Michael Schumacher kämpft auch in seinem zweiten Comeback-Jahr hart

Formel 1 2011

— 12.07.2011

Schumacher gesteht Fehlanalyse

Zur Halbzeit seiner zweiten Karriere spricht Schumacher ehrlich über seine Erwartungen und lobt Sebastian Vettels Leistungen

Michael Schumacher ist auch in der zweiten Saison kein Garant für Siege. Selbst ein Podium scheint derzeit weit weg. Das Arbeitsgerät scheint einfach nicht mehr herzugeben. Kleine Lichtblicke, wie das Rennen in Kanada, ergeben sich nur, wenn die äußeren Bedingungen für Überraschungen sorgen. Ansonsten ist Mercedes bestenfalls vierte Kraft hinter Red Bull, McLaren und Ferrari.

"Ich habe natürlich eine andere Vorstellung gehabt, gleich um die Meisterschaft kämpfen zu können", gibt Schumacher zu, gesteht aber im selben Atemzug ein: "Das war eine Fehlanalyse meinerseits, aber auch von manch anderem bei uns im Team. Das ändert aber nichts daran, dass wir trotzdem das Ziel und die Motivation haben, das hinzubekommen."

Zu hoher Reifenverschleiß, zu wenig Abtrieb und ein Teamkollege, der die eigenen Leistungen oft in den Schatten stellt. Das sind die aktuellen Sorgen des Rekordweltmeisters. Zudem kommt es vermehrt zu Kollisionen mit anderen Fahrern. Zuletzt musste Kamui Kobayashi Bekanntschaft mit dem Frontflügel von Schumachers Mercedes machen. Beim Rennen in Valencia war es Witali Petrow.

"Bin ich deswegen enttäuscht, nicht Achter oder Siebter geworden zu sein? Nein! Ob ich jetzt ein paar Punkte mehr auf meinem Konto habe oder nicht, ist nicht das Wichtige. Der Fokus liegt klar darauf, dass wir in Zukunft ein Auto aufbauen können, mit dem wir ganz vorne fahren können. Ich habe schon alles erreicht. Ich brauche in meinen Augen niemandem mehr etwas beweisen", so Schumacher.

Ruhe vom Trubel in des Motorsports findet der Kerpener auf seiner Ranch in der Schweiz. "In gewisser Hinsicht ist es sicherlich auch ein Teil Normalität", schildert Schumacher. "Unser Formel-1-Zirkus ist ja doch eine gewisse Blase, in der Dinge nicht immer der Realität nahekommen. Hier sind alle auf dem Boden geblieben und jeder wird gleich behandelt. Das ist auch das Schöne hier."

Zusammen mit Ehefrau Corinna betreibt Schumacher die CS Ranch in Givrins, auf der Pferde trainiert werden und in Wettkämpfen gegeneinander antreten. Die Parallelen zur Formel 1 sind deutlich: "Das Pferd ist nicht ganz so störrisch im Moment. Das ist definitiv der Fall", scherzt der Mercedes-Pilot. "Aber wir arbeiten dran. Auch ein Pferd musste lange trainiert werden, bis es mal da war, wo es jetzt ist. Und so arbeiten wir am Silberpfeil, dass wir den auch konkurrenzfähig bekommen."

Absolut konkurrenzfähig scheint derzeit Schumachers offensichtlicher Nachfolger. Der siebenmalige Weltmeister erkennt bei Sebastian Vettel durchaus Ähnlichkeit, zu seiner Blütezeit: "Mark Webber hat das gleiche Auto und trotzdem schafft es Sebastian, permanent vorne zu sein und Rennen zu gewinnen. Und der Kollege ist ja nicht immer Zweiter. Das bedeutet, dass er den Unterschied ausmacht und das ist etwas, das mich natürlich sehr stark an meine Zeit erinnert."

An eine Vorentscheidung in der Meisterschaft will Schumacher aber nicht glauben: "Das ist immer noch kein Homerun, das heißt, was der Sebastian dort leistet, bedeutet absolute Konzentration und hundert Prozent herauszuholen." Besagte hundert Prozent bringt der Mercedes-Pilot auch immer ein. Egal, ob es um Siege oder eben nur achte oder neunte Plätze geht.

Fotoquelle: xpb.cc

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