Flavio Briatore sieht kein Falsch in der Stallregie von Red Bull in Silverstone

Formel 1 2011

— 13.07.2011

Briatore: "Ich hätte es genau so gemacht"

Der ehemalige Formel-1-Teamchef Flavio Briatore hat Verständnis für die Stallregie von Red Bull und auch David Coulthard hält diese Maßnahme für richtig

In den Schlussrunden des Grand Prix' von Großbritannien ging es am Kommandostand von Red Bull deutlich lebhafter zu als erhofft, denn Mark Webber wollte sich nicht mit dem dritten Platz hinter Sebastian Vettel zufrieden geben. Der Australier attackierte den Deutschen und ignorierte die Order seines Teams, wonach er seine Position hinter Vettel halten sollte, fand aber keinen Weg vorbei.

Einige Beobachter reagierten mit hochgezogenen Augenbrauen auf diese Szenen, schließlich verfügt Vettel bereits zur Saisonmitte über einen mehr als komfortablen Vorsprung auf sämtliche Rivalen. Für Flavio Briatore, ehemaliger Formel-1-Teamchef und nach wie vor involviert in das Management von Webber, ist die Handlungsweise von Red Bull in Silverstone allerdings mehr als verständlich.

Briatore: Stallregie macht Sinn

"Willkommen in der Formel 1. Ich hätte es genau so gemacht", wird der italienische Lebemann von 'Sky Sport 24' zitiert. Briatore erklärt: "Wenn man um einen WM-Titel kämpft, dann muss man einige Entscheidungen treffen. Die Fahrer müssen verstehen, dass es nicht ihr Fahrzeug ist und dass ein Team aus vielen hundert Leuten besteht. All dies müssen die Piloten einfach respektieren."

Außer Vettel brauche sich ohnehin kein weiterer Fahrer mehr Hoffnungen auf den Meistertitel machen, fügt das frühere Teamoberhaupt von Renault hinzu. Auch Fernando Alonso, ebenfalls ein Schützling von Briatore, sei schon zu sehr ins Hintertreffen geraten. "Er könnte Zweiter oder Dritter werden, aber eine Chance auf den Gesamtsieg hat er nicht. Die Meisterschaft ist nämlich bereits gelaufen."

Trotz des - laut Briatore - scheinbar uneinholbaren Vorsprungs von Vettel hält auch David Coulthard das Eingreifen von Red-Bull-Teamchef Christian Horner für richtig. "Bei noch einer oder zwei zu fahrenden Runden und bei einem Unterschied von nur drei Punkten zwischen Rang zwei und Platz drei war es sinnvoll, so zu handeln", schreibt der DTM-Fahrer in seiner Kolumne beim 'Telegraph'.

Coulthard: Pole-Position für das Team

"Das Problem ist: Die Formel 1 ist zu viel Business, um ein Sport zu sein, und zu viel Sport, um ein Business zu sein", meint Coulthard. "Man darf nicht erwarten, dass die Teams mit millionenschweren Sponsorenverträgen in der Hinterhand am Rennende riskieren, wertvolle Punkte wegzuwerfen." Im umgekehrten Fall, Webber vor Vettel, hätte Red Bull, so "DC", sicherlich genau gleich gehandelt.

"Und das sage ich nicht nur, weil ich eine gewisse Verbindung zum Mutterkonzern habe", betont der schottische Rennfahrer und merkt an: "Ich kann die Enttäuschung der Fans verstehen, die viel Geld dafür bezahlt haben, um ein spannendes Finish zu sehen. Unterm Strich steht das Team aber an erster Stelle." Auch die Frustration bei Webber sei völlig verständlich: "Mark ist ein Kämpfer."

"Für ihn war wichtig, dass die Fans wissen, dass er nicht glücklich ist mit den Ereignissen. Ihn wird das aber nicht weiter beschäftigen", erläutert Coulthard. "Ich rechne auch in keiner Weise damit, dass es einen Einfluss auf seine Vertragsverhandlungen mit Red Bull haben wird. Dietrich Mateschitz möchte nämlich einen Kämpfer wie Mark in seinen Reihen haben - und keinen Waschlappen."

Fotoquelle: xpb.cc

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