Ross Brawn arbeitet bei Mercedes wieder mit Michael Schumacher zusammen

Formel 1 2011

— 11.07.2011

Brawn: "Ich hinterlege ein Problem im Gehirn"

Mercedes-Teamchef Ross Brawn sieht sich selbst nicht als "Superhirn" und strebt nach eine guten Balance, um die Entwicklung voranzutreiben

Gemeinsam mit Michael Schumacher bildete Ross Brawn über viele Formel-1-Jahre hinweg ein schier unschlagbares Gespann. "Schumi" setzte auf der Strecke nämlich genau das in die Tat um, was "Superhirn" Brawn am Kommandostand ersonnen hatte. Die Folge waren unzählige Rennsiege und einige WM-Titel, doch mittlerweile ist die Situation von Schumacher und Brawn eine ganz andere.

Während Schumacher nach seiner Rückkehr in die Formel 1 noch immer auf der Suche nach seiner Form aus der Vergangenheit ist, fungiert Brawn seit geraumer Zeit nicht mehr "nur" als Technischer Direktor, sondern als Teamchef eines Rennstalls. Als "Superhirn" möchte der Brite aber trotz seiner Errungenschaften nicht bezeichnet werden, weil er einen solchen Titel für eine "Übertreibung" hält.

"Ich empfinde es als sehr schwierig, vor einem weißen Blatt Papier dazusitzen und über die Lösungen für Probleme nachzudenken. Ich hinterlege so ein Problem lieber im Gehirn und irgendwann habe ich dann eine Idee", erklärt Brawn gegenüber der 'FAZ'. "Vieles hat dabei mit Vertrauen und Erfahrung zu tun und du musst wissen, dass es unmöglich ist, jedes Mal die richtige Entscheidung zu treffen."

Was ihm zu Ferrari-Zeiten an der Seite von Schumacher perfekt gelang, sei nun nicht mehr unbedingt das Zentrum seiner Aufmerksamkeit als Teamchef von Mercedes. Seine Rolle in der Formel 1 habe sich schlichtweg verändert, meint Brawn. "Mittlerweile kümmere ich mich mehr um die generelle Ausrichtung des Teams, um die Strategie für die Zukunft." Auch technisch sehr er weniger involviert.

Mit der Entwicklung des Fahrzeugs beschäftige er sich "nicht mehr im Detail", sage aber "ab und zu" noch seine Meinung. Wichtig ist ihm dabei in jedem Fall, Beruf und Privatleben strikt zu trennen. "Es geht darum, die Balance im Leben nicht zu verlieren. Wenn du von etwas besessen bist, dann triffst du nicht immer die richtigen Urteile. Ich will auch noch andere Dinge sehen als nur die Formel 1."

"Das hilft mir zu verstehen, wann ich die Leute in der Fabrik mehr antreiben muss und wann ich mich lieber ein wenig zurücknehmen sollte", meint Brawn. "Nicht jeder will alles, was er im Leben hat, für das Team opfern. Deshalb musst du verstehen, nach welchen Werten er lebt und was ihm wirklich wichtig ist. Meistens ist es die Familie", hält der Brite fest. Als Teamchef müsse er darauf reagieren.

"Ich muss versuchen, so viel wie möglich aus den Leuten herauszuholen, und gleichzeitig das bewahren, was ihnen wichtig ist. Machst du das nicht, steigt das Risiko eines Burnouts - und das wollen wir auf jeden Fall vermeiden", gibt das Mercedes-Teamoberhaupt zu Protokoll. "Ich erlebe das ja selbst: Die Zeit, in der ich nicht an den Rennsport denke, ist wichtig für mich und tut mir gut."

Fotoquelle: xpb.cc

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