Karun Chandhok will die Kritik nicht gelten lassen und zeigt Zähne

Formel 1 2011

— 13.07.2011

Indische Fahrer wehren sich gegen Mallya-Kritik

Karun Chandhok und Narain Karthikeyan lassen die Kritik durch Force-India-Teamchef Vijay Mallya nicht auf sich sitzen und holen zum Gegenschlag aus

In Indien wird Force-India-Boss Vijay Mallya vorgeworfen, heimische Rennfahrer nicht gebührend zu unterstützen. Tatsächlich sitzen derzeit der Deutsche Adrian Sutil und der Schotte Paul di Resta in den Cockpits des von Mallya als "Nationalteam" inszenierten Rennstalls. Auch in der Vergangenheit setzte er nicht auf indische Piloten - Karun Chandhok und Narain Karthikeyan waren zuletzt bei HRT im Einsatz.

Doch der Force-India-Boss, der derzeit eine Talentesuche in Indien durchführt, holte in seiner Reaktion zum Gegenschlag aus und meinte, dass die indischen Piloten bisher einfach nicht schnell genug waren, um sich einen Platz in seinem Team zu verdienen: "Sie tun mir leid, denn sie bekommen nur Cockpits bei nicht konkurrenzfähigen Teams. Wenn sie nur der Formel 1 wegen ein Formel-1-Auto fahren wollen und gerne am Ende des Feldes fahren, dann kann ich nichts dafür."

Chandhok ortet Doppelmoral

Kein Wunder, dass die Kommentare von den Betroffenen nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen werden. "Es ist traurig, dass der Vorsitzende des indischen nationalen Sportverbandes erzählt, wieviel er für die indischen Fahrer getan hat, und im nächsten Atemzug kritisiert er die einzigen zwei indischen Formel-1-Fahrer", meint Chandhok, der derzeit bei Lotus als Testfahrer fungiert, gegenüber 'Reuters'.

Chandhok, dessen Vater Vicky als Chef des indischen Motorsport-Verbandes fungiert, stößt sich vor allem an der Art der Kritik: "Wenn man schon Leute kritisiert, dann sollte man zumindest Fakten bringen. Die hat er aber nicht, denn er hat weder Narain noch mich jemals eines seiner Autos testen lassen.

Landsmann Karthikeyan verweist auf Mexiko und fürchtet, dass Indien nach den beiden aktuellen Fahrern womöglich ebenfalls rund 40 Jahre auf den nächsten Formel-1-Piloten warten muss. "Wir haben es beide gegen alle Vermutungen in die Formel 1 geschafft", ist Karthikeyan stolz. "Es spielt keine Rolle, für wen ich beim Grand Prix von Indien fahre. Es ist ein historischer und symbolischer Moment, der aufstrebenden, jungen Fahrern zeigen könnte, was man mit harter Arbeit und Mühe erreichen kann."

Indische Fahrer setzen auf andere Unterstützer

Dass Mallya ihn nicht unterstützt, ist ihm egal: "Die Tata-Gruppe ist eine große Unterstützung und das ist alles was zählt." Chandhok sieht die Lage ähnlich: "Ich bin froh, dass ich in einem Team fahre, wo die Besitzer und der Chef mich hundertprozentig unterstützen", verweist er auf den Malaysier Tony Fernandes. "Hier sehe ich ein langfristiges Potenzial, ein wahres asiatisches Team aufzubauen, und ich bin glücklich, wo ich bin."

Und abschließend kann sich Chandhok einen weiteren Seitenhieb auf Mallya und dessen Nachwuchsprogramm nicht verkneifen: "Ich verstehe, dass der nächste indische Formel-1-Star benötigt wird - ich verwende das Wort 'nächste', nicht 'erste' - und ich verstehe, dass wir mehrere indischen Formel-1-Fahrer benötigen." Ob dies auf Mallyas Art und Weise gelingt, ist für den Inder allerdings fraglich: "Man wird den nächsten indischen Star nicht finden, indem man Veranstaltungen mit einmotorigen Viertakt-Leihkarts auf 400 Meter langen Betonstrecken abhält."

Fotoquelle: xpb.cc

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