull-Piloten nicht möglich sein, auf dem kurzen Weg von ihrer Box bis zum Ende des Messbereichs überhaupt auf 100 km/h zu beschleunigen.

"Die Ausfahrt ist nun eine ziemlich steile Bergaufpassage in eine extrem schnelle Kurve hinein, also sicherlich etwas anderes", räumt Whiting ein. Allerdings glaubt er, dass der neue Boxenkomplex insgesamt so konstruiert ist, dass der Anreiz für die Teams, mehr Boxenstopps einzulegen, eher größer als kleiner geworden ist: "Die Auswirkungen auf die Strategie sind signifikant, weil es nicht mehr viel Zeit kostet, die Reifen zu wechseln."

Fotoquelle: xpb.cc

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