Anthony Hamilton rät seinem Sohn dazu, McLaren gegenüber loyal zu bleiben

Formel 1 2011

— 11.07.2011

Hamilton will bleiben, aber weniger arbeiten

Während ihm Vater Anthony rät, bei McLaren zu bleiben, will Lewis Hamilton in Zukunft deutlich weniger PR-Tage absolvieren

Nachdem "Oberbulle" Dietrich Mateschitz der Variante Lewis Hamilton zu Red Bull eine klare Absage erteilt hat und Teamchef Christian Horner die Wahrscheinlichkeit für so einen Wechsel gegen null gehen sieht, scheint der McLaren-Pilot seinem derzeitigen Arbeitgeber treu zu bleiben. Allerdings will er in Zukunft deutlich weniger arbeiten.

Er fühle sich aufgrund der hohen Belastung älter als 30, stöhnt der 26-Jährige, der befürchtet, dass "definitiv" die Wahrscheinlichkeit besteht, er könne an einem Burnout-Syndrom erkranken. Umso mehr freut er sich schon auf die Sommerpause: "Schön zu wissen, dass die bald kommt. Bin ich müde? Vielleicht. Habe ich trainiert? Nein, in den vergangenen zwei Wochen nie. Aber wichtig ist, dass die Sponsoren glücklich sind."

PR-Marathon vor Silverstone

Hamilton kritisiert damit den intensiven und auslaugenden PR-Marathon, den er und sein Teamkollege Jenson Button vor ihrem Heimrennen in Silverstone absolvieren mussten. Abgesehen von den üblichen Medienterminen war er etwa Stargast beim Festival of Speed in Goodwood und er donnerte für Filmaufnahmen mit einem Jetski in London über die Themse. So ein Programm will der Brite in Zukunft nicht mehr über sich ergehen lassen.

"Ich komme gerade vom letzten Rennen und hatte dazwischen vielleicht ein oder zwei Tage frei", wird Hamilton von der Nachrichtenagentur 'Reuters' zitiert. "Ich bin mir sicher, wenn man durch das Fahrerlager schaut, gibt es nicht viele andere Fahrer, die in den vergangenen zwei Wochen genauso hart gearbeitet haben wie ich. Ich freue mich jetzt wirklich auf die Pause, denn sonst besteht definitiv die Gefahr eines Burnouts."

"Es muss sich etwas ändern", fordert er für seine Zukunft, falls er bleiben sollte: "Wenn ich meinen Vertrag mit McLaren verlängere, werden sie schockiert sein, wie viele Tage ich nicht mehr machen werde. Ich werde viel weniger arbeiten. Auf keinen Fall werde ich die ganze Periode vor dem Silverstone-Grand-Prix mitmachen, das steht fest. In Zukunft möchte ich mindestens fünf Tage, um mich vorbereiten zu können."

Doch auch wenn Teamchef Martin Whitmarsh und die McLaren-Sponsoren, allen voran Vodafone, nicht gerade begeistert sein werden, solche Forderungen zu hören, so deuten die jüngsten Aussagen immerhin zwischen den Zeilen an, dass Hamilton seine Zukunft bei McLaren sieht. Dazu rät ihm übrigens auch sein Vater Anthony, der inzwischen Paul di Resta managt - und auf den Hamilton nach Meinung von Stirling Moss hören sollte.

Hamilton sen. plädiert für Loyalität

"Mein Rat für Lewis ist, bei McLaren zu bleiben", so Hamilton sen. gegenüber der 'BBC'. "Als er zwölf war, haben wir uns gefragt, woher das nächste Pfund kommen soll, um in die nächsthöhere Kart-Kategorie aufzusteigen. Dann hat Ron Dennis angerufen und gesagt, dass er uns helfen möchte. Er war wie der Mann von der Lotteriegesellschaft und hat uns gesagt, dass er ihn in sein Formel-1-Auto setzen wird, wenn alles gut läuft - und genau das hat er getan."

"Ich finde nun, dass man das bis zum Ende durchziehen sollte, es sei denn, die Beziehung ist nicht mehr zu retten, aber das ist für Lewis noch lange nicht der Fall. Er ist verliebt in sie, sie sind verliebt in ihn. Sie machen gerade eine schwierige Phase durch, aber das ist in jeder Beziehung so. Doch ich glaube, dass es eine glückliche Ehe wird, wenn er bleibt", meint Hamilton sen., der seinen Sohn früher selbst gemanagt und dessen Verträge ausgehandelt hat.

"Es ist wie in einer Familie", appelliert er an die Loyalität seines Sohnes. "Du suchst dir nicht eine neue Familie, weil der Vater trinkt und die Mutter Drogen nimmt. Stattdessen musst du mit allen arbeiten, ihnen helfen, eine Familie sein - und in diesem Fall: um zu gewinnen." Allerdings räumt der Brite ein, dass derzeit nicht alles eitel Wonne ist: "Im Moment fehlt bei McLaren etwas, aber das werden sie wieder finden."

Fotoquelle: xpb.cc

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